Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Johannes Arnold Barop in Keilhau v. 21.4./22.4.1836 (Burgdorf)


F. an Johannes Arnold Barop in Keilhau v. 21.4./22.4.1836 (Burgdorf)
(KN 52,29, Brieforiginal 1 ½ B 8° 6 S., tw. ed. Heerwart 1905, 161-163)

Burgdorf am 21en April 1836.·.

An diesem schönen klaren grünenden und gesangreichen Frühlingsmorgen
grüße Dich Gott lieber Barop, die theuern Deinen und all die lieben Übrigen.
Ich wende mich mit diesem Briefe besonders an Dich Barop als Freund u.
Bruder, darum kann ich nicht wünschen, daß sein Inhalt von Wort zu
Wort ganz allgemein mitgetheilt werde, zumal da ich täglich immer
mehr einsehen und mich überzeugen muß, wie wenig und schwierig
man mich in der Gesammtheit meines Handelns versteht und wie
wenig man in der Beurtheilung desselben die so vielen und verschiedenar-
tigen Verhältnisse des Lebens u.s.w. beachtet, durch welche ich mich hin-
durch zu arbeiten habe. Du wirst also bey den Mittheilungen aus diesem
Briefe das Ganze stets nicht nur vor Augen haben, sondern ganz besonders
auch im Herzen tragen damit Du nicht <leichte> zarte Lebensfäden verletzt
oder gar zerreißest und in die neu beginnende Lebensentwickelung nicht
gleich von ihrem ersten Beginne an störend eingewirkt werde; das
Leben bedarf jetzt einer außerordentlich ruhigen und sinnigen inneren
wie äußeren Beachtung wenn es nicht von neuem ein vereinzeltes u.
zerstücktes werden soll. Wir stehen jetzt - (:ich möchte sagen wie das
ganze Leben um uns:) - auf dem entscheidensten Wendepunkt des
Lebens. Dieß Dir dem treuen und trauten Freunde vertrauend als Einleitung.
- Endlich liegt hier, für mich wirklich nach bangen Monden, - alles
klar entwickelt vor: Nach Verlauf von 6 oder wohl gar mehr Wochen
wurde es mir endlich - wegen des bisherigen rauhen und anhaltenden
Winterwetters vorigen Montag möglich mit meiner Frau nach
Bern zu reisen um dort einen durchgebildeten Arzt den Her[r]n Prof Dr
Voigt (:ehemals Prof in Giesen:) über den Gesundheitszustand meiner
Frau und besonders wegen einer Reise derselben nach Deutschland zu be-
rathen; er fand nun diese Reise - in reifer Überlegung und Prüfung ihres
gesammten Zustandes nicht nur zulässig, sondern zur Erhaltung und
Pflege ihrer Gesundheit sogar wesentlich nothwendig. Weil das Wetter
bis [zu] diesem Augenblick im Allgemeinen hier immer noch rauh und empfind-
lich ist, so setzte er als die beste Zeit der Abreise in 3 bis 4 Wochen
fest, aber auch wieder nicht später, weil es dann für den Körper
Zustand meiner Frau wieder zu warm werden würde. Die Zeit bis
zur Abreise werde ich nun hier zum Ordnen meiner hiesigen Verhältnisse,
zum Ablegen der Rechnung, zum Einpacken unserer Sachen und für
meine Frau besonders zu einer Besuchs Reise zu der ihrem Herzen sehr
werthen Frau Pfarrerin Stähli benutzen deren Mann jetzt Prediger in /
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Längenau am Jura zwischen Bern und Biel ist. Und so werden wir
suchen wenn es durch die Gesammtheit der Umstände möglich ist bis un-
mittelbar vor Pfingsten in Keilhau einzutreffen; wenigstens möch-
te ich daß es zum Trinitatisfest geschähe. Wie so sehr freue ich mich
nun daß doch das Wesentlichste dazu schon in Ordnung ist. Auf mei-
ne Anzeige nemlich an den hiesigen Bürgerrath daß es mir meine Ge[-]
sammtverhältnisse jetzt nicht erlaubten die Führung des Waisenhauses
fortzusetzen habe ich von demselben vor einigen Tage eine so bedauernde
als ehrende Antwort zugleich damit die Anzeige erhalten, daß die Ar-
mencommission deren Präsident Hans Schnell beauftragt sey mit Herrn Langethal wegen der einst-
weiligen und fernern Fortführung sich zu be-
sprechen. So wird auch von dieser Seite das Verhältniß bald klar und
Langethals langer Wunsch erfüllt werden eine Wirksamkeit zu
erhalten deren Führung und Verantwortlichkeit einzig auf seinen
Schultern ruht. So ordnet sich alles sehr ruhig und schön zu vielseitiger
Zufriedenheit, ich werde unten auf diesen Gegenstand zurück kommen.
Jetzt führe ich als hierher gehörig nur an, was Ihr wohl schon unmittel-
bar aus Willisau wißt, daß Herr Gascard dort als Lehrer der
franz: Sprache eintritt vielleicht schon eingetreten ist, so wie ein ande-
rer junger Schullehrer Gyger, welcher schon 3 mal mein Schüler auf
mehrere Monate jedesmal war, wieder als Schüler und vielleicht bald auch
als Unterlehrer nach Willisau gegangen ist. Dieser junge Mann ist
wie Du daraus siehest voll Enthusiasmus für unsere Erzieh- und Lehr[-]
weise, wenn sie nun in Willisau namentlich Ferd: diesen Enthusias[-]
mus zu nähren und zu pflegen wissen so kann und wird sich in Willisau
bald wieder ein tüchtiger erziehender und lehrender, als ein <junger> u kräf[-]
tiger zusammen finden, dazu kommt daß Gyger ein sittlicher ruhiger
und charakterfester junger Mann ist.- So steht denn Willisau und auch Burg[-]
dorf jedes nach seiner Weise und seinen eigenthümlichen Verhältnissen nach
in sich fest gegründet da, es hängt nun nur von den Führern dieser Anstalten
Ferdinanden und Langethalen ab wie sie das Ganze nun fortentwickeln wollen
und werden. Wie beyde darüber denken haben sie Dir und Euch beyde bestimmt aus[-]
gesprochen. So kann ich also von dieser Seite her die Schweiz mit großen Dank,
Zufriedenheit und Beruhigung verlassen; es ist seit den 3, 4, 5 Jahren meines hiesigen
Wirkens gar manches doch geschehen und angebahnt worden, was mein Wirken
allein in Keilhau schwerlich würde gereicht haben, es hängt nun alles von
dem Festhalten in der Zukunft f ab. Doch auch hierzu zeigt sich ja noch eine
neue Hoffnung in der einstigen Wirksamkeit der Gebrüder Gascard
wenn die von einer entwickelnden Erziehung ergriffen, den Grundgedanken derselben vielleicht
in einer eigenen Erziehungsanstalt auszuführen. Hierzu ist aber /
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nach Deutschland sehr günstig, damit Gascard noch vertrauter mit dem Geiste und
den Mitteln zur Darstellung, zur Gestaltung desselben werde. Ich hätte Dir aber
Ähnliches hierher Gehöriges noch einiges zu sagen doch sey es bis zur mündlichen
Mittheilung verspart. Jetzt als das Wesentlichste nur noch dieß: - wie sich
jetzt alles um mir entwickelt ja ich darf wohl sagen wie die Blumen erschließt
und öffnet, so zeigt sich mir auch der Dir in der Andeutung mitgetheilte Plan
zu meiner nächsten Wirksamkeit immer in größerer Klarheit und völligen
Zeitgemäßheit, ich wünsche und ersehne darum nur eines: recht bald mit dessen
Verwirklichung beginnen zu können, wozu ich aber auch Weg und Mittel klar
durchdacht in mir trage und mich nur sehnend nach dem Orte verlangt wo ich
ruhig keimend Wurzel fassen und empor sprossen, wachsen, blühen fruchten kann.
Mir erscheint mein ganzes persönliches Leben jetzt als ein klar in sich geschlossener
Lebenskern, Lebenssaamenkorn, wie ein Eichkern zu einer Lebenseiche, einen Lebensbaum.
- Nun wie ich im Eingang berührte zu Dir als Freund und Bruder.- Da durch
die Gesammtheit meiner hiesigen Verhältnisse von Burgdorf und Willisau es ebenso
<wenig> als später durch die unerwartete Lebensveränderung in meinem engsten
Kreise es mir möglich wurde die Geldmittel zu meiner Reise unmittelbar
durch mich herbey zu schaffen, so hatte ich deßhalb offen mit Adolph Frankenberg
gesprochen welcher vor seiner Abreise von hier einen angemessenen Wechsel
von seinem Bruder Ernst erwartete und mir denselben größtentheils zu
meiner Verfügung stellen wollte. Doch A. Frankenberg erhielt diesen Wechsel hier
nicht sondern statt dessen am Morgen vor seiner Abreise von seinem Bruder
Ernst die Anzeige daß er ihm diesen Wechsel nach Keilhau übermachen werde.
Dieses nun bey meiner letzteren Zusammenkunft mit Adolf Frknbg schon
vermuthend gab mir derselbe die Zusicherung: mir, so bald er den Wech-
sel in Keilhau bekommen haben würde, den wesentlichsten Theil davon
und wenigstens 100 Rth desselben sogleich zu übermachen; da nun aber
alles dieß in der Unbestimmtheit ruhet, es sich vielleicht auch bey dem
Drängen meiner Lebensverhältnisse zu lange hinzieht ehe Adolph den Wech-
sel von seinem Bruder erhält und mir aber - (wegen der großen Schwie-
rigkeit, weil es durch zu viele Personen hindurch gehen müßte rc:) - jetzt
unmöglich ist aus Berlin Gelder zu beziehen, besonders nach der Schweiz
weßhalb ich selbst auch mit nach Deutschland und zunächst nach Keilhau
zurück will - so komme ich hiermit bittend zu Dir, diese Angelegenheit
möglichst schnell durch Deine unmittelbar thätige Mitwirkung zu ord-
nen. Der Fall ist nun nach dem Stande der Sache ein doppelter: -
entweder Adolph Frankenb. findet den Wechsel bey seiner Ankunft in
Keilhau schon vor, und dann halte ich es für das den Umständen ange-
messenste wenn sogleich der ganze Wechsel mir übersandt werde
(welcher wie Frkbg. sagte 150 Rth beträgt:) und Du einstweilen so viel /
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von dem Betrage des Wechsels an Frankenbg auszuzahlen suchtest als derselbe
zu seinem nächsten Bedürfnisse brauchen würde. Dieß dünkt mich
wäre freylich das angemessenste und kürzeste.
Oder der zweyte Fall wäre der daß Frankenbergs Wechsel noch nicht
eingegangen wäre, er ihm auch in den nächsten Tagen noch nicht zur Ver-
fügung seyn würde hier wünschte ich nun besonders Deine thätige
Verwendung daß Du mir entweder durch Whm Koch jun: in Jena
oder vielleicht noch kürzer durch den Dir und Euch so befreundeten
Stauch in Volkstädt einen Wechsel auf Frankfurt a/M über den Betrag
von 120 Rth preußisch vielleicht zahlbar am Besten in 24 fl. Fuß also
auf 210 Gulden Rhnsch zu verschaffen suchtest; freylich so daß ich den
Betrag sogleich in der Schweiz beziehen könnte. Ob sich das Geschäft
leichter mit Koch oder leichter mit Stauch abmachen würde, würdest
Du am Besten entscheiden. Mit Koch hatten wir früher schon solche Geschäfte
und er kennt wohl am Besten meine Berliner Verhältnisse, Stauch steht Dir
aber örtlich vielleicht auch jetzt persönlich näher. Mit Jedem dieser beyden
könntest Du offen das Ganze darlegen. Die Sicherheit könnte jedem wohl frey
gestellt werden wenn es nöthig wäre, einmal von mir und meinen
gegenwärtigen Verhältnissen aus; zweytens von Deiner oder der An-
stalt Bürgschaft aus; vielleicht könntest Du oder die Anstalt eine später
zahlbare Anweisung hinterlegen wie wir dieß früher wohl bey Koch rc
gethan haben und in diesem Falle dünkt mich das Verhältniß sich mehr-
fach für Dich am leichtesten mit Stauch abzumachen; drittens könnte
ja wenn es noch nöthig wäre AdolfFrankenbg für mich als Schuldner
eintreten. Ich selbst würde gleich nach meiner Rückkehr nach Keilhau
den Betrag des Wechsels übernehmen und berichtigen. Daß ich den Betrag
des Wechsels nicht geringer nehmen kann als wie ausgesprochen liegt
in dem sehr reizbaren und leidenden Zustand meiner theuren Frau,
welche während der Reise die sorglichste Achtsamkeit und Pflege fordert
und ich so die Reise nicht mehr fördern und beschleunigen kann als es ihr
Gesundheitszustand im Ganzen und in dem jedesmaligen der Zeit Beson-
deren möglich macht und erlaubt.- Um die Reise wenn es nöthig seyn
sollte in kürzeren wiederkehrenden Abschnitten machen zu können und
doch immer Fuhrwerk oder Eilwagen zur Verfügung zu haben, wollen
wir die Reise auch zur Lebenserquickung der Frau über Basel
Carlsruhe, Heidelberg, Frankfurt, Gotha machen. Alle Umstände
fördern auf dieser Straße bey Forderungen wie ich sie für die Frau
machen muß die Reise am meisten; wenn auch der Weg etwas weiter
ist denn hier giebt es Tageilwagen, welche ich da meine Frau nicht des Nachts
fahren kann doch zum schnelleren Fortkommen benutzen kann, auch wohl <Retouren.> /
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So hoffe ich nun Barop von Dir als Freunde nach dieser offenen Darlegung des
Ganzen nach Möglichkeit bald Erfüllung meiner Bitte wenigstens in
möglichster Kürze ganz entschieden bestimmte Antwort; unbestimmte und lang
verschobene kann mir nichts nützen. Frankenberg hat bis zum 28en d. M.
(Was nun endlich unsern Aufenthalt) allerspätestens bis zum 1en May
in Keilhau eintreffen wollen; sollte sich nun seine Ankunft wider Ver[-]
muthen durch Umstände oder Lebenstrieb verspäten, so müßtest Du wohl
schon vor seiner Ankunft das Nöthige zur Einleitung des Geschäftes besorgen
denn ich darf unsere Abreise von hier wie Du einsiehest nicht willkührlich
hinaus verschieben. Genug ich erwarte bald, wenn auch noch vor völliger
Abschließung des Geschäftes nur mit wenig Worten Antwort von Dir, weil
mir an ein Paar Tage früherer Nachricht unter den jetzigen Umständen gar
viel liegt.-
Was nun endlich unsern nächsten Aufenthalt bey Euch in Keilhau betrifft
so ist dieser schlechterdings zunächst nicht anders als ein Besuch anzusehen.
Alles wird sich erst nach unserer Ankunft in Keilhau vielleicht ein Wenig
später entscheiden. Wir können jetzt selbst noch nichts darüber bestimmen
die Entscheidung liegt in vielen Umständen welche nicht in unserer Hand sind.
Zunächst nehmt darum an, daß Ihr die Base nur kurze Zeit in Eurem Kreise
sehen werdet. Der Tod unserer theuren Mutter griff auch die liebe Tante in Ber-
lin so stark an daß sie 10 Tage Lebensgefährlich krank war; doch jetzt ist
sie, der Arzt sagt selbst, wie durch ein Wunder zu unserem wahren Troste und hoher Freude so wieder hergestellt worden
daß sie sogar von unserm Besuche
keine von neuem erregende Stöhrung ihrer Gesundheit fürchtet, sondern
diesen Besuch sogar mit Bestimmtheit wünscht. Der Erfolg unserer Reise von
hier nach Keilhau und die nächsten Briefe aus Berlin werden darüber
das Weitere entscheiden. Diesen Gesammtumständen nach und der viele kleine
körperlich pflegende Rücksichten erfordernde Gesundheitszustand meiner Frau
angemessen, scheint es uns nun das zweckmäßigste wenn Ihr uns nach
meinem Vorschlage die blaue u grüne Stube nach dem Hofe zu, welche die
Frau vor unsrer Abreise schon bewohnte zur Wohn- und Schlafstube einräumen
würdet; wir meynen ferner, da unser längerer Aufenthalt in Keilhau
vor jetzt ganz unbestimmt ja zweifelhaft ist daß es das gerathenste wäre
wenn nur Albertine mit ihren Kindern ihre frühere Wohnung im sog. untern
Hause wiederbezöge, Emilie aber mit Dir ihren ohne dieß kleineren Kindern bey Dir ihrem
Manne im Obern Hause bliebe, wodurch ja das ganze Leben am am ersten geeint bliebe
und am wenigsten zerrissen würde. Jedoch versteht es sich von selbst
daß dieß alles Eurer persönlichen Übereinkunft und Bestimmung überlassen
bleibt.- Eure Achtung der Base, Eure Liebe zu ihr, welche Ihr derselben gewiß gern noch einige Zeit persönlich erzeigt läßt mich so offen seyn.

Am 22en April. Nun noch ein /
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Paar Worte über das Burgdorfer Verhältniß wie ich dieß schon oben
erwähnte. Wie es bey uns seit einigen Jahren wiederkehrende
Erscheinung ist daß sich an unsern Geburtstagsfeyern sogleich Todtenfeyern
knüpften, so war ich gestern Nachmittags zur Begleitung eines gestorbnen
Knaben der uns befreundlichen Stählischen Familie zu seiner Ruhestatt
auf dem Friedhofe eingeladen. Schon bey meinem Zutritt zur Begleitenden
Geselllschaft kamen die beyden Brüder Hans und Ludwig Schnell (der Stadt-
schreiber) zu mir und Langethal uns freundlich die Hand reichend. Gemeinsam
mit dem erstern Hans Sch. begleiteten Langethl und ich die Leiche, so wie wir
mit ihm bis vor sein Haus gingen. So wie ich gehen wollte ergriff er schnell
meine vorhabende Abreise sich deßhalb erkundigend und sein Bedauern über
meinen Weggang sehr bestimmt aussprechend, indem er mir vorstellte wie
sich alles in der Schweiz sehr langsam entwickele und ich nur noch einige Zeit
z.B. ein Jahr hätte ruhig abwarten sollen u.s.w. u.s.w. Ich sagte ihm nun be-
stimmt, wie in dem Fall einer Fortentwickelung durch meinen jetzigen Austritt
ganz und gar nichts verlohren sey; die Forderungen welche die Führung des
Waisenhauses jetzt mache könne Lgethal (welcher neben uns stand) wenn
man ihm Vertrauen schenken wolle so gut wie ich erfüllen; ich aber müsse
mit meinen Kräften weiter zu wirken suchen und sie nicht Brache liegen lassen
für uns beide kräftige Männer wäre der Arbeit zu wenig, auch müsse ich wegen
der Gesundheit meiner Frau u meiner Familienverhältnisse nach Deutschland[.]
Dieß sagte er sähe er alles ein u fände es recht und natürlich, nun fuhr ich fort
so möge er (Hans Schn) und die welche der Sache der Volkserziehung wohl wollten
nur der Entwickelung und ihren Forderungen ruhig nach gehen ja die erstere
immer mehr herbey zuführen suchen und wenn sie damit zu einem solchen
Ziele gekommen wären, daß sie meiner Hülfe bedürften, so möchten sie
sich nur entweder unmittelbar oder mittelbar durch Lngethal an mich
wenden, ich wäre gern erziehend thätig, suche wie jeder Wirkende Aus[-]
breitung meiner Thätigkeit und würde Ihnen dann, wenn sie mir
das Errungene und ihren Plan mittheilten, gern zur Ausführung desselben
sobald ich in demselben ein ersprießliches Mittel zur Volksbildung sähe
meine Kräfte und Hände reichen; denn ich achte und liebe die Schweizer,
Achte und Liebe den Kanton Bern u sein Volk u vor allen trüge ich noch treu
mein altes Vertrauen zu Burgdorf und zu denen in mir welche mir
in demselben vertrauend entgegen gekommen wären. So kam Weiter sagte
ich daß man meinen jetzigen Austritt nur einstweilig und gleichsam wie eine
Reise beachten könne und solle rc[.] So kam nun das Ganze ohngefähr auf einen
ähnlichen Punkt wie früher in Willisau und es scheint daß mein jetziger äußerer Aus[-]
tritt das innere Band um so fester zieht und lebhafter zeigt. # Sende mir
doch das Verzeichniß dessen was Mauth[-] u Zollpflichtig ist [, ich] bitte gar sehr darum.-
In einer doppelknospigen Kalla fand ich auch gestern Deinen u Euern Gruß. Dein FriedrichFr.