Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Adolph Frankenberg in Willisau v. <18.>/<29.> 11.1835 ( Burgdorf)


F. an Adolph Frankenberg in Willisau v. <18.>/<29.> 11.1835 ( Burgdorf)
(KN 52,14 <dat. Brieforiginal> 1 B 4° 3 S.; BN 565, Bl 3-6, 1 B fol. + 1 B 8°, hier: 3R+3V, undat. Entwurf fol. 2 S. Es handelt sich um 2 Entwürfe: undat. Gedichtbrief für Adolph Frankenberg [Willisau] zu Barops 33. Geburtstag am 29.11.1835 [auf 3R] und undat. Begleitschreiben zur Buchgabe als Geburtstagsgeschenk für Barop [auf 3V]. Die folgende Randnotiz auf 3V steht nicht direkt mit beiden Gedichten in Beziehung. - Auf Bl 4-6 folgt der hier nicht berücksichtigte Entwurf des Briefs an die Keilhauer Gemeinschaft v. 15.12.1835 über ”Das Menschenwohl, die Menschheit und die Geschlechter”.)

a) [Gedicht für A. Frankenberg]

[3R]
An Adolph Frankenberg, Erzieher in Willisau
Zum Eröffnen am 29 November 1835.
  *
*   *
Heut ist unsers Barops Lebenstag
Früh darum sey auch heute schon unser Leben wach
Er ja unser aller Leben viel durch Lieb und Treu Liebes/Freundesgaben hat erfreuet
Drum sey Ihm von uns allen auch der heutge Tag in Lieb zu Liebes/Freundesgabe froh geweyhet,
Wie Er in sich trägt Eine Liebe, Eine Treu, Ein Bruder- reines Menschheitleben
So sey unser Leben unsre Liebe heut zur Feyer seines Lebensfestes, reines Menschenleben hingegeben
Uns dazu nun alle zu vereinen
Siehest Du so frage mich bey Dir erscheinen
Wenig ist was ich zum Fest kann bringen
Ja könnte ich und ließ sich jetzt schon der Menschheit voller Jubelhymnus jetzt schon singen
Könnte man der Menschheit voller Jubelhymnus uns jetzt schon singen
Ja Könnte ich der Menschheit voller Jubelhymnus sich schon singen
Ja dann wollte ich versuchen zu beginnen
Der Begeisterung Feuer fühl ich wohl dazu in meinen Adern rinnen
Aber vieles muß vorher noch in der Werlt geschehen
Vieles müssen Menschen erst noch sehen
Ganz vor Allem einen einigen weitverzweigten Zweig u Blüthenvollen Lebens Ein
Hierzu bringe ich nun einen kleinsten aber reinen Stein
Oder willst Du’s eines lieber einen reinen in sich selber treuen Lebensbau
Nun so bring ich dazu einen Tropfen Thau
         Nehmt es gütig an
Gut u Großes fing sich oft mit Kleinsten aber Klaren in sich eingen an
         Niemand giebt mehr als er kann. -
Meines Herzens Sehnen, meiner Seelen Wunsch für heut seh ich errungen
Weiß ich Euch als Freunde Menschen zu des Freundes eines Menschen Fest heut froh verschlungen
Voll von stiller Freude fühle ich mein Herz erglühen
Seh Weiß ich heut in Burgdorf, Keilhau, Willisau in Drey ein einig Fest erblühen
Daß nun dieses möchte geschehen
Komme ich so früh zu Dir zu gehen

Hohe Lebensfreude weißt Du, ich ja gern zu Lebenspflege mit Dir mit Euch allen theile
Deßhalb ists warum so früh ich heute zu Dir durch Dich zu Euch allen eile
Du auch zeigtest mir ja als ich tränkte sinnig Lebenspflege
Stillen Dank ich bleibend dafür in mir hege
Fragst Du nun warum ich Beygelegtes heut zu des Freundes Festes Lebens Feyer Dir beylege? –
”Lebenspflege lohnt durch Lebenspflege.”
Lebenspflege sey darum der heut’ge Tag geweyhet
Sie ist’s die in Keilhau, Burgdorf Willisau alle Herzen hocherfreuet
Sie ists ja auch die uns mit den Menschen mit der Menschheit, mit Natur und Gott verbindet
Sie sey’s darum, die der heutge Tag verbindet (Begründet)
Und so theile zu des Tages Festes Gruß die Ihr Euch um mich verstehet
Zwischen denen innrer Lebensaustausch schon froh bestehet
Jene Worte mit, welche ich der Festgabe
Unsers Barop und auch hier der Deinen beygegeben habe
Daß die Feste der drey treuen Orte
einige, die gleichen Lieb- und Lebensworte
in des Festes Tagesgruß
In 3 Lebensquellen zu dem Einen Lebensfluß
   D
 FrFr
*     *
   *

b) [F.an Barop]

[3]
Unter allen Büchern neurer Zeiten, die ich kenne
Ist’s das reinste Lebensbuch
Darum förder es uns allen sey und ich’s nicht nur nenne
           Unser Lebensbuch
Wem ich‘s / wir‘s reiche(n), wem ich‘s / wir‘s spende(n)
reiche(n) ich / wir dadurch der / für Menschheit lebe meine Bruderhände
Und so nehmt auch Ihr Geliebte gütig es zu eigen
Du o! Barop! Nimms zum Siegel und zum Zeichen
Daß dem reinen Menschheitleben
Unser Fühlen, Denken, Handeln, als ein einiges sey in Treue treu hingegeben
Nimms zu Deinem, nehmts zu unser aller Lebensfeste
Als der Gaben Beste
die ich habe
   Und so
     FrFr

c) [Randnotiz]

U
Un
Und
Kund Bund
Gund(Gönnen) Fund
Wund
Wunde
Wunder
Wunder = Kundmachung der innern
Lebenseinheit, des innern Lebens-
zusammenhangs.
Frage: ewige Frage: Sage, Sage
warum liebe ich Dich?
<A> der unser beyer Wesen bedingenden
Lebenseinheit wegen, welche wir Ahnen
Und Darstellen mögten, sie darzustellen uns
einen, einigen möchten; einigen durch Liebe
im Leben in einem und als ein Leib[.]