Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Heinrich Steffens in Berlin v. 25.8.1836 (Berlin)


F. an Heinrich Steffens in Berlin v. 25.8.1836 (Berlin)
(Es handelt sich um 2 Dokumente: a) BN 707a, Bl 75, 1 Zettel, auf Vorderseite undat. Briefentwurf, auf 75R Sprachübung. b) Abschr./Typoskript KN 52,42, 1 S. Auf Typoskript Notiz Reinhold Wächters: „Abschr. aus Notizbuch v. H. Klostermann S.21a/22a (i. Besitz v. E. Hoffmann). Das laut KN-Findbuch im Fröbelmuseum Blankenburg befindliche Brieforiginal ist im BlM nicht mehr vorhanden. )

a) Entwurf

Die Wege des Schicksals führten mich in diesem Sommer nach Berlin auf längere Zeit nach Berlin [.]
In dieser Zeit eines mehrwöchigen Aufenthaltes in Berlin Während der Sommermonate erlaubte ich mir verehrtester
Herr Professor in mehreren den letzten Stunden Ihrer letzten Vorlesungen zugegen <dieses eb ?> Zuhörer zu seyn. Für die in denselben mir
gewährten Belehrung u für das Vernehmen höherer Lebensaccorde bin ich Ihnen meinen Dank schuldig. Möchten Sie
es nicht ungütig nehmen daß ich {den Ausdruck /die Bethätigung} desselben an die Darreichung der beykommenden Briefstücke aus einem Leben knüpfe dessen
Streben <-----> sich aus diesen Blättern zwar unvollkommen d[oc]h zur Prüfung wohl gewiß mgl aus diesen Blättern ausspricht [.]
Möchten Sie dieselben nicht ganz beachtungslos an die Seite legen [.]
[Der Zusatz* ist dem Text nicht direkt zuzuordnen, da Markierung fehlt] *für ein[en] der Natur, dem Leben, der Geschichte u der Offenbarung gleich vertrauten Mann

b) Abschrift

Wohlgeboren Herrn Prof. Steffens in Berlin
Des Lebens innerer Zusammenhang führte mich diesen Sommer
auf längere Zeit nach Berlin. Während derselben erlaubte ich
mir, verehrtester Herr Professor, in mehreren Ihrer letzten
Vorlesungen Zuhörer zu seyn. Für die in denselben mir gewor-
dene Belehrung und für das Vernehmen höherer Lebensakkorde
bin ich Ihnen meinen Dank schuldig. Nehmen Sie gütigst als
Ausdruck desselben die beyliegenden Bruchstücke aus einem
Leben an, dessen Streben sich aus diesen Blättern zwar unvoll-
kommen, aber zur Prüfung für einen der Natur und dem Leben,
der Geschichte und Offenbarung gleich vertrauten Mann, gewiß
hinlänglich ausspricht. Als kleine Notiz zum nötigen Verständ-
nisse der äußeren Verhältnisse, welche die Anlagen erwähnen,
nur dieß eine: - Die in denselben genannten unter meiner
Leitung drey verschwisterten und im Ziele und Geistigen
einigen Erziehungsanstalten zu Keilhau, Willisau und Burg-
dorf habe ich jetzt der besonderen Führung meiner durch den
und seit dem Deutschen Kriege 1813/14 mit mir geeinten Freun-
de und Mitarbeiter die erste der des Herrn Barop, die zweite
des Herrn Middendorff und die dritte des Herrn Langethal an-
vertraut, indem ich nach meiner Rückkehr nach Thüringen durch
Ausführung einer eigenen Anstalt für allseitige, so frühe
als tiefe im Gange der Weltbildung vorgezeichnete Erfassung
des Spieles, des Thätigkeits- und des Bildungstriebes der Kin-
der und Menschen und daran anknüpfend um der jetzigen Stufe
der Menschheitsentwicklung ganz entsprechende Erziehung und
solchen Unterricht allgemein zu machen gedenke. Dürfte ich
nachsichtsvolle Verzeihung von Ihnen hoffen, so wäre ich viel-
leicht so frey, Ihnen später von dem Erfolge meines Unterneh-
mens einige Kunde zu geben. – Genehmigen Sie, gütigst verehr-
ter Herr Professor, die Versicherung meiner so ausgezeichneten
als innigen Hochschätzung.
Berlin 25.8.1836

FriedrichFröbel