Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Gertrud Barop in Keilhau [zum 29.11.] v. <18.> 11.1835 ( Burgdorf)


F. an Gertrud Barop in Keilhau [zum 29.11.] v. <18.> 11.1835 ( Burgdorf)
(KN 52,17, Brieforiginal 2 B 4° 8 S. Gedicht. Briefkopf mit Ansicht der „Jungfrau“ im Berner Oberland. Der 2. Bogen enthält eine Abschrift des Gedichts. Diesen Gedichtbrief hat vermutlich F. Frankenberg auf die Reise nach Keilhau mitgegeben.)

Des Pathchens Spielliedchen (: Jungfrau :) Zu des Vaters Lebensfeste
Am 29en Tage im Monat des Vertrauens
18 29 35.
XI
III III III
Spiele! spiele! spiele!
Spiele! Pathchen! spiele!
Sieh! die vielen schönen Sachen
Woll’n dem Kindchen Freude machen.
Siehe! wie die Lämmlein springen,
Höre! wie die Vöglein singen.
Spiele! spiele! spiele!
III III III
Spiele! Kindchen! Spiele!
Lämmer-Blöken, Kühe-Läuten,
Hirten-Flöten, Vögel-Freuden,
Alles tönt in Harmonie;
Frohes Leben schaffet sie.
Spiele! spiele! spiele!

*
*    *
Mit Übersendung einer Kuh- und Schafheerde, wobey ein führender und ein schalmeyender Hirte nebst einem Baum mit Vögeln. /
[1R]
III III III
Meine Freude! spiele!
Fröhlich, sieh! die Kühe weiden,
Sieh! wie sie Gefahren meiden,
Denn sie lassen gern sich leiten,
Hirte, ihnen geht zur Seiten.
Spiele! spiele! spiele!
III III III
Spiele! Liebchen! spiele!
Schäfchen nicht den Schäfer nennet
Aber dennoch ihn gut kennet,
Fühlet wie’s der Schäfer liebet
Ihm ja Blumenfreuden giebet
Spiele! spiele! spiele!
III III III
Spiel! mein Schäfchen spiele!
Du ja auch die Lieben kennest,
Wenn Du sie auch noch nicht nennest,
Die Dir Lebensfreuden geben,
Die Dich fühlen lassen’s Leben
Spiele! spiele! spiele!
III III III /
[2]
III III III
Spiel! Geliebte! spiele!
Wie das Schäfchen Hirten leiten,
Eltern, Engel stehn zur Seiten;
Engel, Eltern gerne lehren
Kindern Freuden zu vermehren.
Spiele! spiele! spiele!
III III III
Spiel’! mein Pathchen spiele!
Engel stehen Gott zur Seiten
Lehrt sie Freuden zu verbreiten,
Eltern folgen ihren Zeigen:
Kinder sich zu Eltern neigen.
Spiele! spiele! spiele!
III III III
Spiele! Tochter! Spiele!
Sieh! in Eltern Engel winken,
Laß’ Dich an ihr Herze sinken;
Fühlst dann auch in Deinem Leben,
Gott und Engel Dir ergeben.
Spiele! spiele! spiele!
III III III
Spiel’! mein Herze! Spiele!
Sollen Deine Schäfchen springen,
Sollen Deine Vöglein singen;
So sey ihnen gute Hirtin
Thu’ als seyst Du ihnen Wirthin.
Spiele! spiele! spiele!
III III III
[2R]
III III III
Spiele! leise! spiele!
Siehst Du die Schäfchen springen,
Hörst Du nun die Vöglein singen:
Alle Dir nun Freude bringen,
Friedvoll kann Dein Herz erklingen
Spiele! spiele! spiele!
III III III
Spiele! sinnig! spiele!
Laß Dir nichts die Freude stöhren,
Kannst dann Engels Stimmen höhren,
Kannst dann still mich wieder lehren,
Und so Fried und Freuden mehren.
Spiele! spiele! spiele!
III III III
Spiele! Engel! Spiele!
Und wo FriedundFreude thronet
Da auch unser Vater wohnet,
FriedundFreud im Herzen thronet
Also GottimHerzen wohnet.
Spiele! spiele! spiele!
III III III
Spiel! mein Engel! spiele!
Freude nehmend,
Freude gebend,
FriedundFreude lebend,
Uns zu Gott erhebend.
Spiele! spiele! spiele!
Spiel! Du Engel! spiele!
III III III
FrFr
*