Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Xaver Schnyder , Kosel und Georg von Holzhausen in Frankfurt/M v. 1.5.1838 (Blankenburg)


F. an Xaver Schnyder , Kosel und Georg von Holzhausen in Frankfurt/M v. 1.5.1838 (Blankenburg)
(BN 533, Bl 225-230, hier: 225V+228VR, datierter Entwurf 8° 3 S. dreier Empfehlungsschreiben für Langethal auf 3 Bogen 8° mit Dominanz des Schreibens an Schnyder: An Kosel und G.v.Holzhausen formuliert F. nur jeweils einen knappen Empfehlungsgruß. Dort ferner 10 S. über Spiel mit 2. Gabe, auf 225, 228V und 228R von Entwurfstext überschrieben. - Hoffmann notiert 1939/40 auf Archivumschlag zu den spielpäd. Texten:: ”Die Bleistiftnotizen sind ein Entwurf für einen Aufsatz über Kugel und Ball (Probeblätter für SB ?). Die Zeilen mit Tinte auf fol 49 sind ein Abschnitt aus dem Aufsatz im SB I Das Spiel und Spielen des Kindes in Übereinstimmung mit seiner Entwickelung S. 59. Die Zeilen in Tinte fol 53 beziehen sich ebenfalls auf Aufsätze über Kugel und Würfel.”)

[225]
Herrn Kosel
Vorsteher der Taubstummen Anstalt zu Fk [sc.: Frankfurt/M]
begrüßt auf das achtungsvollste
durch seinen Freund u erziehenden Mitarbeiter
Herrn Langethal
Vorsteher der WaisenhausErziehungsan[-]
stalt zu Burgdorf Canton Bern
FriedrichWAFröbel

Blankenburg bey Rudolstadt am 1 May 1838.


Sehr lieber Schnyder.

Auf das herzlichste begrüße ich Sie durch
meinen alten Freund u treuen Mitarbeiter
             Herrn Langethal
jetzt Vorsteher der WaisenhausErziehungsAnstalt
zu Burgdorf, empfehle demselbsen [sc. denselben] Ihrer sehr
freundlichen Gewogenheit. u bitte Sie demselben
wenn es ihre Zeit u Umstände erlauben, da
einzufü
Bezeitigten es die Umstände
daß Sie demselben würden einen Kunstgenuß in Frkm
verschaffen könnten; so würde Ihnen besonders
dafür dankbar verbunden seyn
                Ihr
alter, treusinniger u aufrichtiger Frd Fröbel. /
[228]
Doch ich muß in alle diesen mich auf Ihre die
neuliche Mittheilung zwischen Ihnen u HFrrn Lthl
zurück beziehen: Nur eines erlaube ich mir
noch zu erwähnen Möchte.
Gar so sehr ernstlich liegt mir die Aus[-]
führung Ihres in gedachtem Schriftchen S.21 bis [Lücke] aus-
gesprochenen Gedanke u Wunsche: - in Beziehung auf Bildung
junger angehender Erzieher u Erzieherinnen zu be-
sonnenen u gewandten Leitern der Kinderspiele u der von Ihnen so bezeichneten [”]Spielvereinen”
auszubilden [.]
Könnten wir uns weiter darüber verständigen u dazu
vielleicht uns gegenseitig die helfende Hand
reichen so würden wir uns gemeinsam
ein großes Verdienst um die Kinderziehung
unseres geliebten Vaterl. erwerben.
Ich möchte neml die Menschenerziehung von Seite
der Kinderspiele im weitesten Sinne
oder von der Pflege des freyen schaffenden Beschäftigungs[-]
Triebes der Kinder aus g[an]z neu unterbauen.
Fordern Sie auch gefälligst auch HFrrn Lthl auf
Ihnen alles von uns in dieser Beziehung ausgeführte
u anzustrebende mitzutheilen. –
Einen herzl Gruß u ein empfehlendes freundl Wort /
[228R]
für meinen Fr[eun]d wollte ich Ihnen schreiben und
nun sehe ich es ist ein langer Brief geworden[.]
Nun noch die herzlichsten Grüße an unsere gemeinsamen
Freunde in Frkfurt u an Sie die freundschaftliche
Bitte HFrrn Lgth mit demselben bei
Besonders
aber empfehle ich [mich] mit dem hochachtungsvollsten
Gruß an Ihre Fr Gemahlin Ihnen ihren friedl
<Walmogriff> Mit freundl den
aufrichtigsten Grüßen unverändert
   Ihr
herzlichst ergebener
   FrFröbel

Die Freyherrl von Holzhausensche
Familie auf der Öde bey Frankfurt a/m
gbegrüßt mit bleibend dankbarer
Verehrung durch seinen alten Freund u
langjährigen treuen erziehenden Mitarbeiter
         HFrr Langethal
gegenwärt Vorstehers der WaisenhausErziehungs[-]
Anstalt zu Burgdorf im Canton Bern
         FriedrichWAFröbel
Blankenburg bey Rudolstadt am 1 May 1838.