Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Johannes Arnold Barop in Keilhau v. 16.3.1837 (Blankenburg)


F. an Johannes Arnold Barop in Keilhau v. 16.3.1837 (Blankenburg)
(KN 53,3; Bl 1-2, Brieforiginal 1 B 4° 3 S.+Adr. Der Brief wird in KN 53 aus unerfindlichen Gründen als eine Einheit mit dem Brief an die >Keilhauer Gemeinschaft< v. 10.5.1837 angesehen.)

Blankenburg am 16en März 1837.


Lieber Barop.

Eben wollte ich mich, so schwer als es hielt von meiner Arbeit
los reißen um nach Keilhau zu gehen, da kam Lisebärbe
Schilling; so sehr ich mich nun auch sehne Euch einmal
wieder zu sehen, so muß es doch nun unterbleiben,
denn ich wünsche auch gar zu sehr mit meinen Arbeiten end-
lich zu einem festen klaren Anfangspunkte zu gelangen
und man glaubt es gar nicht was es in meinem kleinen
Verhältnisse für eine Menge kleiner und kleinlicher Störungen
giebt. Also
Erstlich. wollte ich dir zwey Briefe einen nach Berlin
und einen nach Burgdorf überbringen mit der Bitte solche
zur rechten Zeit zur Post besorgen zu lassen.
Zweytens: wollte ich Dir sagen daß heut früh Hamel aus
Zeigerheim bey mir gewesen ist. Es hat sich mit Mellen-
bach zerschlagen, da war er denn wieder bey der Fr Fürstin-
Mutter
. Diese will Ihn den Knaben nun zwar unterstützen
aber nur wenn er in Keilhau ausgebildet wird, sie will
140 rth. bezahlen, 10 rth soll u will der Vater bezahlen; nun
kommt er wegen des Eintrittes zu fragen. Ich habe ihn [sc.: ihm]
gesagt daß er bestimmt Sonntags zwischen 7-9 Uhr /
[1R]
zu Dir nach Keilhau kommen möge um das Ganze mit Dir ab-
zusprechen. Die Fr. Fürstin soll besonders geäußert haben sie
thäte es um Keilhau als Anstalt zu unterstützen. Ich habe
den [sc.: dem] Vater offen gesagt was wir über das Seyn und Betragen
des Knaben mehrmals mit einander besprochen haben.- So
träte er aber in ein bestimmtes Zöglingsverhältniß und wir
wären eigentlich nicht so wohl den Vater als der Fr Fürstin
Rechenschaft zu geben schuldig. Daß ich aus mehreren Gründen
für Keilhau wünsche daß sich die Sache endlich bestimmt
abmache liegt in der Sache.-
Drittens wollte ich fragen warum Friedrich Bock heut nicht
herüber gekommen ist. Ich habe zwar wohl als er wegging,
wie ich mich erinnere vergessen zu sagen: "Du kommst doch
übermorgen wieder?" - Allein ich hielt es nun für ausge-
macht, daß er wöchentlich 3 mal jedesmal über den andern
Tag zu mir herüber käme, also Montag, Mittwoch, Freytag.
Viertens. Du schickst mir einen Brief von Roda. Wenn Du
einigermaßen Roda's Weise kennst so wirst Du die Antwort
in dem schwarzen Siegel gelesen haben.- Er tritt aus.
Ob Middendorff recht gehandelt hat weiß ich nicht
urtheile selbst. Beyliegend kommt der Brief. Ich erbitte
mir ihn aber bald zurück, weil ich ihn bald beantworten
mögte?- /
[2]
Wenn morgen Friedrich nicht herüber kommt, so komme ich
vielleicht morgen Nachmittags zu Euch.
Künftigen Sonntag Nachmittags werden hier die
Kinder confirmirt sey so gut und sage es dem Bruder.
Meine Frau hofft, daß die liebe Schwägerin sie in
diesen Osterfesttagen besuchen werden [sc.: werde]; sprich es doch gele-
gentlich derselben nebst unserer freundlichen Begrüßung
aus:
Albertine hat einen Strohsack zurück gefordert,
ich habe nicht gewußt daß er nach Keilhau gehör[t,]
er folgt hierbey zurück.
Von mir und meiner Frau Euch allen Groß und
Klein die herzlichsten Grüße.
EFrFr. /

[2R]
[Adresse:]
Herrn Barop
in
Keilhau
versiegelte
Briefe inliegend.