Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an >Keilhauer Gemeinschaft< in Keilhau v. 4.7.1834 (Burgdorf)


F. an >Keilhauer Gemeinschaft< in Keilhau v. 4.7.1834 (Burgdorf)
(KN 48,1, Brieforginal 1 Bl 4° 2 S.)

Burgdorf im Canton Bern am 4ten Tag im L. M. (m) 34.


Grüß Euch Gott.

Daß ich seit den 13n vor M hier in Burgdorf bin wißt Ihr aus meinen
Briefen so wie aus den Briefen welche Ihr später von W.- bekommen haben
werdet. So wisset Ihr auch wohl schon daß ich mit 60 und etlichen Männern
und Jünglingen von 16 bis 47 Jahren schulmeistere, im Ganzen scheint es
recht gut zu gehen und alle scheinen mich gern zu hören und mich auch
sonst lieb zu haben, d.h. es scheint als fühlten die Menschen daß wenn
wir zusammen lebten Etwas in ihnen zu leben begänne. Ich habe täglich
4 – 6 und wöchentlich circa 30 Lehrstunden. Doch darüber mehr in einem
Briefe an Emilie der zu ihren Lebensfesten bey ihr eintreffen sollte,
nun aber wohl erst in diesen Tagen von hier abgehen wird. – Wie
immer so bin ich besonders in diesen Tagen bey Euch und besonders in
der Familie Barop.
Die Hauptsache warum ich schreibe ist die: Sendet mir möglichst
bald durch Fracht
20 bis 25 auch wohl 30 Exemplare Menschenerziehung
12 bis 20 oder 25 Ex. Über deutsche Erziehung
12 bis 20 Ex. An unser Volk
Ich meine nemlich so, daß das Ganze von 1/8 bis 1/4 Ctr [sc.: Zentner] beträgt.
sendet das Ganze direct nach Burgdorf, packt es also nicht Effecten
bey welche nach Willisau gehen, ich würde nur von Basel aus
doppelte Fracht haben und es würde fast 8 Tage später hier
ankommen. Auch von der Wochenschrift für Menschenbildung könnet /
[1R]
Ihr 12 – 20 Ex beylegen; ich weiß wohl daß leider die ersten
drey No fehlen.
Verpackt und schnürt alles gut und schreibt darauf Bücher
irre ich nicht so habt ihr ja einen jungen Buchhändler zu einem
Bekannten der Euch mit dieser Art Verpackung bekannt macht:
Sendet mir alles möglichst bald. Mein Vorsatz ist Euch
das Geld alsbald zuzusenden als es bey mir eingeht ich werde
jedes Werk um 2/3 des Ladenpreises excl. das Porto verkaufen
Schreibt mir den Spediteur und empfehlt ihm die Sache zur
schnellsten Besorgung.
Ich bin jetzt auf dem Wege nach Willisau zu gehen weil
wegen einem Singfeste auf einige Tage Vakanz ist –
Zur Wochenschrift legt auch Karten bey. –
Sobald die Sachen abgegangen sind meldet es mir.
Gleich nach meiner Rückkehr von W- werde ich meinen
Festbrief – d.h. den Brief abgehen lassen welchen zu schreiben
mir Feststunden und Festtage waren[.]
Die Frauen haben recht daß meine Äußerung in Beziehung auf
<W/M>- nicht so rund wie sie dort steht an sie mitgetheilt
wünschen gar manche Zwischenglieder gehören dazu die ich
jetzt nicht mittheilen kann. Aber [wie] <immer>! Gott mit dem
welchem die Sehnsucht Schillers die Segel schwellt. ---
Eben besucht mich Dr. Gensler von Hofwyl! – Gar mancher
Hofwyler war in diesen Tagen hier. Barop merkst Du etwas. –
Gott mit Euch und mir Seegen zu Euren Festen.

Euer FriedrichFröbel.