Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Elise Fröbel in Willisau v. <Dez.> 1835 (Burgdorf)


F. an Elise Fröbel in Willisau v. <Dez.> 1835 (Burgdorf)
(BN 288, Bl 7, hier: 7R, undat. Entwurf 1 Bl fol ½ S., steht in Zusammenhang mit Briefentwurf an Middendorff auf gleichem Blatt, der gleichzeitig geschrieben wurde.)

Middendorff[s] jüngsten Brief an mich
wirst Du wohl gelesen haben. Jedenfalls kennst Du seinen Inhalt.
Denn sein <Stehen> zeigt Dir offen u so wirst Du mich verstehen wenn ich Dir wiederkehrend sage[:]
Mein Leben ruht nur im Klaren bestimmt <suchenden>
unbestimmtes unklares schwankendes ist mir für mein Lebens<handeln> fremd
darum
Klarheit gegen Klarheit
Offenheit gegen Offenh[ei]t
Vertrauen gegen Vertrauen[.]
Nur keine Gemüths[-] u Herzens<filter> }nur keine Gemüths[-] u
keine Gemüths[-] u Herzensqualen         }Herzens[-], keine Lebens[-]
keine Gemüths[-] u Herzenstrennung      }schranken[.]
Gott will das nicht u kein edler Mensch will es
auch ich will es nicht[.]
Gott ist frey in sich u will auch die
Menschen seine Kinder sollen es seyn
auch ich will es; auch Du bist aus [Gott] ein freyes
Wesen auch Du bist frey; auch ich will daß Du frey bist
wenigstens von mir soll nichts Dir <lästige> Fessel seyn
kein Hauch kein Gedanke noch weniger eine Handlung von mir; es bedarf blos
einer einfachen lautlosen Zurücksendung auch der jüngsten Papiere welche Du
von mir erhalten hast
ich mir zuletzt erst erlaubte Dir zu <bestimmen> Dir zuletzt zu senden
und so mir Dein Lebewohl[.]
Doch was Du thun willst thue bald, thue noch vor den Tagen
desder Feste. Immer wünsche ich mir Dir Friede u Freude
Mög Dir FreudeFriede, <der> mein Friede, auch mir zur Freude, auch mir zum
Frieden [werden]. -