Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Johannes Stokker in Luzern v. 3.12.1833 (Willisau)


F. an Johannes Stokker in Luzern v. 3.12.1833 (Willisau)
(BN 664, Bl 1-2, hier: 1R, dat. Entwurf ½ S. auf Eingangsschreiben 1 B 4°, mit Tinte, die letzten vier Zeilen mit Bleistift geschrieben. Abschr. KN 46,1 mit falscher Datierung: 3.(10.)1833.)

Willisau den 3 Wintermonats 1833.

Herrn Joh. Stokker Unterschreiber am Appel[ations]g[ericht] in Luzern.

Hochgeehrter Herr

In Erwiderung auf Ihre vertrauende Zuschrift vom 1en d.M. melde ich Ihnen daß nach
den Bestimmungen von Seite des hiesigen Erziehungsvereines hier das jährliche Unterrichtsgeld
welches
an die Anstalt zu zahlende jährliche Unterrichtsgeld für jeden Zögling 3 Louisd’or zu 16
Schweizerfrken beträgt; der Unterricht auf einem Musikalischen Instrumente wird jedoch für 3 ganze oder 6 halbe Stunden wöchentlich, 1/2jährlich mit 1 Louisd’or besonders bezahlt.
Außerdem ist noch von jedem Zögling zur Bildung einer Vereinskasse zur Deckung der Unterhaltskosten des Gebäudes rc an den Verein jährlich 8 Schweizerfrken zu bezahlen.
Sollte ein Knabe ganz in der Anstalt wohnen, so ist aus besonderer Rücksicht für Eltern
aus dem Kanton Luzern das jährliche Kostgeld von mir für jetzt auf 15 Louisd’or in vierteljähriger Vorausbezahlung festgesetzt worden, wobey jedoch die Eltern dem Zögling Knaben sein Bett mit
bringen auch ihm von Hause aus für die Besorgung die Wäsche rc besorgt werden
muß. Für genanntes Kostgeld erhält der Zögling {Frühstück / Morgenbrot} Mittagessen – Abendbrod
und Nachtessen ganz auf dieselbe Weise wie wir alle als Glieder einer Familie zusammen es alle theilen indem wir stets alle gemeinsam zusammen speisen.
Sagen Ihnen und Ihrem Herrn Vater nun diese Bedingungen zu und wollen Sie beyde so Ihren Bruder meiner eigenen Erziehung übergeben so erbitte ich mir deßhalb baldigst einige Nachricht um das Nöthige z.B. Bettstelle vor Eintritt des jungen Menschen zu besorgen.
Mit besonderer Hochachtung unterzeichne ich mich ergebenst