Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Wilhelm Clemens in Keilhau v. 21.5.1834 (Willisau)


F. an Wilhelm Clemens in Keilhau v. 21.5.1834 (Willisau)
(Brieforiginal 1 B 8° 4 S. priv. Prof. Dr. Hans-Rudolf Wiedemann, Kiel, ed. mit Reinschriftfacsimile Wiedemann 1983, 108-115)

Willisau am 21en May 1834.


Mein lieber Wilhelm.

Deinen [sc.: Deinem] Bruder Christianfriedrich habe ich zum Dank für sein liebes
Briefchen etwas von den Vögeln geschrieben, weil er sie vorwaltend
gern beachtet und pfleget; Dir will ich zum Dank für Deine freundlichen
Zeilen an mich etwas von den Pflanzen schreiben, da Du Dich zu meiner Freude
vorzüglich der Beachtung und Pflege derselben hingiebst.
Mir, mein lieber Sohn, gieng es in meiner Kindheit und Jugend nicht so
wohl wie Dir, daß ich in der Zeit meines beginnenden Nachdenkens, also in der
Zeit des beginnenden Wissens von mir selbst mit mehreren meiner Brüder
oder auch nur mit mehreren Genossen herauf leben und so gleichsam mein
Leben mit ihnen leben, mein Leben in dem Spiegel des ihrigen sehen konnte.
Der Mensch muß aber, eben weil er Mensch ist, etwas haben mit welchem
er thätig, empfindend und denkend lebt, in welchem er sein schaffendes, ge-
staltendes, sein empfindendes und fühlendes, sein beachtendes und denkendes Leben
gleichsam in einem Spiegel siehet; dieses gemeinsame und wieder- und gegenspieg-
elnde Leben ist für die Kindheit und Jugend des Menschen überalles wichtig, ist
für sein ganzes künftiges Leben, bis in sein spätestes Alter und man mag bestaunen
wie weit hinaus in seinem ganzen geistigen und seelenleben um so wichtiger
als die gemeinsamen und wieder- [sc.: wider] und entgegenspiegelnden Kindheits- und
Jugendleben[-] Genossen in sich selbst klar und rein sind und ihr leben ein in sich sinniges und vollkommenes ist. Wie ich Dir schon aussprach, so mangelten mir
in meiner Kindheit und Jugend solche stetig mit fortlebenden Lebensgenossen nament-
lich von meinen Geschwistern und ganz besonders in der Zeit des erwachenden Selbst[-]
denkens. Wie aber der Vater im Himmel den Kindern wenn sie nur auf das Leben auf-
merksam sind und desselben sinnig beachten alles reicht was sie
zur Entwickelung besonders ihres innern, ihres geistigen und Gemüthslebens
bedürfen, so wurde auch mir schon frühe was mein Geist und Gemüthe be-
durfte, wenn ich es auch dortmals, wie es uns Menschen oft geschiehet, gar
mannigmal nicht einsahe. So war auch des Vaters Haus, so wie es in einem
Dorfe hoch auf dem Thüringerwalde noch immer auch von Dir gesehen werden kann -
rund um von Hof und Gärten, Gras- und Obstgärten, Gemüß- und Blumengär-
ten umgeben, und der Hof selbst war wieder wie Du es auch in Keilhau siehest
mit dem Garten verwandt. Da fand ich denn gar bald unter den mancherley
Pflanzen Lebens- und Spielgenossen und, was ich dort noch gar nicht wußte,
auch Lebensspiegel. Zwar wußte ich dasselbe dortmals nicht, aber ich ahnete es
eben so tief als sicher, so lebendig als beständig. Wenn ich mich jetzt in meine frühe[-]
ste Jugend zurück denke, so kann ich mich noch einer gar sehr großen Menge von
Blumen und Gewächse[n] erinnern welche eine ganz bestimmte anziehende
Kraft auf mich ausübten und ich sehe noch die Stellen und die Umgebungen
in welchem sie standen, so zogen unter andern auch die in abgeschiedenheit und
namentlich an den dürren Mauern zwischen harten, weißen Kalk und grauen
Steinen wachsenden grünen aber stets blumen- und blüthenlosen Pflänz-
chen meine Aufmerksamkeit auf sich oft habe ich sie wie ein Räthsel be-
trachtet und immer von neuem betrachtet, aber ich konnte nichts von ihnen
vernehmen. Auch uralte große Bäume, Linden welche in der Nähe unseres
Hauses und Gehöftes standen [habe ich] sinnend betrachtet, und wenn ich mir jetzt
das Gefühl deute, mit welchem ich in ihre großen, vollen, schattigen und
zu Zeiten süß duftigen Kronen schauete, so war es mir als schaute ich
einem alten erfahrenen Greis in sein sprechendes Angesicht und auf seine
leuchtende Stirn, oder als schauete ich in eine ganze Welt, in einen
Himmel von Knospen und Blättern und Blüthen hinein; da kamen mir dann
die Vögel hier ganz namentlich der Fink, und die Meise gar keck und /
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und zu beneiden vor, daß sie in dieser großen Welt hin- und herhüpften, sich
jagden und fingen und den Schnabel wetzten als wären sie hier in ihrem Hause.
Mehr noch als die blumenlose Mauerraute und als die blüthenduftige dicht-
belaubte Linde zogen mich aber die Blumigen Pflänzchen und hier vor allem ein
rosig blühendes an, welches sich munter und frisch unter anderm Gesträuch am
Zaune eines unserer Gärten im kühligen Schatten hervorwuchs. Immer wieder[-]
kehrend kam ich zu diesem kleinen Blümchen zurück, es gieng mir d mit diesem Blüm-
chen, wie es mir später im Leben wohl mit Menschen ergieng: - immer war es mir als
müßte ich in diesem Blümchen etwas ersehen, erlauschen, als müßte ich von ihm etwas ver[-]
nehmen, hören und doch sahe ich immer nicht mehr und nicht minder als ein einfachs
rothes still blühendes zartes Blüthchen mit einem kleinen Kranz goldener Perlchen und einem
hellen Punkte in der Mitte, wie {der Stern / die Seh'[}] in dem Auge, auch blickte mich
das Blümchen immer wie ein freundliches Auge an und ich meinte in eine unendliche
Tiefe zu schauen; so zog mich die Sehnsucht viele Jahre zu diesem Blümchen, von welchem
ich kaum die so schönen Streifen der Kronenblätter, noch weniger aber die Zahl
der letzteren bemerkte, so sehr vergaß ich über den Innern was wie ich von
dem Blümchen zu hören hoffte, das Äußere.
Jenes Blümchen heißt Rubrechtsgeranium (:Geran: Robertianum:) Du w[eiß]t daß man unsren Hof in Keilhau auch "Bey Ruprechts" nennt.-
Aber es dauerte noch gar manches
Jahr ehe ich das Blumenleben und die Blumensprache, eigentlich sollte ich sagen
Blumenrede verstand, denn ich hörte immer nicht die Rede, im Thau, das rege Leben
im stillen Thau, doch einmal, ja! einmal da wurde die Ausdauer belohnt: -- in
den goldenen Knöpfchen, sahe ich goldlockige Engelsköpfchen; jeder derselben
rief leise, leise dem andern zu: "Stehe auf! stehe auf! Steh' auf!" Und nun
fiel es mir wie Schuppen vom [sc.: von den] Augen: Mein rosiges Blümchen war wie ein Ge[-]
zelt oder eine Laube aus Morgen- und Abendroth gewebt; die schönen Streifen
waren wie die Strahlen einer noch tief verborgenen aber hellleuchtenden
Sonne; in dieser Laube erkannte ich die Engel der Eintracht, der Liebe, des Fleiß[es],
der Treue, der Mäßigung, der Dankbarkeit, der Sparsamkeit, der Freude
der Unermüdlichkeit, des Friedens. Da hörte denn jeder den ununterbroche[nen]
stillen Ruf des anderen und jeder stand auf und alle kamen und brachten ihr[e]
Gaben und legten sie nieder in der Mitte, in dem Seh- u. dem Stern- in dem
Herzpunkte wie in einem Lebenspunkte. Als nun aber Herz und Leben erfüllt
war von all den herrlichen Engelsgaben, da begann in demselben neues reges
Leben; der äußere Festtagsschmuck wurde ab- und gleichsam das Gewand des
Arbeitstages, das unscheinbare oft erdfarbige wurde angelegt, wie
auch die Sonne während ihres Arbeitstages das Rosige Gewand der Morgen-
und Abendfeyer ablegt und die Erde in ihrer Erdfarbe zeigt; doch der Abend
kommt, die Erde erhebt ihr duftiges Lockenhaupt, die Sonne schmückt sich
mit Roth zur Abendfeyer, so erwächst in dem Herzpunkt
alles Mannigfaltige zu und in einem einigen Lebenspunkt wieder geeint, in dem Mannigfaltigen das Eine Einige gefunden und erkannt habend
der gewürzig
duftige Saame aus demselben die rosenwangige Frucht. Siehe! nun mein lieber
Wilhelm, mein sorglicher Blumen- Blüthen- Gewächs[-]
und Pflanzenpfleger! mein getreuer Gärtnerlehrling!, nun ist mir alles
klar: meine unendliche mir nicht zu deutende Sehnsucht mit welcher
ich als Kind, Knabe, und Jüngling die Blüthen, Pflanzen und Blumen
betrachtete ist mir nun erfüllt, hat sich mir nun als Mann gelöset:
- Die Blumen sind das stillste, klarste, reinste heiligste Bild ächten
Menschenlebens! - siehe die rosigen Blätter fallen ab, wenn sie das
Zarte mannigfache Leben gleichsam damit es Raum, Ruhe und Zeit finde -
geeint hab [sc.: hat]; die Engel schwinden wenn sie Gutes geweckt haben, dieß
wie wenn Menschen schwinden, sterben, werde welche den Trieb des
Guten in den Herzen der Menschen geweckt haben; jenes wie für den
Knaben und den Jüngling oft auch noch den werdenden Manne die gün-
stigen sammelnden Lebensverhältnisse finden, wo er des Lebens Mannig-
faltigkeit zur höheren LebensEinheit hätte verknüpfen sollen und
können; wohl ihm wenn er dann that wie die Engel und der Herz- und
Lebenspunkt in der Blume. Seit mir nun das Verständniß des
Blumenlebens gekommen ist, habe ich dasselbe auf verschiedene Weise /
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in den mannigfaltigen Blumen dargestellt und ausgedrückt gefunden;
Bald theilen sich mehrere Engel in ein Geschäfte nach den verschiedenen
Seiten hin, dann erscheint das Ganze wie Ein wogendes Lebensmeer, bald
eint ein Engel viele Geschäfte in sich z.B. Friede Freude, Eintracht - Liebe
Treu Dank u.s.w. Dann sieht eine solche Blume aus wie eine stille kleine
häusliche Familie. Gar vieles könnte ich Dir nun mein Wilhelm! noch
von den Blumen und den Blumenleben erzählen was mir seit jener
Zeit als ich die Engel zum erstenmale erkannte kund wurde und täglich
noch kund wird; doch Du erschauest es nun lieber selbst und mit Deinen
eigenen Augen, Herz, Gemüth u Geist, dieß ist auch das Beste, denn dadurch
nur wird einem erst alles recht lebendig klar und wahr.- Ich sagte
Dir oben daß es mir später im Leben mit einigen Menschen wie mit den
Blumen mir in der Jugend ergangen ist. Wie ich Dir nun jetzt von den
Blumen schrieb und mir alles so klar und wahr wurde; da wollte ich
Dir denn am Ende die Hoffnung aussprechen: daß es mir mit jener Men[-]
schen Leben wohl auch noch so ergehen würde, wie mit dem Leben jener
Blumen was mich so lang sehnend anzog und doch mir unerklärbar, nem[-]
lich daß mir wohl auch davon noch einst der Grund einsichtig werden
werde. Doch indem ich alles jetzt zu Ende schrieb ist mir das einst
zum jetzt und die Hoffnung zur Wirklichkeit geworden: - Wie das Blu-
menleben ein Stilles Bild des reinen Menschenleben ist, so kann, so soll das
Menschenlen Leben eine klare Darstellung des stillen Blumenlebens seyn;
die Ahnung, die Hoffnung daß es wirklich so ist; die Hoffnung und Sehnsucht daß
es wirklich so erscheinen möge, war es, so weiß ich nun was mein
Gemüth so gewaltig zu Blumen und zu Menschen zog.-
Aber noch eines mein Sohn! will ich Dir noch erzählen, was mich auch
die Blumen lehrten, freylich nicht in flüchtiger Betrachtung aber doch nach
[l]anger treuer Lebens- und Blumenbeachtung. Dein Herz und Gemüth,
Dein kindlicher Sinn hat sich gewiß auch schon oft mit mir und vielen an-
deren der rosigen, nein! der hoch purpurnen Fühlfäden und des golde-
nen Staubes der Haselblüthen im Monat des nur kaum heraufdämmern[-]
den Frühlings erfreut. auch die weißgewandige wie <reinherzige> Birke,
die dunkelschattige und starkduftige Erle, die hochemporstrebende Tanne
Ficht[e] u.s.w. die Hunderte von Menschengeschlechtern überlebende Eiche
und noch vie[le] andere Bäume rc zeigen dieß. Lasse Dir wieder sagen
was mir mildes und starkes zugleich davon vertrauenden [sc.: anvertrauten]: - die
purpurfädigen und die goldstaubstreuenden unter sich weit getrennten
Blüthen gleichen dem zart und feinsinnigen Gemüthe und Herzen und
dem Weißheit und Wahrheit streuenden Geiste durch weite Räume und große
Zeiten unter sich und von einander entfernt; der weite Raum,
die große Trennung durch Zeit verhindert es nicht der klare und wahre
Geist findet doch endlich durch Raum u Zeit, durch Trennung in Raum
und Zeit sein Gemüth, das Gemüth welche seine Wahrheiten, seine
Lehren, von andern nur für Staub, wenn auch für goldigen Staub - ge[-]
halten in sich zu einer Frucht, zur einen Lebensfrucht, zu einem Lebens[-]
kern - wenn auch für manche eine Harte Nuß - doch einen süßen
Kern in sich verschließend, in sich aufnimmt. Das Gemüthe sagt zum
Staub: steh auf und der Punkt das Herz eines neuen Lebens er-
wacht.- Siehest Du leh mein Sohn! so lehren uns die Blumen und
die Bäume: - Verwandte Geister und Gemüther trennt keine Zeit
und kein Raum, das verwandte, liebend und treu und dankbar
verwandte Gemüthe kann durch Zeiten und Räume pflegend zur
einigen Lebensfrucht alle die Wahrheit in sich aufnehmen was welche der
denke[nde] Geist wie goldenen Staub in den Raum in die Zeit
in den alles umschließenden Himmelsäther hinaus streuet.- So /
[2R]
sammle auch Du mein Sohn! still, sinnig und einigend in Deinem empfäng[-]
lichen Jugendgemüthe die Lebenswahrheiten welche von dem menschlichen
Geiste in Deiner Nähe oder Ferne in der Gegenwart ausgestreut
werden oder in der Vergangenheit schon ausgestreuet wurden
zu einer einigen süßen und milden, ächten Lebensfrucht[.]
Du siehest aus diesen Mittheilungen, welche ich Dir durch die Zeit gedrängt
ohne langes Ordnen niederschreiben muß wie sie mir vor die Seele
treten, - Du siehest daraus daß mit mir Menschen und Gewächse gleich-
sam immer Hand in Hand durchs Leben gingen, und sich mir Menschen- und
Gewächsleben gegenseitig erklärten und mir das meine, mein eigenes
Leben mir aufschlossen und gestalteten, gleichsam blühend und fruchtend
machten; darum will ich Dir, weil es der Raum und hoffentlich auch
noch die Zeit gestattet, Dir noch etwas von den Blumen erzählen, und daß
es bey gewissen Gemüthswahrnehmungen und Erscheinungen gar lang
dauert ehe man dafür die Bestätigung oder den Schlüssel bekommt.
Einmal in meinem Leben lebte ich sehr glücklich: an reinen hochsinnigen
Menschengemüthe konnte sich das meine klären und emporranken
und durch das klare Auge schauete ich das unendliche und einige Leben
der menschlichen Seele und ahnete und empfand das der meinen.
Da trennte das Leben, wie Dir die Knospe am Zweig zeigt, daß
neu hervortreibendes Leben und Trennung immer verbunden sind.
Wie es nun in meinem eigenen persönlichen Leben war, so war es auch
-, wie mir dieß schon gar oft begegnet ist - auch gerad in der Natur
auch in der Natur trieb und blühete alles als ich eine neue Lebensreise
machte; es begegneten mir darum viele Blumen und ich begegnete vielen
da begegnete geschahe es mir einmal - es war als ich von der Wartburg
über die Hohe Sonne so heißt es glaub ich nach Wilhelmsthal gieng, wie
ich durch in einen schönen Wiesengrund den ein klarer Bach durchfloß trat, -
als wenn die Augen der Menschen die ich zurück gelassen tausendfach
vervielfältigt mir mit ihrem tiefen und seelenvollen Lebensblick
entgegenschauten. Seit jener Zeit ist [mehr] als ein Jahrzehend verflossen
und jetzt bin ich in der Schweiz; da lehren mir denn die schweizeri-
schen frommen Naturkinder daß jenes Blümchen Muttergottes
Auge
von ihnen genannt werde; das heißt das Auge der Maria
der Mutter Jesu. {Bey Barops Familie / in Barops Stube} siehst Du ja ein schönes klares Bild
von ihr und das Blümchen umblühet Dich ja auch nun
kannst Du ja selbst vergleichen und ist nicht Maria das Urbild eines
stillen alles Hohe und Göttliche in sich bewegende[n], Gottvertrauenden und
Gottvertrauen pflegenden Gemüthes. Siehest Du, so hat auch die
Erscheinung im einzelnen und persönlichen Leben einen tieferen und
allgemeineren Sinn und solche Bedeutung. Was ich einzeln erkannte
war längst schon vom frommen einfachen Gemüthe empfunden worden. Wir
nennen das Blümchen Ehrenpreis - ich nannte es dort anders - aber viel
schöner hatte es lange Zeit vorher schon das im Kleinsten das höchste sehende
kindliche Gemüthe genannt {(Mutter Jesu Auge / Mutter Gottes Auge} denn was kann
seelenvoller seyn als das liebende, liebendpfle-
gende Auge {der / einer}, Mutter und gar der Mutter Jesu[?]
Ich wollte Dir noch manches von Blumen erzählen doch die Zeit
dazu ist längst verflossen und auch fast der Raum.- Du wirst nun
auch von meinen Blumen die mich jetzt umblühen etwas hören wollen; da
ist denn die Rose die treueste und stetsblühende; dann auch das feurig
blühende Geranium, was ich einmal von Vernichtung errettete; endlich blüht
mir auch jetzt die häusliche süßduftige Reseda.- Die Cactus Deines Bruders
vom vorigen Jahr sind fortgekommen; der Rosencactus hat eine Blüthe.
Nimm diesen Brief und theile ihn mit als Blumen- und Lebensbrief auf
Blumen- und Lebens briefe. Mit Blumensinn und Vaterernst Dein
Friedrich Fröbel

Sage Denen welche meine Blumen in Keilhau pflegen, besonders denen die sie um Lohn pflegten, meinen Dank. Es ist mir dieß eine der schönsten Freuden.