Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Philipp Emanuel von Fellenberg in Hofwyl v. 29.1.1834 (Willisau)


F. an Philipp Emanuel von Fellenberg in Hofwyl v. 29.1.1834 (Willisau)
(Brieforiginal a) in Burgerbibliothek Bern, FA v. Fellenberg 167, Friedrich Fröbel, 29.1.1834; 1 Bl 4° 1 S.; b) Abschrift in BN 423, Bl 1, 1 Bl 4°1 S. Die eigenhändige Abschr. weicht in zwei Punkten vom Original ab.)

a) Brieforiginal

Sr Wohlgeboren Herrn Emel Fellenberg, Direktor mehrerer Erziehungs-
und Bildungsunternehmungen in Hofwyl, Canton Bern.
Willisau am 29en Jenner 1834.


Ew. Wohlgeboren

      erwiedere ich auf Ihre geehrte Zuschrift vom
26en d. M., daß es mir zwar schwierig möglich ist, den in Frage steh-
enden jungen Franzosen jetzt in meine hiesige Erziehungsanstalt auf[-]
zunehmen, indem ich hinsichtlich des wohnlichen Raumes bis jetzt hier
noch so beengt bin, daß ich mit dem jungen Menschen mein Schlafzimmer
würde theilen müssen; überhaupt hat die hiesige Erziehungsanstalt
da sie in ihrer Ausbildung mit sehr vielen Schwierigkeiten nach ver-
schiedenen Richtungen hin kämpfen muß - in ihrer äußern Erscheinung
noch gar manche Unvollkommenheiten über welche sich vielleicht weder
der Vater des jungen Menschen noch er selbst würde hinweg setzen
können. Sollten jedoch genannte beyden Punkte nicht als Hinderniß
erscheinen, so kann der junge Mensch unter den von seinem Vater
ausgesprochenen - und den übrigen in einem solchen Verhältnisse
sich von selbst verstehenden und allgemein bekannten Bedingungen,
sogleich als Zögling in die hiesige Anstalt eintreten, indem in Beziehung
auf dessen sittlichen Charakter und geistigen Anlagen mir das Urtheil
und Wort Ew. Wohlgeboren genügt. Doch wird auf diesen letzten
Fall um Anzeige seines wirklichen Eintrittes gebeten.
Mit vorzüglicher Hochschätzung unterzeichne ich mich
Ew: Wohlgeboren

       Ergebenstem
       Friedrich Fröbel.

b) Abschrift

Sr Wohlgeboren Herrn Emel Fellenberg, Director mehrerer Erziehungs[-]
und Bildungsunternehmungen in Hofwyl, Canton Bern.
Willisau am 29en Jenner 1834.


Ew. Wohlgeboren

      erwiedere ich auf Ihre geehrte Zuschrift
vom 26en d. M. daß es mir zwar schwierig möglich ist, den in Frage
stehenden jungen Franzosen jetzt in meine hiesige Erziehungsanstalt aufzuneh[-]
men, indem ich hinsichtlich des wohnlichen Raumes bis jetzt hier noch
so beengt bin, daß ich mit dem jungen Menschen mein eigenes
Schlafzimmer würde theilen müssen; überhaupt hat die hiesige Er-
ziehungsanstalt, da sie in ihrer Ausbildung mit sehr vielen Schwie-
rigkeiten nach verschiedenen Richtungen hin, kämpfen muß, in ihrer
äußeren Erscheinung noch gar manche Unvollkommenheiten über
welche sich vielleicht weder der Vater des jungen Menschen noch er selbst
würde hinweg setzen können. Sollten jedoch genannte beyde Punkte
nicht als Hinderniß erscheinen, so kann der junge Mensch unter den
von seinem Vater ausgesprochenen - und den in einem solchen Verhältnisse
sich von selbst verstehenden und allgemein bekannten Bedingungen,
sogleich in die hiesige Anstalt eintreten; doch wird auf diesen Fall
um Anzeige seines wirklichen Eintrittes gebeten.
Mit vorzüglicher Hochschätzung unterzeichne ich mich
Ew. Wohlgeboren

       Ergebenstem
       Friedrich Fröbel.