Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Heinrich Langethal in Erfurt v. 23.7.1838 (Blankenburg)


F. an Heinrich Langethal in Erfurt v. 23.7.1838 (Blankenburg)
(Autograph nicht überliefert, Typoskript-Abschr. in BlM F 1058/32, 1 Bl fol 1 ¼ S.)

Blankenburg am 23 Jul 1838.


Es grüßt Dich Gott lieber Langethal.

Vorgestern habe ich aus Burgdorf einen Brief von Mdrff [sc.: Middendorff] erhalten nebst
Uebersendung von Abdrücken Deiner Anzeige des 2. Spieles. Da es Dir
vielleicht lieb seyn könnte zu Deinem Gebrauch in Erfurth einige
Exemplare zur Hand zu haben so übersende ich Dir beykommend deren
drey. Auch lege ich da Du es sehr ungern zur Mittheilung in Erfurth
zu vermissen scheinest – das seit Deiner Abreise von Keilhau erhaltene
Stück des Berner Volksfreundes bey, in welchem die Anzeige des Kinder-
festes steht. Ich hoffe ja, da heut erst Montag ist, daß alles noch
zur rechten Zeit bey Dir in Erfurth eintreffen wird. –
In Burgdorf steht alles gut. Nur die Kleinen haben die Rötheln. Midden-
dorff schreibt sehr kurz, doch dünkt es mich was er schreibt in
Hinsicht des Geistes und der Folgen weg[en] wichtig. – Sein Brief
ist vom 15 July. –
Du sagtest mir, daß Du nach Deiner Rückkehr über Keilhau gehen und
dort bleiben wolltest; das ist nun zwar recht schön allein ich habe
nach Deiner Reise die Uebersicht des (ersten) Unterrichtes während
des ersten Jahres der neuerrichteten Elementarschule gelesen, dann
habe ich solche meiner Frau gegeben, wir finden nun beyde, daß sich
das wesentlichste ja das meiste davon für die Veröffentlichung im
Sonntagsblatte eigne, ja jetzt ganz an seinem Platze sey. Ich wün-
sche daher das von mir ausgezeichnete in No 29 des S.Bl. aufzunehmen
und deshalb mit Dir Rücksprache zu pflegen. Es wird daher gewiß we-
sentlich forderlich seyn wenn Du am folgenden Tage nach Deiner Ankunft
in Keilhau früh einen Ausflug hierher machst, und kannst Du mir dann,
wenn Du mit Deinem Aufsatz über die Spiele vorgerückt bist, solchen
vielleicht mitbringen. –
Das Blatt des Berner Volksfreundes welches das Kinderfest enthält
bringst Du doch vielleicht zum Gebrauch für das S.Bl. wieder mit.
Von mir und meiner Frau die herzlichsten Grüße an Dich und all die
lieben Deinen
DFrFr.

Vergiß ja nicht guten Spinatsamen mitzubringen. Aber weißt Du, eins
haben wir noch nemlich die Goldleistchen zu Ra[h]men für die Frau. Ich
will Dir hier auf gut Glück, d.h. auf den Fall, daß sich alles noch auf
das beste finde, die Bestellung geben: Also ohne [Lücke] 12 Fuß oder
2 Stäbe Goldleisten welche auf der Stirnfläche den hierbey gezeichneten
Durchschnitt haben, folglich ganz von derselben Größe und No.
wie ich solche schon im vorigen Jahre durch die Gefälligkeit
Deines Bruders erhalten habe: doch soll mir derselbe selbige
ja nicht durch die Rudolstädter Bothenfrau senden weil mir die-
selbe im vorigen Jahre so viel zerdrückt hat.
Macht es sich also nicht, daß Du die Leisten unbeschwert und doch er-
halten vielleicht erst nach Kranichfeld und dann von Kranichfeld nach
Keilhau besorgen kannst, so laß es lieber ganz seyn; ich will dann /
[1R]
sehen wie ich sie auf eine andere Weise hierher bringe. Die Zahlung
kann entweder Dein Bruder oder Du auf Rechnung machen, wie solches
Deinem Bruder am liebsten ist.
Nochmals lebe wohl. Wie gesagt beschwert es Dich und Euch, so laßt
es seyn bis sich bessere Gelegenheit findet.
DFrFr.