Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Johannes Arnold Barop u. Emilie Barop in Keilhau v. 23.8.1835 (Burgdorf)


F. an Johannes Arnold Barop u. Emilie Barop in Keilhau v. 23.8.1835 (Burgdorf)
(KN 52,7, Brieforiginal 1 Zettel 2 S.)

An die in Liebe und Leben Einigen:
Johannes und Emilie Barop!


*
Herzinnigen Dank Euch für Eure lieben Briefe,
für die sie enthaltenden Lebensmittheilungen
und LiebesGaben; sie gehören mit zu den
schönsten Gewächsen in meinem mir in mei-
nem Innern frisch und fröhlich wachsenden
Lebensgarten. Ich habe sie darinn an die
schönen Plätze gepflanzt, welche die Pflege ihres
Wesens fordert.- Wenn das Leben des
in sich Glücklichen, des Zufriedenen noch ver-
mehrt werden kann - welches wie Ihr mir
in Euern Briefen aussprecht schwer ist, so
haben es die Nachrichten und Mittheilungen
von Euch und Euern lieben Kindern und be-
sonders von Eurer lieben Tochter Leben
gethan, bey welcher Ihr mir die Freude
gemacht habt mich zu ihrem Mitpathen
zu erwählen; denn sie lebt im eben erst
auftauchenden, im eben erst aufdämmern- /
[1R]
[den] Kindessinn das Leben dar, was ich darzu[-]
leben immer pflegend in mir lebe. Wir
beyde werden uns darum wohl irgend
im Lebensleben einmal verstehen, ohne
daß es besonders nöthig ist, daß sie viel von
mir höre oder von mir, zu ihr Gedachtes
mit Schwarz auf Weiß sehe, darum habe
ich mich bis jetzt immer noch nicht entschließen
können die Worte Ihr und Euch abzuschreiben
welche mein Gemüth an Ihrem [sc.: ihrem] Tauftage
sagte.- Der in sich Glückliche, der in
sich Zufriedene ist stumm, Ihr wißt es
selbst; mich haben die Erscheinungen des
Lebens, der Demantstaub, also der Kohlen-
staub des Lebens wie glücklich schauend und
klar in mir findend und empfindend das Gesuchte, und so stumm gemacht; daher wer-
det Ihr mir verzeihen wenn ich Euch mit
einem herzinnigen Lebewohl und solchen Grü-
ßen an Alle nur noch sage: -
E. Fr. Fr.

Am 23/VIII 35:.