Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an die Kanzlei des Erziehungsdepartements der Republik Bern, Abt. für die Verwaltung der Landschulkasse, in Bern v. 29.11.1834 (Willisau)


F. an die Kanzlei des Erziehungsdepartements der Republik Bern, Abt. für die Verwaltung der Landschulkasse, in Bern v. 29.11.1834 (Willisau)
(StAB: BB III b 1928; Brieforiginal 1 B fol 3 S., ed. Geppert 1976, 70f. - 2 Briefe vom selben Tag an denselben Adressaten, hier wohl 1. Brief)

An die löbliche Canzeley des Tit. Erziehungsdepartement[s]
der Republik Bern,
Abtheilung für die Verwaltung der LandschulCassa, zu Bern.


Hochgeehrter Herr!

Durch einen geneigten Erlaß des Tit: Erziehungsdepartements
vom 1en Septbr d.J. erhielten die Schullehrer
Jacob Räß zu Rüdlingen,
Johann Beck zu Kleindietwyl und
Gabriel Gyger zu Münschemier; dann
durch einen zweyten geneigten Erlaß vom 15en desselben Monats
erhielt nachträglich noch der Schullehrer
Fuhrer von Heiligenschwendi
die Erlaubniß der betreffenden Behörde: sich von Beendigung des
Burgdorfer Normalcursus bis zum Anfang der Winterschulen
weiter in der hiesigen Erziehungsanstalt und unter meiner Lei-
tung auf Kosten des Staats, nach dem Maaßstabe der schon
früher von demselben derselben anvertrauten Schullehrer-
Zöglinge, - fortbilden zu dürfen.
Dieser geneigten Erlaubniß zu Folge traten genannte vier
Schullehrer gegen den 16en Septbr hier ein und blieben - einige
etliche Tage früher, andere einige Tage später austretend im
Durchschnitt bis Ende des Monat[s] Oktober, also jeder im Durchschnitt
während sechs Wochen in der Anstalt. /
[1R]
Nach dem bestehenden Vertrage nun beträgt das Erziehungs-[,]
Unterrichts- und Kostgeld u.s.w. für einen der SchullehrerBildlinge
der Republik Bern in hiesiger Erziehungsanstalt jährlich Schwzr.
Franken 304.-, giebt auf die Woche Frkn 5 2/3, macht also auf
6 Wochen für einen jeden Frken 34-; daher für die genannten
vier Schullehrer zusammen im Ganzen SchwzrFrken 136-.
Ein späteres verehrliches Schreiben des Tit: Erziehungsdeparte-
ments vom 26en Septbr ertheilt ferner den Schullehrern
Benedikt Schläfli aus Huttwyl und
Ulrich Meyer aus Gumiswyl Kirchgemein Melchnau
die geneigte Erlaubniß, an dem Unterrichte in der hiesigen Erziehungs
Anstalt während der Zeit der Herbstferien, auf Kosten des Staates
Antheil nehmen zu dürfen, so wie derselbe Erlaß denselben beyden
Schullehrern zugleich die geneigte Versicherung giebt, daß die
Kosten ihres Aufenthaltes in Willisau aus der Cassa des Tit:
Erziehungsdepartements bestritten werden sollen.
In Beziehung auf diese Zusicherung nun haben gedachte beyde
Schullehrer vom 22en Septbr an, während ohngefähr 6 Wochen
an dem Unterrichte in hiesiger Anstalt Antheil genommen, so wie
sie überhaupt während des ganzen Tages in derselben beschäftiget
worden sind. Nach der bestehenden Bestimmung nun beträgt das
Unterrichtsgeld u.s.w auf diese Zeit für jeden SchwzrFrken 8 -.; beträgt
für beyde zusammen im Ganzen SchwzrFrken -          16 -;
Die Rechnung aus dem Kosthause beträgt nach
beyliegender Rechnung für beyde SchwzrFrken -           37¼ -.
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Sonach würde der Kostenbetrag für sämtliche
sechs Schullehrer während ihres hiesigen Aufenthaltes seyn SchwzrFrken 189¼ - /
[2]
Sollte nun die betreffende Cassa die vorstehende Berechnung, wie
ich hoffen darf, richtig finden, so ersuche ich Sie ergebenst den
Betrag derselben mit SchwzrFrken 189¼.- an die hiesige
Erziehungsanstalt einzusenden, wogegen dieselbe die betreffen-
den Quittungen sogleich schuldigermaßen einsenden wird.
Achtungsvoll mich unterzeichnend
Willisau
am 29en Novbr
   1834.
Friedrich Fröbel; als Vorsteher
      der Willisauer Erz: Anst: