Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an das Erziehungsdepartement der Republik Bern in Bern v. 2.5.1834 (Willisau)


F. an das Erziehungsdepartement der Republik Bern in Bern v. 2.5.1834 (Willisau)
(Brieforiginal StAB: BB III b 1928, ed. Geppert 1976, 50-51)

Die Herren Primarschullehrer Johann Staub in Heimenhausen, Kirch-
gemeinde Herzogenbuchsee, und Johannes Lehner in Kermenried, Kirchge-
meinde Kirchberg, haben sich zwey volle Tage in der unterzeichneten Er-
ziehungsanstalt aufgehalten und an dem Leben und Unterrichte während der-
selben in der Doppelabsicht Antheil genommen:
einmal und zuerst, ob ihre Fortbildung für ihren Beruf dadurch gefördert
werden könnte,
dann aber auch, um privatim anzufragen, ob sie beyde unter die Zahl der
von Seite des Tit. Erziehungs Departements und der resp. Hohen Landesregie-
rung der Rep. Bern hier zu unterhalten bestimmten Schullehrerzöglinge auf-
genommen werden könnten.
Da jedoch der von meiner Seite übernommene Bildungskurs für die gedachten
Schullehrerzöglinge schon mit Anfangs des vorigen Monats begonnen hat, wir
auch in demselben bereits zu weit vorgerückt sind, und mir durch den Drang
meiner Geschäfte nicht gestattet ist, diesen Curs in diesem Halbjahre zu wie-
derholen; so ist es mir nicht möglich dem Wunsche der beyden Herren Pri-
marschullehrer zu entsprechen und sie in diesem jetzt begonnenen Bildungs- /
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kurs aufzunehmen und eintreten zu laßen. Uebrigens hätte ich sie sonst wohl
nach ihrer wirklich regen, geistigen Theilnahme an unserem gesammten Er-
ziehungsleben in diesen zwey Tagen dazu ganz geeignet gehalten.
Auf bestimmtes Ansuchen gedachter beyder Herr Primarschullehrer bezeuge
ich ihnen solches gern der Wahrheit gemäß.
Willisau im Canton Luzern am 2ten May 1834

Friedrich Fröbel, als Vorsteher
der Willisauer Erziehungsanstalt.