Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Johann Ludwig Schnell in Sumiswald v. 16.11.1834 (Willisau)


F. an Johann Ludwig Schnell in Sumiswald v. 16.11.1834 (Willisau)
(BlM XXVII,4,11, undat. Entwurf 1 Zettel 4° 2 S.; StABurgdf Band 6, 1834 = Sig. B 41, S. 405-408, Brieforiginal 1 B 8° 2 S.+Adresse, ed. Geppert 1976, 319)

a) Entwurf

[38]

         Hochzuverehrender Herr!

Es thut mir gar sehr leid daß das
schlechte Wetter mir das große
Vergnügen entzogen hat Sie per[-]
sönlich bey mir zu sehen
und dieß um so mehr als
sich dann das Ganze die vorliegende Frage sehr
schnell würde mündlich
haben besprechen und bestimmt [entscheiden] lassen.
Doch soll auch in dieser Hinsicht
von mir nichts Hinderndes
entscheiden eintreten. Ich entschei-
de mich also mit auf
den 2en Vorschlage des Tit. Burger[-]
rathes ”Ob ich es noch zweckmäßig
fände den Beginn der Anstalt im Ganzen noch
etwa auf drey Monate
zu verschieben?[”] -
mit Bestimmtheit mit Ja.
Sollte Ich erwarte nun jedoch zur angemessenen
Zeit die nähere Bestimmung des Tit.
Burgerrathes, damit ich das deßhalb
nöthige dann fest anordnen kann indem ich nun ohne
definitive Entscheidung desselben die <wegen der Führung> von mir
getroffenen Einrichtungen so weit als es mir noch mögli[ch] ist von
diesem Augenblicke an ganz auf sich beruhen lassen würde
je und sogleich mit der morgenden
Post das betreffende anordnen
werde[.]
[38R]
Haben Sie die Güte diese meine Erklärung
mit der Versicherung meiner wahren Hochachtung dem
Tit. Burgerrath ergebenst zu dessen weiteren
Verfügung ergebenst auszusprechen.
Es bleibt mir nun nichts
mehr übrig
Mit vorzüglicher Hoch[-]
schätzung verharre ich -
Ihr
gz ergebenster
FriedrichFröbel

b) Brieforiginal

[405]

Hochzuverehrender Herr.

Es thut mir gar sehr leid, daß das schlechte Wetter mir das große
Vergnügen entzogen hat, Sie persönlich bey mir zu sehen und dieß um
so mehr, als sich dann die vorliegende Frage sehr schnell würde mündlich
haben besprechen lass und bestimmt entscheiden lassen.
Doch soll auch in dieser Hinsicht von mir nichts Hinderndes ein-
treten. Ich entscheide also auf den zweyten Vorschlag des Tit. Bürger-
Rathes:

"Ob ich es noch zweckmäßiger fände, den Beginn der Anstalt im
"Ganzen noch etwa auf drey Monate zu verschieben?"-

bestimmt mit Ja!-
Ich erwarte nun jedoch zur angemessenen Zeit die nähere Bestimmung
des Tit: Bürgerrathes, damit ich das deßhalb Nöthige dann fest an-
ordnen kann, indem ich nun ohne definitive Entscheidung desselben
die wegen Führung und Leitung des Burgdorfer Waisenhauses
von mir getroffenen Einrichtungen, so weit es mir noch möglich ist,
von diesem Augenblicke an ganz auf sich beruhen lassen und sogleich
mit der morgenden Post das Betreffende verfügen werde.
Haben Sie die Güte diese meine Erklärung mit der Versicherung
meiner wahren Hochachtung dem Tit: Bürgerrath der Stadt /
[406]
Burgdorf zu dessen weiteren Verfügung ergebenst auszusprechen[.]
Mit vorzüglicher Hochachtung verharre ich
Ihr
ergebenster
Friedrich Fröbel.
Willisau
am
16en Novbr.
1834. /
[407]
(leer)
[408]
(= Außenseite des Bogens enthält Adresse:)
Herrn
Herrn Schnell, Fürsprecher
Sekretär des Tit: Bürgerrathes der Stadt
Burgdorf
gegenwärtig
in
Sumiswald. Cant. Bern.         Sehr empfohlen.