Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Heinrich Langethal in Burgdorf v. 20.5.1836 (Bern)


F. an Heinrich Langethal in Burgdorf v. 20.5.1836 (Bern)
(UBB 10, Bl 19-20, Brieforiginal 1 B 8° 2 S.+Adresse, ed. KG 1883, 142)

Bern. Freytag Mittags 20 May 36.

     Gott zum Gruß Euch,
Dir und Deiner Fr: l. Langethal

Gott sey Dank sind wir gestern bei gewöhnl[icher] Gesund-
heit meiner l: Fr. hier angekommen.
Jetzt nur eiligst so viel.
Ich fühle mich mehrseitig bestimmt von hier
gerad mit meiner th. Frau nach Thun zu reisen[.]
Um 4 Uhr Nachmittags denke ich dahin abzugehen.
Nun halte ich es für das gerathenste wenn von
Burgdorf eine Chaise am liebsten u besten die
von Jost kommt und uns in Thun abholt.-
Morgen denke ich mit meiner Frau in Thun
zu bleiben. Sonntags aber so von Thun
nach Burgdorf zurück zukehren, daß wir Nach-
mittags
zu guter Zeit daselbst eintreffen.
Ich dachte daß dies nun für Deine Frau eine
recht gute Gelegenheit wäre Thun und den
See zu sehen. Auch meiner Frau Wunsch
der Deinigen vor ihrer Abreise u mit ihr
zugleich noch eine Freude zu machen würde
erfüllt. Überlege es sogleich. Wenn
Du diesen Brief bekommst ist es 5 Uhr. /
[19R]
Bis zum PostenAbgang für diesen Abend
kann alles in Ordnung seyn dann schreibe mir
sogleich nach Thun Post restante; ob ich
den Wagen die Chaise in Thun erwarten darf
und ohngefähr wann. Bekomme ich keine Nach-
richt u träfe der Fuhrmann {Samstags / Sonnabends} Abend
nicht so zur rechten Zeit ein daß ich die
Post gehörig besorgen könnte so würde
ich dann Sonntags früh 6 Uhr von Thun
über Bern mit der Diligence zurück
kehren. Je früher nun Sonnabends Deine
Frau nach Thun käme um so besser könnte[n]
sie sich nun sehen. Wir würden mit dem
Dampfboth auf Unterseen fahren und uns
beym Aussteigen oder sonst dort treffen[.]
In Thun denke ich im Freyen Hofe abzusteigen
wo ich zu erfragen wäre.
Geht es an so mache den beyden Frauen die
Freude. Im Gasthause will ich für sie wenn
wir nach Unterseen fahren einige Notizen zurück
lassen. Nun weißt Du wohl genug um
alles gut zu besorgen. Deine Frau kann mir die
Briefe mitbringen. Euer Friedrich Fröbel
Die herzl[.] Grüße von der Frau an Euch u die Kinder[.] /
[20V]
[leer] /
[20R]
[Adresse:]
  Herrn
Her[r]n Heinrich Langethal
(Waisenhaus)      in
           Burgdorf
[Poststempel Bern, 20.5.1836]