Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Heinrich Langethal in Keilhau v. 25.2./26.2.1834 (Willisau)


F. an Heinrich Langethal in Keilhau v. 25.2./26.2.1834 (Willisau)
(UBB 3, Bl 5-6, Brieforiginal, 1 B 8° 4 S.)

Willisau am 25en Tage im Monat der Klarheit (Febr) 34.


Es grüße Dich Gott, lieber Langethal;

Zwar erwarte ich morgen Briefe von Euch, wenigstens gewiß von Dir
und so wartete ich eigentlich mit dem Schreiben dieses Briefes bis morgen, aber
da jetzt nur die Freyzeit mein ist die ich eben besitze, da jeden Augenblick jetzt
Menschen zu mir treten können, welche mich um des allgemeinen erziehenden
Zwekkes willen ganz in Anspruch nehmen, so will ich das Schreiben dieses Briefes
doch nicht bis morgen versparen, sondern heut schon mit Dir besprechen was mög-
lich ist. Aus meinen jüngsten Briefen an Euch, den letzten mit eingeschlossen, seht
Ihr wie es mit dem erziehenden Leben im Canton Luzern und Bern namentlich, doch auch
wie es überhaupt in der Schweiz steht. Die Äußerungen der heut vor 8 Tagen bey
mir gewesenen Luzerner und des Reg. Rathes Baumann abgerechnet, so regt sich zwar
hier in dem Canton kein lebendiges kein erziehendes, oder Erziehung pflegendes Lüftchen
allein ich wohne schon in einer gewissen Höhe und das Leben des Thales berührt mich weniger.
Die Schweiz besonders der Canton Luzern ist darin ein ganz eigenes Land; alles wirkt
in einer gewissen Ruhe und Stille im Volke fort, wie das Feuer in einem Kohlen-
Meiler bis es irgend wo Luft findet und die Flamme dann hervorbricht, ich fürchte
das heißt ich halte diese Stille fast noch mehr beachtens- und der Pflege werth als
das rege laute Leben, es ist mit dieser {Pflege / Stille} eine Beobachtung des neuen, fremd-
artigen erziehenden Lebens verbunden von welcher man wirklich kaum eine
Vermuthung hat, wie an einem Gegenstande aus einer andern Zone ist alles bemer-
kenswerth, so schlief ich z.B. vor einigen Tagen wegen Erschöpfung Nachmittags einige Stunden
bald trat ein Mann, nachdem ich wieder bey den Übrigen war (der Amtsschreiber)
zu mir und sagte: - ob ich von meiner 2 stündigen Krankheit schon hergestellt sey.
Anderes gar nicht zu erwähnen. Im Bernschen ist nun zwar umgekehrt jetzt ein
sehr reges und lautes erziehendes Leben, allein die Beachtung geht doch auch nicht
wieder ins Einzeln[e], so glaube ich habe ich Euch schon mitgetheilt daß der R. R. Schneider
in Münchenbuchsee zu mir sagte: - "Wir wußten es schon früher in Bern daß Fel-
lenberg
an Sie geschrieben hat."- Nun diese Aufmerksamkeit ist gut, allein sie
will gepflegt seyn, denn an die Beachtung des Unbedeutenden und Äußerlichen schließt
sich auch wohl wenn auch ungesucht und unverlangt die Beachtung des Bedeu-
tenderen und Inneren; und gerad das was uns Unbedeutend erscheint ist die-
sen beachtenden Augen ich möchte sagen eben unserer Ansicht halber bedeutend; was
uns ein Äußerliches ist, ist gerad ihnen die sie nur im Äußerliche[n] leben ein Inneres
wenigstens sind sie gleich mit Schlüssen vom Äußern auf das Innere, wie vom
Einzelnsten auf das Ganze und Allgemeine bey der Hand.- Ich sage dieß ist
nun wohl recht gut, ja sogar erfreulich und wirklich erwünscht denn an
etwas muß sich doch ihr Antheil, ihre Theilnahme, ihr Interesse wie man
sagt es nennt knüpfen, aber, aber, gepflegt, sorglich gepflegt will dieß
seyn. Darum muß ich immer und heut sogleich beym Beginn dieser Zeilen mein
schon ziemlich altes Liedlein singen: - Ich wollte Langethal Du wärst schon
hier!- Die Theilnahme im Canton Bern fordert zum Überblick zur Be- und
Durcharbeitung des Ganzen all meine Kraft; hier Willisau im Kanton
Bern f Luzern fordert die Beachtung und Durchführung des Einzelnen, des Kleinen, des
besondern ebenso mich ganz. Hier im Kanton Luzern steigt alles mehr von der Beach-
tung des Kleinen und Einzelnen empor und verallgemeinert sich; dort
im Canton Luzern Bern steigt alles mehr von der Auffassung und Pflege des Ganzen
des Allgemeinen herab, herab in das Einzelne. Darum ergänzt sich das
Leben beyder Cantone, in Beziehung auf mein erziehendes Wirken und Streben
sind sie sich ich möchte sagen gegenseitig Prüfsteine, darum ist uns die Pfle-
ge dieser Doppelleben so wichtig; denn mit dem sich schwächenden Zutrauen geringern
Festhalten meines Strebens in dem einen dieser beyden Cantone, würde sich gewiß
jetzt noch auch sich auch das Zutrauen und Festhalten in dem andern Kanton schwächen rc. /
[5R]
Die Pflege des Berner leben ist aber abgesehen von seiner Rückwirkung auf
Willisau und Luzern - abgesehen von der Bernerischen Regsamkeit für
Volkserziehung noch ganz besonders in allgemein schweizerischer Beziehung
wichtig, indem Bern, der Canton oder Stand Bern mit Eintritt des neuen
Jahres (nach der jetzt noch bestehenden Bundesacte) auf zwey Jahre eidgenös-
sischer Vorort wird.- Barop wird Dir und Euch erklären was dieß heißt.
In all diesen Beziehungen wünsche ich nun recht sehr, daß Du langethal [sc.: Langethal]
wie vor 1½ Jahren Barop als Gesandter auf einige Zeit von Keilhau hier-
her geschickt würdest und zwar ganz besonders zur Pflege des Nahen, des
Unmittelbaren, des Willisauer Lebens, allen die hier sind, die mich jetzt
hier umgeben fehlt der Blick, die Erfahrung die Kraft und darum auch der eigent-
lich unmittelbar schaffende und eingreifende Wille dafür, ob sie gleich jetzt
hier so zusammenstehen und in Übereinstimmung und Ausgleichung, Mittheilung wirken
wie noch nie, aber die Forderungen und Erwartungen sind auch groß und mit
einem tüchtigen Vorturner gehen die Übungen der ganzen Riege besser
mich zieht davon zu sehr das Ganze in mir und außer mir ab.- Es
dämmert jetzt hier wirklich ein schönes einträchtiges gemeinsames Keilhauer
Leben herauf daß ich es wohl in seiner schönen ersten Morgendämmerung recht
pflegen möchte. Der Zweck der Sendung zu welcher ich Dich jetzt hierher wünsche
ist kein unangenehmer sondern ein freudiger fröhlicher frischer.- Die Gründe
dieses meines Wunsches, dieser meiner Forderung sind gerad dieselben wie
vor nun wohl zwey Jahren, wo ich Euch auch den Vorschlag zu einer Gesandt-
schaft hierher machte, wo ich darum bat, wo ich sie forderte, nur sind jetzt
die Gründe umfassender, d.h. weiter um sich greifender allgemeiner und
noch wichtiger als dort, denn der gesäete und gekeimte Baum soll nun gepflegt
werden daß er eine schöne Krone zur Wohnung und Freude, aber auch zum
Nutzen zum Früchte bringen für viele erhalten, dazu dünkt mich ist nun eben
ein geübter erfahrener <Ponorling> - wenigstens zu nächst für die Frühlings-
zeit recht gut. Wie nun so Dein Theil Langethal zunächst die sorglichste
Pflege des Willisauerlebens wäre, so wäre mein Theil die Pflege des
Berner Lebens, der Berner Theilnahme woher h und wodurch sich mir jetzt
gar mancher wackerer ehrenhafter Mann freundlich, vertrauend und
befreundet zu wendet.
So könnten wir und ich denn auch, wenn wir so an unserer Stelle
und Statt gethan haben was unsere Pflicht erfordert, das Ganze ver-
trauend der Vorsehung in die Hand legen in Beziehung auf die Entwicke-
lung in der Zukunft. Doch vielleicht löset sich dann schon bis zum lieben
Pfingstfest vieles und der Schleyer der Zukunft lichtet sich vielleicht
uns dann schon nicht zu unmerklich.
Da in diesen Tagen, Langethal! Deine mögliche und nöthige Überkunft hier-
her unter uns besprochen wurde, so erinnerte mich meine Frau an eine
Äußerung die ich während meiner jüngsten Anwesenheit in Keilhau gethan
hatte, nemlich daran daß ich gesagt hatte es würde wohl bey Deiner einstigen
Überkunft in die Schweiz oder vielmehr zu uns in den Canton Luzern gut
seyn wenn Du vorher ordinirt würdest.- Die Gründe zu dieser Äußerung
sind wohl noch ganz dieselben wie im vorigen Jahre, und so bleibt eigentlich
auch die Sache noch ganz so wahr wie im vorigen Jahre; allein ich bin nun
auch um ein Jahr älter folglich um einen Grad überlegsamer geworden
und so erscheint mir wirklich die Sache noch etwas mehr zu überlegen zu seyn
als ich dort für nöthig erachtete[.] Solche Handlungen greifen oft mehr in das
innerste Leben des Menschen ein und nach Seiten hin, wo man es oft am
wenigsten ahnet, es fragt sich darum wirklich im höchsten Ernste und mit aller
Bedeutsamkeit: - ob eine solche Handlung nicht nachtheilig auf Deine ganze
Lebensstellung und Wirksamkeit einwirken könnte? Der Mensch ist ein
schwaches Wesen oft schwächer als er sich selbst wähnt, ich meine also
mit kurzen Worten: ob Du Dich nicht fürchtest durch die etwaige Ordination /
[6]
aus einem Schulmeister zu einem Pastor zu werden, aus einem Erzieher
nun zu einem Ermahner zu werden, aus einem allgemeinen Menschenbildner
zu einem einzelstrebigen <Castener>. Dieß wäre nun wohl die schlimmste
Umwandlung der nachtheiligste Tausch welcher Dich und uns Langethal jetzt
treffen könnte, und unserm allgemeinen menschenbildenden Streben würde dadurch
der allerempfindlichste Schlag versetzt, ein Schlag der unser Wirken in seinem
innersten Keime vernichten könnte; darum ist vor Ausübung ja vor Begin-
nung dieses Schrittes große innere und äußere Prüfung nöthig. Da Du und Ihr
drey es mit der Wahrheit so ernst und treu meint, so wirst Du, so werdet Ihr diesen
Gegenstand, wenn die Sache auszuführen wäre - gewiß vorher der gemeinsamen
Berathung unterwerfen: Es ist ganz merkwürdig welch ein Gericht die Zeit jetzt
führt wenigstens hier in der Schweiz, namentlich in den Cantonen Luzern
und Bern, so sind ganz neuerdings wieder - also seit Barops Abreise von hier - in
Bern alle Pfarrer und Geistliche als solche alles Einflusses auf die Erziehung und
eigentlichen Schulunterricht benommen; man sucht Pflege des allgemein Menschlichen
vom allgemein Menschlichen und nicht von einer Caste. Es ist ganz unglaublich
wie schneidend scharf man in dieser Beziehung hier handelt. Ob und in wie weit man
Recht hat kann Dir und Euch, vielleicht ein strenger und prüfender Blick in die Euch selbst um-
gebenden Schulinspectionen und Superintendenten Wirksamkeit lehren.
Da ich mich nun offen darüber ausgesprochen habe überlasse ich das Ganze Eurer
Berathung. Der Grund und die Veranlassung warum meine Frau diesen Gedanken wieder
aufgenommen hat ist die Confirmation von Ludowika, doch wäre dieß - da es schwierig
in Huttwyl auszuführen ist, vielleicht auch so einzurichten daß, nachdem Ludo-
wika hier zur Confirmation vorbereitet wäre, die Confirmationshandlung
bey ihrer Rückkehr nach Berlin, vorher in Keilhau, d.h in Eichfeld geschähe.

Mittwochs am 26en Fbr. Nachmittags 2 3/4 Uhr.
Was ich gestern vermuthete ist heut sicher eingetroffen. Kaum waren Eure Briefe vom
18en und 19en Mit dem Postzeichen Rud. den 18n u Rud den 19n zugleich (:dieß könnt Ihr Euch
bey wohl merken:) ohngefähr eine Stunde bey mir eingetroffen, so daß ich keine Zeit
gehabt hatte sie selbst einmal zu lesen und meiner Frau mitzutheilen so kam
auch schon der Herr Pfarrer aus Huttwyl zu mir, um mir einen der Expectanden
zu den Vier Schullehrer Zöglingen welche das Erz. Dep. von Bern hierher schicken
wird - vorzuführen. Und so war durch unzählige Mittheilungen, wovon kaum
das wesentlichste nur eben flüchtig berührt werden konnte bis jetzt ein Anfang
genommen und so habe ich kaum noch eine Stunde bis zum Postenabgang und doch
drängt alles so.- Ja es ist jetzt hier ein ganz anderes Leben als bey uns
in Deutschland, auch sogar um vieles noch reger als da Du Barop hier warst.
In Bern ist jetzt reges Blut und der Herr Pfarrer in Hutwyl ist ein selten
günstiger und glücklicher Vermittler zwischen mir und dem Berner Leben
so z.B. habe ich ihm meine Grundlinien über Armenerziehung - die Ihr nun von
Ferdinand <abstereotypisirt> empfangen haben werdet, so zur privat[en] Einsicht
mitgetheilt; so wie er sie gut befunden hat, hat er sie gleich einem andern
seiner Geistlichen Freunden mitgetheilt; da auch dieser sie gut gefunden so hat er nun
die Absicht sie am 5en März wo eine Prediger Zusammenkunft bey eben seinem
jetzt gedachten Freunden ist - dieser Versammlung entweder im Auszuge oder ganz
mitzutheilen. Für andere seiner Collegialen Freunde hat er sich einige Exemplare
der Grundzüge mitgenommen. Ihr seht also die Schweiz ist jetzt kein todter stehend[er]
See für erziehende Gedanken, sondern ein sich munder [sc.: munter] bewegender
und klärender Bergstrom. Langethalen wird das Leben wohl thun
denn im lieben Deutschland drischt man doch sichtbarlich etwas gar zu vieles
taubes Stroh. Doch will ich damit nicht zu viel gesagt haben sondern zunächst
weiter nichts als - in Beziehung und zur Beantwortung Eurer heute
erhaltenen Briefe vom Ganzen und von Dir Langethal im besondern -
daß wenn Du Langethal noch nicht abgereisest bist
Du nun durch die Forderungen der gesammtverhältnisse [sc.: Gesammtverhältnisse] bestimmt
in Gottes Namen Deinen Wanderstab so bald ergreifen kannst als /
[6R]
die gesammten Verhältnisse nur immer erlauben. Gott schenke Dir nur so
klares fröhliches Wetter als wir uns in diesen Tagen erfreuen, dann hoffe
ich Dich noch vor 4 Wochen hier zu sehen.- Schreib uns gleich dessen Ab-
reise und Du Langethal selbst schreibe mir z.B. von Ulm aus.- Barop wird
Dir schon Reisenotizzen geben[.]- In Hitzkirch am Baldeckersee [sc.: Baldeggersee] kehre beym Wirth
ein Barop wird Dich schon vorher mit ihm bekannt machen. Ich dächte es wäre gut
wenn Du auch in Zürich mehrere aufsuchtest Nägeli - und vor allem Prof[.]
Schnell
den Juristen u.s.w.
Was ich über Ordination schrieb tritt nun so einstweilen zurück, doch
kannst Du Dich wenn es die Gelegenheit giebt unterrichten was deßhalb
wenn es einmal auszuführen zweckmäßig wäre deßhalb von uns aus
noch in Hinsicht der Kosten wie Hinsichtlich des Gesuches geschehen müßte.
Jetzt nun vor allem zu Deiner geliebten Ernestine, Deiner treuen Frau.
Langethal! Nach ernster Überlegung mit der Meinigen müssen wir es doch
gerathen finden wenn Ernestine vor der Hand noch in Keilhau bleibt;
Wir alle behalten dadurch das Leben mehr in unserer Gewalt. Sie kann
still alles nach Möglichkeit zur Abreise in Ordnung bringen, so daß sie wenn
es gefordert wird dann auch spätestens 14 Tage nach dem Ausspruch abreisen
kann. Bis Pfingsten entscheidet sich hoffentlich vieles klar. Und um ganz
auf [sc.: aus] der tiefsten Seele meine Überzeugung aus zu sprechen für Dich Langethal
und für Deine Ernestine ist es gut wenn jeder von Euch einmal einige Wochen und
seyen es auch wirklich einige Monate - (:mehr würden es nach den jetzt
obwaltenden Umständen nicht werden:) sein Leben ganz für sich lebt.-
Nach meiner tiefsten Überzeugung ist dieß stärkend für den ganzen Menschen
jeder bekommt so sich erst recht selbst und recht den andern, darum trennt
Euch mit Freudigkeit und der frohen Hoffnung des baldigen Wiedersehens.-
Gott stärke Euch dazu.
Du Langethal reise dann nach Umständen so als sey nun eben auch
das Reisen Dein Zweck, wie dieß glaub ich Barop glücklich thut.
Gut da fällt mir eben etwas ein. Mehrere sind über Constanz gereiset
und von Constanz dann vor nach Schaffhausen ich glaube die Reise ist nicht
so gar viel [länger] nun und [man] soll sehr viel reisen. Wenn Du den r Reiseplan so
einrichtest könntest Du meinen Gruß an <Wessenberg> - welchen ich dem Ba-
rop mitgegeben habe diesem persönlich überbringen. Überhaupt Lange-
thal versorge Dich mit den nöthigen Reisedokumenten d.h. Belegen {für / von[}]
unser Leben; vergiß aber auch mich nicht d.h. die gewünschten
deutschen Blätter in welchen durch Leizmann rc. über hier rc. gesprochen worden
ist. Auch bringe mir noch einige wenigstens 3 Ex. aus der Schrift
über deutsche Erziehung mit, eben so 3 bis 6, von der ganz kleinen nur
12 Seiten starken Die Keilhauer Erziehungsanstalt betreffend, dann bringe
mir eines von den beyden PrachtExemplaren der Erziehungskunst, auf
starkem
Velin Papier mit, es liegt in dem Schranke rechts oben in
der sogenannten Stube von Felix, d.i. die unter deren Fußboden die
Sperlingserziehungsanstalt Felixens ist. Diese Abdrucke sind zwar einge-
schlagen aber zeichnen sich durch ihre Dicke aus.
Jetzt schlägt es 3 3/4 ich muß schließen. Wir gedenken hier jetzt schon
ChristianFriedrichs Geburtstag - die Mutter wollte, die seiner immer
liebend u treu gedenkt ihm heute schon einen Beweis davon schicken,
doch der Besuch hat sie abgehalten. Möge er solcher Liebe und Treue durch
besten Vorsätze an seinem Geburtstage welchen aber auch ein ent-
sprechendes Leben folge immer mehr würdig seyn, werden u bleiben,
Gott segne ihn von Vater u Mutter.
Fällt mir noch wichtiges ein so schreibe ich noch bis Sonnabend. Du Lange-
thal brauchst jedoch bis zur Abreise auf keinen Brief von mir mehr zu warten. /
[Nachschrift am Rand von 6R/6V:]
Geht es an Langethal so laß Deinen Paß auf ein Jahr stellen, nicht daß Du eben gleich so lang hier bleiben sollst aber es ist gut, geht dieß
aber nicht an so laß ihn doch auf die möglichst lange Zeit ½ oder ¼ Jahr aus stellen. Her[z]liche Grüße von allen Euer FrFr.