Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Johannes Arnold Barop in Keilhau v. 6.9.1836 (Berlin)


F. an Johannes Arnold Barop in Keilhau v. 6.9.1836 (Berlin)
(KN 52,44, Brieforiginal 1 B 8° 2 ¼ S.+Adresse)

       Berlin am 6. Septbr 1836.


Gott zum Gruß.

Obgleich Dein Brief lieber Barop, am 2en d. von Rudolstadt abgegangen,
nur 4 Tage unter Weges war und schon gestern Abend ankam, so
<wäre> es doch nicht wohl möglich gewesen daß Du schon am 7en
in Keilhau Rückantwort gehabt hättest. Da es ja doch möglich ist daß
Ihr Eure Reise noch etwas hinausschiebt und Dich dieser Brief noch
in Keilhau treffen könne, so eile ich Dir zu schreiben daß wir vor
Eurer Abreise keinesweges in Keilhau ankommen werden, wie das
Ganze aber jetzt steht gewiß während Eurer Abwesenheit. Wir
werden eilen was wir können, da ich schon zum 2en 8br zur Be-
sorgung des Hauptgeldgeschäftes, der Auszahlung d[es] He. Blumberg rc
wieder hier in Berlin eintreffen muß. Für alles das was ich Dir
früher über den Eingang der Gelder schrieb, habe ich so eben wieder
Bestätigung erhalten; ich wiederhole es Dir damit Du mit Sicherheit han-
deln kannst.
Weil sich nun unsere Ankunft in Keilhau nicht so auf den Tag be-
stimmen läßt wir aber nicht wünschen, besonders meine Frau Euch
gleich im Augenblick unserer Ankunft, die wohl Abends geschehen
könnte zu viel Umstände besonders wegen des Bettwerks zu machen
so bittet meine Frau, den Bettsack zu öffnen, bey dem jetzt so schönen
Wetter die Bette[n] zu sonnen in unsere Bettstellen etwas Stroh
thun und die Betten dann darauf legen zu lassen. Das Bett mei-
ner Frau wird noch weiß übergezogen seyn, und für mein Bett
wird sie von hier aus einen Überzug oben auf den Koffer legen.
Die Matrazzen wünscht meine Frau nicht aus dem <Faße> ausgepackt
weil so viele Kleinigkeiten beygepackt sind. Damit Ihr aber doch
wegen unsere[s] Aufenthalt[s] etwas wißt so sage ich daß wir um die
Mitte dieses Monates bestimmt in Keilhau zu seyn denken.- Daß
Du nun erst am Tage vor Michael[is] nach K. zurück kommen wirst
thut mir zwar leid, doch mag es seyn. Die Kirchweyh muß uns dann /
[1R]
eine Lebensweyh werden, weil dann in den wenigen Tagen die ich
dann hier jetzt in Keilhau bleiben kann viel zu besprechen seyn
wird. Doch vielleicht finden sich dann auch mehrere zusammen
wo sich m Manches schneller abmacht. Daß du l. Barop den
Meyer in Hildburgh. kennen lernen wirst ist mir lieb; fühle
ihn doch ans Herz ob er nur Fabrikant, mechanischer Lite-
rat[-] und Kunstmanufacturist, oder ob er wirklich auch Mensch ist.
Nichts wünschte ich mehr als daß Dich Deine Reise mit
einem correcten und doch gewandten Zeichner welcher
zugleich ein allgemein menschlich strebender junger
Mann wäre bekannt mächte.
Du liebe Emilie wirst wohl so gütig gewesen seyn
und diesen Brief geöffnet haben im Falle Dein lieber
Mann schon abgereiset war. Zur Erfüllung der Bitte
Deiner Base wird Dir wohl Luise Frankenberg hülf-
reiche Hand leisten. Bitte sie - zu Deiner Erleichterung
gerade zu in unserem Namen darum wenn Du ihr un[-]
sern Gruß sagst.
Lebe jetzt wohl grüße wenn Dein Mann schon ab-
gereiset ist herzlich Deine Mutter, Deinen Lieben Vater
Schwester Albertine u alle die lieben Kinder herzlich
von uns. Deinem lieben Mann und der ganzen
Reisegesellschaft sey eine recht glückliche Reise
gewünscht, wir glaubten ihn schon am 1sten 7br
auf der Reise und freueten uns sehr dem [sc.: des] so sehr
schönen Reisewetters.
Wir haben Briefe aus Burgdorf. Ernestine sieht
Ende November oder Anfang Dezember ihrer Nieder[-]
kunft entgegen.- Lebe wohl. Gott sey mit
Dir und all den lieben Deinen.
FrFr. /

[2]
Wir haben uns recht gefreut daß Deine liebe Mutter u.
Schwester nebst ihren Kindern die Harzreise glücklich
beendigt hat. /
[2R]
[Adresse:]
Herrn JohannesABarop,
        in
Keilhau
bey Rudolstadt, Thüringen
frey