Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Roman Lisibach in Luzern v. 10.12.1834 (Willisau)


F. an Roman Lisibach in Luzern v. 10.12.1834 (Willisau)
(BN 544, Bl 4, hier: 4R, auf Eingangsbrief (Bl 4-5, 1 B 4°, Text nur 4V, Adresse 5R ) auf 4R geschriebener dat. Entwurf mit 1 S. Umfang)

Herrn Lisibach               in Luzern.

Willisau d.10.Dec.34.

In Erwiederung auf Ihr Schreiben v. 25 Wintermonat
<-> benachrichtige ich Sie, daß Ihr Sohn keinesweges Bücher
bedarf, daß er aber mit einiger seiner Mitschüler Bücher
theils vertauscht, theils verkauft hatte. Sogleich wie wir
uns dieß bekannt wurde, es war einige Tage vor Ankunft
Ihres Briefes, haben wir ich nicht nur diesen jetzt geschehen Tausch- u. Kaufhandel
als null u. nichtig erklärt, sondern auch jeden dieser Art für alle Zukunft
allgemein untersagt [;] doch hatte Ihr Sohn schon
16 Batzen 2 Rappen v. dem erhaltenen Gelde aus-
gegeben; um jedoch ihm den Gebrauch seiner Bücher
ihm wieder zu verschaffen, habe werde ich mein diese einstweilen
für ihn ausgelegten [sc.. auslegen]; so wie ich auch für die Anschaffung etwaiger
Bücher gern die Auslage besorgen werde.
Was In s[einem] sonstigen Betragen betrifft, so hat er bisher zur
Unzufriedenheit manchen Anlaß gegeben, indem er
sowohl den Besuch der Lehrstunden als auch da überhaupt das ihm
Gebotene zu umgehen suchte. Da mir jedoch im Verein mit
dem würdigen HE Sextar Hecht dieses Betragten scharfe
Rüge treffen ließen worüber Ihnen der HE S. Hecht das Weitere geschrieben
haben wird so hoffen wir für die Zukunft
Besser[un]g; Auch
In Hinsicht des Was s.[ein] Nachhausekommens zu Weihnachten betrifft
so wäre es wohl gut, wenn er hier bleiben könnte bliebe
doch müßte er unter steter u. sorgsamer Aufsicht
seyn. Wenn dieß jedoch in seiner Wohnung nicht statt
finden kann, so es vielleicht besser, daß er nach Hause
gehe. Die Entscheidung hierüber können wir nur
Ihnen anheimstellen.