Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Hermann v. Leonhardi in Frankfurt/M. v. <5.>10.1838 (Blankenburg)


F. an Hermann v. Leonhardi in Frankfurt/M. v. <5.>10.1838 (Blankenburg)
(Autograph nicht überliefert, Auszug ed. Hanschmann 1874, 297. Hanschmann bemerkt zu Datierung und Adressaten dieses Briefs: “Im October desselben Jahres äußert sich Fröbel gegen Leonhardi und seine Freunde in Bezug auf deren größeres Project eines Lehrerseminars”. Seitenangaben nach Hanschmann. Genauere Datierung nach F.s Brief an Langethal v. 5.10.38: F. berichtet von weiterem Brief Leonhardis, den er beantwortet und mit der „heutigen Post“ absende.)

Zunächst meine Freude darüber, daß Ihr den Plan der Ausführung einer
allgemeinen Lehrerbildungsanstalt, welche mit den bestehenden, verschiedenen
Landesseminarien gleichsam in die Schranken treten sollte, wenigstens für jetzt
ganz aufgegeben habt; dies ist jetzt schlechterdings aus sehr vielen Gründen gar
nicht ausführbar, würde mich, ja uns alle, in einen solchen Kampf verwickeln,
welcher mir mein einfaches Ziel ganz aus den Augen rücken, mich meines ein-
fachen Zweckes ganz verfehlen lassen würde. Was ich in mir trage, was ich
ausgeführt sehen möchte, und was ich mir als sehr leicht durch Zusammentritt
von einer mäßigen Anzahl mäßige Summen dazu unterzeichnender Personen
ausgeführt dachte und noch denke, ist: Ein ganz einfacher Plan zur Bildung
junger Männer - (oder auch wohl nach Erfordern Jungfrauen) - für
Pflege der Kindheit, besonders durch Pflege des Beschäftigungstriebes in den
Kindern vom 1. bis zum 6. oder höchstens 7. Jahre.