Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an die >Keilhauer Gemeinschaft< v. 24.5.1834 (Willisau)


F. an die >Keilhauer Gemeinschaft< v. 24.5.1834 (Willisau)
(KN 47,12, Brieforiginal 1 ½ B 8° 5 ½ S., zit. Heerwart 1905, 98f.; zit. Halfter 1931, 704. - Der unter Nr.10 u. 16 erwähnte Brief an Christian Friedrich Clemens ist der v. 21.5.1834.)

Willisau am 24en Tage im Mon des bl. Lebens (V) 34.


Gott zum Gruß Euch allen, in Allem.

Euer jüngster Brief vom 16, mit dem Postzeichen Rud. 17. M.
ist zur richtigen Zeit, d.h. am 8en Tage hier eingetroffen.
Euern vorigen Brief aber habt Ihr zu spät (wie ich das Datum
und die Eil des Schreibens und das Postzeichen mit einander
verglichen schließen muß) - zur Post gesandt und so ist er
mehrere Tage (vom Mittwoch bis zum Sonnabend) in Rudolst.
liegen geblieben. Schreibt doch ja immer so daß die Briefe
noch zur richtigen Zeit d.i. wenigstens ¼ Stunde vor dem
Schlag zur Post kommen. Euch und uns nutzt dann all Euer Hasten
nichts, wir bekommen dann doch erst den Brief als komme er erst
nächsten Posttag zur Post. Briefe welche am Sonnabend von
Rudolstadt abgehen kommen gerad 8 Tage darauf wieder am
Sonnabend, wie es nun einigemal der Fall war hier an. Gleiches
fand früher bei den am Mittwoch von Rudolst abgehenden Briefen
statt.- Wenn ich Euch künftig (vielleicht in 3 Wochen) von
Burgdorf aus schreibe, so beachtet dort Abgang und Ankunft der
Briefe nicht minder genau.
Nun kurz die Thatsachen des hiesigen Lebens.
1. He. Gnüge ist am ersten Pfingstfest früh gänzlich aus der
Anstalt ausgetreten; da er seines Passes wegen eine Reise
nach Bern machen mußte, so ist er verflossenen Mittwoch
nochmals im Städtchen, ich glaube bei Dr. Barth gewesen, aber nach
meinem bestimmten Willen nicht wieder in die Anstalt gekommen,
er ist früh am Morgen, ohne viel, wenigstens nicht von mir und
meiner Frau bemerkt zu werden abgereist.
2.  Luise Herrmann wird heute Abends zwischen 7-8 von hier
abgehen, sie setzt sich in Ettiswyl auf die Diligence und geht
über Luzern, Zürich rc nach Pirna in Sachsen wo jetzt ihre
Pflegemutter Mad. Amberg lebt.
3. Ihre Stelle ist zunächst weder durch ein anderes Mädchen noch
durch eine Köchin ersetzt.
4. Meine Frau ist Gott sey Dank gesund, wie sie es seyn kann, nur
sehr schwach, doch würde sie freudig und glücklich, ja frisch und
wirklich auf ihre Weise rüstig und kräftig seyn, wenn <h> in
der jüngsten Zeit ihrem Gemüthe nur nicht zu Gewaltiges zu
verarbeiten zu gemuthet worden wäre. Sie geht alle
Morgen etwas spatzieren, was ihr bey dem jetzigen schönen, sehr
reinen Wetter sehr wohl bekommt; gestern abends war sie in
dem Städtchen und heut Morgen war sie selbst in der Metzgerey.
5. Luise Frkenbrg ist sehr reizbar; so bekam sie vorgestern
abends Brust[-] und Seitenkrämpfe, weil sie, wie sie meinte
2 Tage (für sich und Luise H:) geplättet hatte. Meine wirklich
schwache Frau leistet im Hauswesen mehr.- Man verliehrt
wenn es einem geht wie mir alles Zutrauen zum menschlichen /
[1R]
Wort und Handeln der Menschen. Wirklich weit besser steht man bey Allem
man nimmt alles ruhig und ergeben wie es kommt, als daß
man sich die Mühe giebt alles auf das Beste und Einsichtigste
zu ordnen. Denn verlassener konnte ich in Beziehung auf die
Führung des Hauswesens - (:die unermüdliche Treue und Thätigkeit
meiner wenn auch sonst schwachen Frau abgerechnet) nicht dastehen
wenn ich in das Verhältniß mit der L. Frkbg nicht einging
und hatte doch dagegen gar manche Last, ja Sorge und Hemm-
niß weniger. Mein Grundsatz ist darum felsenfest der
des viel geprüften GottesMannes: Von nun an lieber in die
Hand Gottes, der Vorsehung, als in die Hand der Menschen zu fallen
doch darüber kann man nichts schreiben nur sich mündlich und
vom Herz zum Herz kann man sich darüber aussprechen wenn
man nicht wehe thun und nicht mißverstanden werden will
denn Gott spricht ja auch durch die Rede, die Handlung das Leben
und die Einwirkungen anderer zu uns. In [sc.: Ich] rede aber auch
nur von den Reden und Handlungen der Menschen in so fern sieeh sich
derselben bewußt zu seyn glauben, und sie uns solche als sich
bewußte Handlungen hinstellen.- Von Dir Barop spricht
sich auch wieder in Deinem jüngsten Briefe, wie überhaupt
in der Erfassung der gesammten schweizer Verhältnisse, die
richtige Ansicht aus - die Menschen werden unbewußt
was sie auch reden, unbewußt zum Ziele der Mensch[-]
heit getrieben; haltet ja diese Ansicht fest und bildet
sie Euch recht klar aus d.h. werdet Ihr dagegen Eurer
und aller Eurer Verhältnisse recht klar und fürs Leben
sicher bewußt.
Ich habe Euch oft gesagt, der Mensch weiß nicht, was er redet und spricht,
allein dieß bekommt noch bey weitem größere Ausdehnung, der Mensch
weiß nicht was er doch selbst empfindet und handelt, thut; man
Muß [sc.: muß] darum leider den Menschen noch immer wie ein Kind behandeln
und dieß erschwert eben das Handeln so ungemein, macht es so un[-]
sicher da doch Kindes- und Kinderglaube und Vertrauen von ihm ge[-]
wichen ist. Wer die Reden, die Handlungen, die Empfindungen eben
weil sie in dem Menschen vor- und aus und durch demselben her-
vorgehen in das Bewußtseyn des Menschen setzt, handelt
wie ein Kind, wie ein Jüngling nur ist er selbst ein Mann
und will sich seiner Bewußtseyn seyn, glaubt sich seiner be-
wußt zu sein wie ein Thor; diese Worte haben Centner
Gewicht, ich wollte nur in Beziehung auf mich, daß ich in ihrem
Geiste wie der Fisch im Wasser lebte. Auch Ihr in Beziehung
auf Euch selbst macht Euch, Euer Handeln u Thun, Euer Fühlen
und Empfinden, Euer Denkend [sc.: Denken] u Reden klar, damit Ihr für
Euch selbst sicher und gewiß werdet; wo Euch aber das erste
nicht gleich möglich ist, da haltet wenigstens Euer Handeln
und Empfinden und Denken unwandelbar fest; es wird
Euch dann nicht allein zum Rechten u Wahren sondern zum Guten führen. /
[2]
6. Wie sich jetzt alle Verhältnisse nach allen Seiten klärten, und wenn
auch nicht alles, doch vieles Dunkle Licht wurde, da wollte denn
mit einemmale auch He. Langguth austreten und zwar - ich mag
nicht weiter darein eingehen - vor Pfingsten noch. Wir alle
einstimmig selbst Ferdinand, Frankenberg sahen ein, daß dieß nicht
so schnell und in der Mitte des Halbjahres ohne allen Ersatz ge[-]
schehen könnte. Ich sah mich genöthigt ihm seinen Paß, den er
sich in demselben Augenblick von der Polizey geholt hatte als
ich den Ferdin: zur Polizey mit der Weisung geschickt hatte, ihn
denselben nicht verabfolgen zu lassen - abzufordern.
Ich schrieb einfach hierauf an seinen Vater ob das Ganze mit
seiner Einwilligung geschähe, ob mir Langguth gleich erklärt hatte
er sey von dem Willen seines Vaters unabhängig. Dem Va-
ter sagte ich daß dem Austritt des Sohnes nichts entgegen
stehe a) wenn seine Stelle wieder besetzt b.) wenn es seines
Vaters Wille sey.- Dem Ferdinand hat er erklärt daß
er künftigen Montag über 4 Wochen (8-14 Tage auf oder ab)
hier austreten werde, weil er und wir erwarten daß
bis dahin vielleicht Frankenbergs Freunde aus Hanau ein[-]
treten. Dem Vater habe ich noch geschrieben: wünschte er mehr Persönliches
<?> auch von ihrem Charakter Leben rc zu hören, so möchte er sich an
Dich Barop wenden.- Mir erklärte Langguth, daß es mit mir
gar nicht mehr auszuhalten sey, er habe sich Mühe gegeben mich
und mein Handeln zu ertragen aber es sey ihm schlechterdings un[-]
möglich. Warum Euch aber das alte Lied wiederholend: wer
mich und meine Ansicht des Jünglingslebens kennt, wer nur kurze
Zeit Zeuge meines Zusammenlebens mit Langguth war, kann sich sagen
daß das Schreckliche und Unerträgliche meiner Einwirkung erstlich
langes geduldiges Schweigen - dann wirklich freundliches Aussprechen
endlich festes ernstes Väterliches u Männliches Wort war. Aber
der Mensch sucht immer außer sich was in ihm ist, daß er sich selbst
- er meynt in seiner Täuschung mir, gar oft entfliehen möchte
gebe ich gern zu; aber was wird es ihm helfen wenn er mir
entflohen ist? - wird er dadurch sich und der darinn bedingten
Entwickelung seines Lebens in der Zukunft entfliehen.
7. Auch Titus wollte nach Empfang der Briefe von seinem Vater
und Bruder noch im Laufe des Sommerhalbjahres austreten. Von dem
Gedanken und Wunsche - da er doch die Verhältnisse sieht - in
mir wirklich überrascht erklärte ich ihm, daß ich nicht einsähe
wie dieß vor Michaelis geschähen könnte. Er nahm dieß
nicht ganz gut auf, weil er meynte die Reisezeit fiel dann
in die Wintermonate. Freylich lag unsern beyderseitigen Äußer[-]
ungen verschieden innere Anschauung zum Grunde - nemlich
von seiner Seite der Gedanke der Rückkehr in seine jetzigen
Verhältnisse - von meiner Seite aber der Gedanke, daß er
wie sein Bruder durch und mit dieser Reise - nach der Lebens[-]
Ansicht des Vaters wohl mit großer Gewißheit - aus unserm
gesammten Leben heraus treten werde. Durch Titus Äußerungen /
[2R]
bestimmt habe ich zur Vermeidung von Mißverständnissen nun an
seinen Vater und seinen Bruder geschrieben. Die Briefe habe ich
an Titus offen abgegeben und Ihr werdet sie hoffentlich mit seiner
eigenen Lebensansicht und Bestimmung in diesem Briefe erhalten.
Ihr werdet diese Briefe lesen und dadurch das Verhältniß klarer
überschauen als ich jetzt selbst noch.- Ich habe bis jetzt gesehen
daß Titus das Ganze nicht so in sich trägt bewahrt und fest
hält, wie ich es von einem Jüngling seines Alters, seiner Reden
und seiner ausgesprochenen Empfindungen erwarte. Ich fordere
freylich immer ein in sich einiges unverkürztes und unzer-
stücktes Ganze: denn bis bin ich dem Ziele auch bis zu einer
fehlenden Haarbreite nahe und sey ich bis nach Rom schon
gelaufen um den Preis und zu erringen, so kann ich mit
leeren Händen und müden Beinen ruhig den Heimweg antreten.
Wer beym kleinsten letzten Ruck ermattet, dem ist es aber
als habe er mit aller seiner bisherigen mühevollen Anstrengung in
Beziehung auf sein Ziel dennoch nichts gethan. Jesus der mil-
deste, menschlichste u nachsichtigste aller menschlichen Erzieher
urtheilt nicht anders.
8. Ihr sehet hieraus, nun kann ich mich schon wieder auf einen
Menschen weniger verlassen; was hilft es mir denn wenn
die Menge wie Strohhalme um mich her stehet???-
Man muß sich nur in Acht nehmen daß man sie nicht zerknickt
und doch meynt und fordert jeder man solle ihn mindestens wie
eine junge Eiche, Buche oder Linde betrachten; aber ich habe ein[-]
mal im Frankfurter Stadtwald wohl mehr als 30 Fuß hohe kaum
eines Kinderarmes dicke Buchen gesehen, welche vom Sturme
oder sonst zur Erde gebeugt aus eigener Kraft sich wieder erhoben.
Aber der Mensch hat jetzt nicht einmal die Schnellkraft einer Buche
mehr ob er sich gleich gern von ihren vollen Kronen beschatten
läßt: Apropos. Barop! Die Drillingsbuchen am Surseewege grüßen
Dich. Die Krone wölbt sich wie eine Kuppel. Frankenberg sagt: "kommt
laßt uns in ihrem Schatten ruhen und eins singen[".] Ich aber sagte: vor-
wärts zum Ziel, dort im Walde gehen wir lang im Schatten.
So ist's: Die Menschen wollen sich gerne im Schatten der Kronen unserer
Drillings Eichen Buchen u Linden gütlich thun
aber forder soll es ihnen nicht so gut werden; denn am Ende
wissen sie aus Dankbarkeit nichts besseres zu thun als in den
Glatten Stamm ihre Namen einzuschneiden d.h. das innerste
Leben desselben zu verwunden.
8. Mathildens Briefchen hat mich gefreuet; allein bey aller Liebe
und Treue hätte ich ihr mehr Liebe und besonders mehr Treue
gewünscht; ihr [sc.: Ihr] werdet mich hart finden; aber was kann ich dafür
daß das was wahr ist auch so schwer ist. Langethal sagt
mir er habe ihr diese Lebensentwickelung klar gezeigt. Wohl
dem, der Liebe - Treue u Dankbarkeit - eint -[.] Ich freue
mich das [sc.: , daß] ein Lindenmayenglöckchen aus meinem Beete ihr den
Abschiedsgruß gegeben hat. Ich dachte dabey wie ein MGlöckchen bey Schaala uns einst
(wer war alles dabey?--) so vieles sagte. /
[3]
9. Vor einigen Tagen fiel mir mit einemmale eine recht schlagende
Ähnlichkeit mit einem großen Teile meiner Lebensschicksale in
Beziehung auf viele andere Menschen und einem Hauptbegegniß
der ersten Menschen im Paradiese vor. Ich hatte mir vorgesetzt
dieß Euch klar auszuführen jetzt mangelt mir die Zeit dazu, jetzt
muß mir die Andeutung genügen, aber führt Euch das Ganze aus es
ist gewiß für Euch und das Ganze für jetzt und die Zukunft wichtig
besonders auch wie eines einzelnen Menschen, oder doch einer einzel-
nen Gesammtheit Leben so vielfach in seinen Entwickelungen und
Erscheinungen Ähnlichkeit hat mit den Entwickelungen der ganzen
Menschheit und deren Erscheinungen; was ich jetzt meyne ist dieß.
Unser und mein Leben steht zu vielen Menschen in demselben
Verhältniß wie der Sage nach der Baum, der Apfel zu dem
Leben der ersten Menschen: Sie ahnen und fühlen ein höheres das
ihnen dadurch kommen soll, kommen könnte und kommen würde, wenn
sie es innerlich und geistig erfassen und festhalten würden; aber nun
kommen sie wollen essen u schmausen, im Schatten sich pflegen und gütlich
thun, da rollt der Donner in der verkannten und entweyheten Krone
nun schrecken sie auf, die Irrung ihres Innern erwacht aber in der
Selbstteuschung suchen sie die Irrung außer sich, nun sehen sie Wüste
wo sie vorher ein Eden sahen, nun schauen sie Tod, Elend, Jammer
wo sie vorher Leben, Freude und Wonne sahen. Alles kommt nun
so wie es im Leben wirklich kommt. Die Sage vom verlohrenen
Eden und dessen Folgen ist die Geschichte vieler in unserem Leben, so wie
überhaupt die ganze Geschichte der ersten Menschen
und unsere ganze Geschichte, die Geschichte meiner [sc.:meines] Be Strebens
zur Wiedergeburt des ganzen Menschheitsgeschlechtes gar sehr
viel Ähnliches hat und sie sich wechselseitig ergänzen d.h. er-
klären so z.B. ist wie bekannt die Anschauung und die Erfassung
der Gewächswelt, des Baumes für mein Wirken eines der
ersten Erhebungs- Belebungs- Erkenntnißmittel u.s.w.
10. An ChristianFriedrich liegt ein Briefchen hier bey[.]
11., An Wilhelm habe ich ein Briefchen von den Blumen rc begonnen[.]
Die Zeit ist aber zu kurz ich kann es jetzt nicht beenden, also Gruß.
12. Nach den Euch hier mitgetheilten Nachrichten erwarten wir
Ferdinand Bromel [sc.: Brömel] ist's es möglich bestimmt und bald.
13. Wegen Ernestinen werdet ihr [sc.: Ihr] nach den Umständen bestimmen
was das Beste ist; ich vertraue Euch auch in dieser Beziehung ganz[.]
Ich kenne Eure Meinung und Ansicht und achte sie auch nach der
Darstellung im heutigen Briefe durch Barop wieder; und ihr [sc.: Ihr]
kennt wie alles hier steht.
14. Frankenberg scheint mit Deinem Brief l. Middendorff
ganz zufrieden zu seyn. Er erwartet seine Brüder vor
ihrer Abreise nach Amerika hier, weil sie lange ihm nicht geschrieben.
15. Diese Woche war auf 2 Tage ein gewisser Dr. <Bahr / Bahn> ein Ver-
wandter von der Fr[au] Dr. Heß und so auch von Ludowika
aus Berlin hier. Also auch dorthin kommt ein Augenzeuge von hier. /
[3R]
16. Ihr erhaltet zur Besorgung
1 Brief an Dr. Leizman[n] von Lgethl. 1do von Ferdinand
1 Brief von Ferd. an Barop. 1 Brief an ChrFri[e]drich
1 Brief an He. Pfeiffer von mir 1 Brief. an Johannes von mir
1 Brief von Titus an seinen Vater.
17. In diesem Augenblick (Sonnabends ½3 Uhr) werden
3tägige Reisen nach dem Weißenstein - nach dem Napf
und nach <Saxeln> mit sämtl. Zöglingen verabredet -
Mondtags soll die Reise angetreten werden. Ob ich
mitreise und wohin weiß ich noch nicht.
An Alle Ihr Lieben und Geliebten von uns allen die herzlichsten
Grüße; Schreibt uns ja in den nächsten Wochen alle
Woche besonders sogleich als sich wegen Ferd. Brömel es
entschieden hat.
Gott behüte Euch und uns.
der Herzens- und Lebenswunsch
Eures treuen
FriedrichFröbel.

Habe ich Euch denn schon geschrieben daß ich durch die Gesammtum[-]
stände genöthigt wurde auch den Gottlieb Stähli aus Hutwyl
aus dem Zöglingskreise aus zuscheiden, daß er dann ohne
das Weitere abzuwarten, von hier fortlief, sich mehrere
Tage herumtrieb, dann endlich zu einem Bauer bey Hutwyl
oder Bürger in Huttwyl gieng (einem sehr braven Mann) aber
bis jetzt noch nicht ins elterliche Haus zurück kehrte; dort
aber wie ich höre sehr streng gehalten wird.
Du weißt des Knaben erste Mutter starb, er fiel in
die Hände der Mägde, diese fröhnten seinen Lüsten, lehrten
ihn den Vater täuschen rc rc. rc. Immer das alte Lied.
Wo ist gegen solche eingewurzelte alte Schäden dann
Hülfe?---