Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Philipp Emanuel von Fellenberg in Hofwyl v. 3.3.1834 (Willisau)


F. an Philipp Emanuel von Fellenberg in Hofwyl v. 3.3.1834 (Willisau)
(In BN 423, Bl 1, hier: 1R a) dat. Entwurf 1 Bl 4° 1 S.; Vorderseite des Blatts enthält Br. an denselben v.
26.1.1834. b) Brieforiginal, Burgerbibliothek Bern, FA v. Fellenberg 167, Friedrich Fröbel, 3.3.1834: 1 Bl 8°gr 1 S.)

a) Entwurf

Willisau am 3 März 1834


Ew. Wohlgeborn

      ersuchte ich in meiner Erwied[erung] auf Ihre erste ehrende Zuschrift
mir im Fall Sie sich über die Ihnen dort ausgesprochenen Schwierigkeiten in Bezieh[ung] auf den in Frage stehend[en] Franzosen ju hinwegsetzen könnten
mich doch ja wirk davon vor dem Eintritt des jungen Menschen hierher in Kenntniß zu setzen. Dieser Anzeige Brief ist nun leider bis jetzt
nicht bey mir eingegangen (was ohne Zweifel nun mit nächstem Posttag erst der Fall seyn wird:) Wäre
nun dieser Brief bey aber, mir wie es hätte seyn müssen <  >, am Sonnabend eingetroffen, so würde ich Ihnen
gestern durch einen Expressen Bothen gemeldet haben: daß durch ein Zusammentreffen von
mehrseitigen <   > Vertrauen in hinsichtlich meiner Zeit ganz besonders meines häuslichen Raumes ich seit den jüngsten W[ochen] jetzt so
beengt bin daß ich unmögl. dem mir von Ew. Wohlgeborn entgegen
kommenden Zutrauen entsprechen kann.- Jetzt So aber hatte ich gar keine Veran-
lassung Ew. Wohlgeboren dieß auszusprechen um so we[n]iger als als die der seit mein[em] letzten
Briefe verflossene Monat mir glauben machen mußte daß S die Sache ganz abgebrochen
sey.
So sehr es mir nun mehrseitig leid thut daß, wie es scheint durch Postverspätung, dem jungen Nodler
eine vergebl. Reise gemacht worden ist, so glaube halte ich doch immer das deutsche
Sprichwort zu gewichtig der erste Nachtheil ist der geringste - zu gewichtig als daß
ich nicht lieber dieses ersten Unangenehme zur Vermeidung späten Nachth Unzufriedenheit vorziehen
sollte.
Genehmigen Sie wiederkehrend pp

b) Brieforiginal

Herrn Director Fellenberg in Hofwyl.

Willisau am 3en März 1834.


Ew: Wohlgeboren

      ersuchte ich in meiner Erwiederung auf Ihre erste
ehrende Zuschrift, im Fall Sie sich über die Ihnen dort ausgesprochenen Schwie[-]
rigkeiten in Beziehung auf den in Frage stehenden jungen Franzosen hinweg
setzen könnten mich doch ja vor dem wirklichen Eintritt desselben in Kenntniß
zu setzen. Dieser Anzeige Brief ist nun leider bis jetzt nicht bey mir einge-
gangen /: welches nun ohne Zweifel erst mit nächstem Posttag der Fall seyn
wird:/ - Wäre nun dieser Brief aber wie es hätte seyn müssen, am
verflossenen Sonnabend bey mir eingetroffen, so würde ich Ihnen gestern
durch einen Expressen gemeldet haben; daß durch ein Zusammentreffen von
mehrseitigen Vertrauens hinsichtlich meiner Zeit und ganz besonders meines
häuslichen Raumes ich seit den jüngsten Wochen so ganz beengt bin, daß ich
unmöglich dem mir von Ew. Wohlgeboren entgegenkommenden Zutrauen
entsprechen kann; so aber hatte ich gar keine Veranlassung Euw. Wohl-
geboren dieses auszusprechen, um so mehr als der seit meinem letzteren
Briefe verflossene Monat und mehr, mir glauben machen mußte, daß
die Sache ganz abgebrochen sey.
So sehr leid es mir nun mehrfach thut, daß, wie es scheint durch Post[-]
verspätung dem jungen Nodler eine vergebliche Reise gemacht worden ist
so halte ich doch immer das deutsche Sprichwort: erster Nachtheil, geringster
Nachtheil - für viel zu gewichtig, als daß ich nicht lieber dieses erste Unan-
genehme zur sichern Vermeidung späteren Unzufriedenheit vorziehen sollte.
Genehmigen Ew: Wohlgeborn wiederkehrend die Versicherung
ausgezeichneter Hochachtung mit welcher ich mich Ihnen
ganz ergebenst empfehle.

Friedrich Fröbel