Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Heinrich Langethal in Burgdorf v. 17.5.1835 (Willisau)


F. an Heinrich Langethal in Burgdorf v. 17.5.1835 (Willisau)
(UBB 9, Bl 18, undat. Brieforiginal 1 Bl 8° 1 ½ S., tw. ed. KG 1883, 88. Datierung: Es handelt sich offensichtlich um ein Begleitschreiben zum Brief an das Erziehungsdepartement Bern v. 17.5.1835 bezüglich Zusage des Burgdorfer Wiederholungskurses, das F. zunächst an Langethal zur Gutheißung und Weiterleitung sendet. Aus Geppert 1976, 184f. ist ersichtlich, daß Langethal F.s Brief mit einem vergleichbaren eigenen v. 18.5.1835 weitergeschickt hat. Aus dem Brief an das Erziehungsdepartement geht hervor, daß F. dessen Brief vom 7.5. erst am 16.5. erhalten hat; also kommt für diesen undatierten Brief nur Sonntag, der 17.5. in Frage. Im Brief an Langethal v. 16.5. (Bl 17V) kündigt F. bereits seine positive Antwort an. Folgende Rekonstruktion ist plausibel: F. erhält am 16.5. den Brief des Erziehungsdepartements und schreibt noch am selben Tag einen Brief an Langethal, in dem er die positive Antwort ankündigt; er deutet indirekt an, daß er den Eingangsbrief Langethal zur Kenntnisnahme beilegt. F. schickt den Brief mit Beilage aber noch nicht ab. Am 17.5. schreibt er den Brief an das Erziehungsdepartement sowie diesen undatierten Beibrief. Er sendet dann alle vier Briefe an Langethal. Langethal erhält alles am 18.5. und schreibt seinen Brief an das Erziehungsdepartement und läßt seinen und F.s zusammen zustellen.)
(Verhältnis Originalzeile : Transkriptionszeile nicht 1 : 1)

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Lieber Langethal.

Sonntags früh. Ich fand für Gut Dir sogleich das Schreiben an das Tit[.] Erz. Dep[.] zu überschicken damit es eine Einheit werde[.] Du kannst es mit Oblate unter dem Pettschaft zusiegeln, oder Du kannst auch das Schreiben selbst wenn Du es nicht angemessen findest abschreiben und ändern.- Ich sehe aber nicht ein wie ich mich zurückziehen kann so gern als ich es wie ich Dir schon aussprach thäte. Bist Du in der Sprache meiner Meinung und gehen sie auf Deinen bestimmten Weg nicht ein so bleibt Dir zu thun übrig was Du willst, so viel glaube ich daß ich an einem künftigen Kurs wohl schwerlich wieder Antheil nehme dann läge das Ganze in Deiner Hand und dieß wäre auch gut. Übernimmst Du die Sprache allein und - wie es dann wohl der Fall seyn wird - ist man damit zufrieden und spricht dieß wohl von der Gegenparthey öffentl[ich] um die Wirkung des Ganzen zu schwächen aus so bleibt Dir ja immer noch übrig im Geiste Deiner bisherigen Handlungsweise Ihnen den Staar zu ste[c]hen. So liegt alles in Deiner Hand ich habe jedenfall[s] zu Arbeiten genug.
[18R]
Es thut mir freylich leid daß sich alles in unserm Leben so weit bestimmt ehe Middendorff kommt mit dem ich gern in Gemeinsamheit mit uns einen ganzen Lebens Plan besprochen hätte doch Michaelis u künftigen May sind wir ja wieder frey
FrFr

Meiner <herzlieben> Frau herzliche Grüße von allen namentl auch von Luisen