Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an das Erziehungsdepartement der Republik Bern zu Bern v. 1.4.1835 (Willisau)


F. an das Erziehungsdepartement der Republik Bern zu Bern v. 1.4.1835 (Willisau)
(StAB: BB III b 1928, Brieforiginal 1 Bl 4° 2 S., ed. Geppert 1976, 88f.)

An das Tit. Erziehungsdepartement der Republik Bern zu Bern.



Hochgeachtete Herren.

In Rückbeziehung auf Ihre hochgeneigte Zuschrift
vom 9. vorigen Monats erwiedere ich ganz ergebenst, daß
Herr Schäfer, wie er mir eben anzeigt, schon mit Ostern, also
nur wenige Zeit nach Ablauf seines Jahraufenthalts, aus der
hiesigen Anstalt austreten wird, um in seinen neuen Wir-
kungskreis in Sumiswald einzutreten. Caspar Scheidegger
wird dagegen von dem neuen Beweise der väterlichen Sorgfalt
des Erziehungsdepartements, welches ihm gedachtes Schreiben
gibt, dankbar Gebrauch machen. Ich werde daher mit
Beziehung auf Ihr hochgeneigtes Schreiben nächstens so frey
seyn, und an die löbliche Canzleykaße eine Quittung über
ein vierteljähriges Erziehungsgeld für Caspar Scheidegger
vom 7. März bis zu deßen Austritte überschicken; indem
sich deßen und Herrn Schäfers mehr als jähriger Auf-
enthalt in der Anstalt zu einem Vierteljahr ausgleichen wird.
Mir bleibt nun in Beziehung auf den zweyten Punkt
der erwähnten hochgeneigten Zuschrift nur noch übrig,
dem Tit. Erziehungsdepartement, Ihnen, Hochgeachtete /
[1R]
Herren, zur Prüfung dieser Schullehrerzöglinge einen
der folgenden Tage, Sonnabend den 23. May, Montag
den 25., oder Dienstag den 26. May zur Auswahl vor-
zuschlagen. Sollte jedoch keiner dieser Tage Einem
Tit. Erziehungsdepartement genehm seyn, so werde ich,
so weit es mir möglich ist, gern auch auf eine andere
Bestimmung Hochdeßselben eingehen; und ich ersuche Sie,
Hochgeachtete Herren, in dieser Beziehung nur noch
ergebenst, mir wenige Zeit vorher die getroffene
Wahl des Tages, so wie überhaupt die etwa noch
gewünschte nähere Bestimmung der Prüfung hochge-
neigtest zukommen zu laßen.
Genehmigen Sie die wiederkehrende Versicherung
so wahrer als vorzüglicher Hochachtung, mit welcher
ich die Ehre haben zu seyn
Hochgeachtete Herren,
       Ihr

Willisau am 1. April
      1835

ergebenster
Friedrich Fröbel