Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Heinrich Langethal in Burgdorf v. 11.11./12.11./13.11./14.11.1838 (Blankenburg)


F. an Heinrich Langethal in Burgdorf v. 11.11./12.11./13.11./14.11.1838 (Blankenburg)
(UBB 65, Bl 207-213; Brieforiginal 3 ½ B 8° 13 ½ S. - Auf 213V werden beiliegende Zeilen an Ferdinand Fröbel erwähnt, die nicht erhalten sind. Dieser Brief, der wohl zwischen 11.und 13.
11. geschrieben wurde, liegt als Entwurf in BN 436, Bl 1 vor.)

Blankenburg bey Rudolstadt am 11n Novbr 1838.


Gott- und so All-einiges Leben Dir mein theurer Langethal
zum Gruß und durch Dich Deiner geliebten Ernestine und all
den Lieben Deines Hauses.


*
Es ist heut Sonntag, es ist gleichsam die Nachfeyer von unsers Gottgeweih[-]
ten Dr M. Luthers Geburtstag, wie kann ich diese Feyer besser begehen
als durch einen Brief an Dich, durch ein Gespräch mit Dir!- Überdieß
treibt mich auch recht die Sehnsucht dazu, indem ich heut ganz bestimmt einen
Brief von Dir erwartete, denn mich sehr nach Mittheilu[n]gen von Dir sehnend
sahe ich heut morgen Deinen letzteren Brief an mich; er ist vom 6n des vor[.]
Monats. Nun, so sagte ich mir, wenn er auch einen vollen Monat hat
verfließen lassen ohne Dir zu schreiben und er also auch erst am 6n
dieses geschrieben hat, so kannst Du heut am 6n Tage vom 6n an, doch einen
Brief erwarten. Was und wer aber nicht kam das war ein Brief von Dir.
Und so kann ich es denn, ob es gleich schon Abends ½8 Uhr ist nicht unterlassen
noch schriftlich zu Dir zu kommen, in Gesellschaft meiner Frau mit einen recht
innigen "Guten Abend!" zu Dir u. den Deinen.
Womit beginne ich aber wieder zuerst mit Altem oder Neuem?-
Ich denke ich beginne mit dem was ich mir auf mein Notizblättchen
- "An Langethal vom 22 8br an" bemerkt habe. An diesem Tage mag ich wohl
meinen letzteren Brief an Dich geschrieben haben.
1. "Antonen meinen Dank!"- "Ganz neue Ansicht der Formen".- "Freude darüber"
["]Ja sammeln". So steht auf dem Zettel. Und nun weißt Du eigentlich schon
genug. Dem Antonen also sprich meinen freundlichen Dank für die mit[ge]theilten For[m]en
aus; ich habe mich doppelt über diese Mittheilung gefreut einmal: weil sie
mir ganz neue und wirklich wesentliche Formen zeigen dann weil sie Ant.
wirklich mit Leicht[i]gkeit u Freyheit u doch Richt[i]gkeit gezeichnet hat. Sprich ih[n]en di[e]ß
mit meinen herzlichen Gruß aus; ebenso gieb auch dem Howald sein[en] Theil
davon. Also: - sammelt ja, sammelt alles wozu ihr Zeit habt, besonders
auch die kleinen Geschichtchen die ihr dabey erzähl[t], dann die Vergleichungen
die vorfallen; denn der erste Eindruck erfaßt. Das G[an]ze immer am schärfsten
ja, so weil als nur immer möglich allem gleich Wort Namen Bedeutung gegeben
das gehört nothwendig dazu. Habt ihr Liedchen, gleich haltet alles fest und
laßt es sich gestalten; es kommt die Zeit wo alles benutzt wird.
Wißt Ihr Naturfreunde denn nicht das [sc.: , daß] auf der Erde u im Sonnensystem
und All kein Erden- und Sonnenstäubchen verlohren geht? - und im
Gebiete des Geistigen sollte ein weniger guter Haushalt seyn?- Sage
dem Antonen und nach Umständen auch dem Howald, daß ich in Ihnen, ihren Thaten
und Thun nach treue Mitarbeiter erkenne und ich ihnen als solche die Freundes
Hand reiche, sie sollten mir treu seyn. Dem Treuen lohne auch ewig die Treue.
2 "Wegen der 8 Dreyecke". "Herzlichen Dank an Lgthl wegen der Anzeige des Ma[n]gels"
"dortmals mangelte mir noch das Prinzip für diese Fortschreitung; jetzt gefunden;
"dortmals Fortschreiten in Potenzen (Dignitäten) jetzt in gleichmäßig[en] Intervallen /
[207R]
4 : 4 : 4 : 4 oder 4 + 4 + 4 + 4 oder 4, 8, 12, 16 das ist von 4 die Zwischenstufung
bis wieder zum Geviert von 4 = 42 = 16.
Ja Langethal ich danke Dir für Deine Anforderung an mich! Doch bey dem
Erfinden der ersten Formen riß es mich nach dem Gesetz der Beschleunigung
mit sich fort. Nun aber habe ich der 4 + 4 (:Arithmetisch oder auf der Stufe
der äußern Bildung = dem 4 x 4 (i.e. 16):) auch ihr Recht angedeihen lassen
und ich habe herrliche Sachen 9 [*Zeichnung: Quadrat*] Tafeln voll erfunden: ½ Tafel Erkennt-
nißformen, ½ Tafel Lebensformen und ich möchte sagen eine ganze
Flora von Bild[-] oder Schönheitsformen 7 Tafeln. Ich werde solche Dir
abzeichnen lassen und mit der nächsten Sendung des S. Bl. schicken.
Bey 4 + 4 + 4 in gewisser Beziehung arithmetisch = 4 x 4 x 4. Habe ich
zwar nur wenig Schönheitsformen nur eine einzige Tafel; allein weil
12 sich in 4 mal 3 und 3 mal 4 theilen läßt; so habe ich als die Bedingungen für die
Schönheitsform dieser Anzahl von Dreyecken herausgehoben: - Welche verschieden[en]
viergliederigen Formen lassen sich darstellen je nachdem das Grundgeviert zu jeder seiner Seiten
3, 2 oder 1 Dreyeck hat; dann 2ens welche verschiedenen drey[-]
gliedrigen Formen lassen sich darstellen wenn jede Seite des Grundgedritt[s]
aus 4, 3, 2 oder 1 Dreyeck besteht. Jede dieser Formen läßt dann innerhalb
ihrer selbst wieder mehrere Veränderungen zu von welchen ich je 2 aufge-
nommen habe. Die Erkenntnißformen sind hier wieder besonders bildend
ich habe davon eine ganze Quartseite voll gefunden. Die Lebensformen habe
ich noch nicht ausgeführt. Hast Du nun, um die von mir gelassenen Lücke
auszufüllen diesen beyden Gegenstände behandelt, so lasse mir gelegentlich
die Ergebnisse zukommen. Vielleicht daß ich solche dann sogleich bey der Veröffentlichung
benutzen kann.
3, "Antwort auf Schäfers in Sumiswald Anfrage wegen der Bearbeitung des Zeichenganges."
Schäfer in Sumisw. hat mich nemlich durch Ferdinanden fragen lassen: ob ich den Gang
im Linerarzeichnen bearbeiten würde, sonst würde er es thun indem er vielsei-
tig dazu aufgefordert worden sey.- Solltest Du daher Herrn Schäfer gelegentlich
sehen, so sage ihm, daß ich den Zeicheng[an]g selbst bearbeiten würde. Das Manuscript
sey schon fertig es fehle mir nur noch die Lithographien dazu herzustellen.-
4., So komme ich Dir nun l. Lgthl immer näher und jetzt gar in Dein Haus.-
Elise hat mir nemlich ihre bestimmte Klage wegen des fortdauernd großen
Mangels an Vertrauen von den Kindern im Waisenhause, und ganz nament-
lich von den Mädchen zu ihren Erziehern und Erzieherinnen und selbst zu Euch, aus-
gesprochen und dennoch schreibst Du mir von Deiner Freude an dem regen
Leben Deiner Kinder. Wie hängt dieß zusammen[?]- Mathilden muß wohl
dieser Mangel an Vertrauen (welches glaub ich ihr Gemüth so sehr bedarf)
oft sehr drückend werden. Elise sprach bey Gelegenheit des Bohnenbrechens:
- "es wurde uns ganz unheimlich."- Ebenso ein andermal Abends beym
Zubettbringen der Mädchen. Mathilde - welche so etwas gar nicht ge-
wohnt ist bedarf deßhalb sehr der Schonung.- Ich wollte mir erlauben
Dir dieß auszusprechen, um Mathilden in den Erscheinungen ihres Lebens,
wenn sie sich vielleicht nicht so fr[e]y darüber ausspricht, um so eher zu
verstehen.- Ist es denn wirklich wahr daß die Mädchen namentlich Deiner /
[208]
Frau noch immer so wahr nicht nur vertrauenslos, sondern wahrhaßt [sc.: wahrhaft] mißtrau-
end gegen über stehen?- Das ist doch traurig! Denn dann ist doch an kein wahr-
haft erziehendes Einwirken zu denken.
5., Die Stelle in Deinem Briefe vom 2-5/X: "Der Volksfreund (Rthd) hat sich so
gemein gezeigt, daß das Blatt von mehreren Seiten zurückgesandt worden
ist;" diese Stelle habe ich wohl ganz falsch im ersten Augenblick verstanden: es
bezieht sich dieß wohl auf den Volksfreund selbst und ich habe es auf das
Sonntgsbl. bezogen, daß er sich in Beziehung ders z.B[.] durch Äußerungen, gemein
betragen habe, so daß Dir dasselbe von mehreren Seiten zurück geschickt wor[-]
den sey.- Dieß zur Erklärung dessen was ich, glaub ich im nächsten Blatte Brie[-]
fe Dir darauf schrieb.
6. Deine Anrede an die kleinen Kinder Deiner Anstalt finde ich gar sehr
zweckmäßig und ich werde ohne Zweifel schon im nächsten S. B. davon
Gebrauch machen.-
7. Du schreibst in Deinem Briefe vom 15 Oktober (der Brief vom 6en ist also
nicht, wie ich dachte Dein letzter gewesen:) Du schreibst also: "Sollte der Mensch
nicht auch Mittel finden die Nachtfröste abzuleiten?- Gewiß."
Man will schon eines, eine Art Schmauchfeuer gefunden haben, welche
in der betreffenden Zeit in gewissen Distanzen um die Flur während der
Nacht besonders gegen Morgen zu machen seyen. Die drohende Zeit aber
selbst zu erkennen das hoffte früher schon ein gewisser Haberle bestimmbar.
Nun zur Gegenwart. 1) Von Middendorff welcher Dir wie ich nicht heut
vor 8 Tagen schrieb wirst Du einen Brief erhalten haben welcher Dir sagt
daß Middendorffs und Elisens Sachen bis dahin noch nicht angekommen waren
und - bis zum heutigen immer noch nicht angekommen sind, woran mag
es nur liegen? - so lang ist uns doch kaum noch etwas in Weges gewesen!
2. Am verflossenen Montag also am 5en sind unsere Westphälischen
Gäste, ich meyne Barops Schwestern von hier nach Haus zurück gekehrt
und wie ich höre sehr befriedigt. 3., Middendorff war bey ihrer
Abreise, wie schon bey der Abreise Ferdinands bleibend krank und ist
es noch bis heute, überdieß hatte er am Fr[e]ytag einen sehr starken
Rückfall von welchem mir Middendorff selbst sagte:- "ich wußte gar
nicht was ich dazu sagen sollte." Es soll wie er mir heute sagte ein sehr
starker Rheumatismus seyn welcher sich durch den ganzen Körper hindurch
bald da, bald dorthin zieht, jetzt glaub ich sitzt es besonders im unte[re]n
Rück[g]rade. Für mich und mein Unternehmen siehst Du ist also ganz
und gar nichts von ihm zu hoffen wie er auch seit seiner Rückkehr zu
uns kaum in irgend einer Beziehung dahin gewirkt hat. Mit sei-
ner Begleitu[n]g meiner nach Dresden wird es also auch ganz sein
Bewenden haben glücklich wenn er nur so hergestellt wird, daß er
sich in Keilhau mit den Kleinen beschäftigen kann. Allein leider, wenn
ihm dieß sein Zustand etwas möglich macht, so soll er, wie ich höre sich
auch ganz und gar nicht schonen, sondern sogleich sich wieder ganz durch
sich hinreißen lassen daß er bald darauf wieder ärger als vorher
auf der Nase liegt.- Ich weiß nicht wie Mdrff nun nach so vielen /
[208R]
Erfahrungen sich nicht sagt was und wie viel von der Gesundheit eines Menschen
und Mannes abhängt.-
4. Außer Middendorff ist aber auch Frankenbe[r]g krank und der
Wurzel nach wohl noch kränker und wirklich gefährlicher als Mdorffen
er leidet auf der Brust besonders welches sich durch Hüsteln und
durch Stechen auf der Brust äußert. Er muß sich ganz besonders vor
vielem Sprechen hüten. Also auch Frankenbe[r]g ist, ich weiß gar nicht seit
wie lang nicht hier gewesen, ebenso wenig hat er sonst für die Sache ge-
lebt und gewirkt, so siehst Du sie also von diesen beyden Seiten ganz
verwaiset, und es ist wenigstens bis jetzt noch nicht abzusehen, wann
von diesen 2 Seiten wieder eine Hülfe und noch weniger wann eine stetige
kräftige durchgreifende Hülfe kommen wird.
5. Ebenso we[n]ig hat Leonhardi seit ich Dir die letztere Nachricht von ihm
gegeben habe wieder etwas von sich hören lassen. Ich weiß gar nicht
wo er jetzt ist ob noch in Frankfurt, oder in Erla[n]gen, Nürnbe[r]g, oder
sonst wo.
6. Überhaupt schweigt und ruht von und in Frkfrt a/m alles. Weder von
Kosel noch von sonst jemand habe ich einen Brief erhalten. Kosel,
nur das höre ich, soll wirklich sehr krank seyn, so sagte Middendorff.
7. Mit dem jungen Dr Weil aus Frkf. hat sich sein Kommen nach Keilhau
zerschlagen, es wäre nun wohl möglich daß er gegen das Frühjahr zu
Dir nach Burgdorf käme. Auch gut.
8. An die Stelle von Hartmann in Keilhau ist jetzt ein gewisser Lomatsch
(sein Vater war ehedessen nicht Prediger in Dresden, sondern Superin[-]
tendent in Annab[e]rg.[)]
9. Außerdem ist für die classischen Sprachen in Keilhau noch ein gewisser Grim-
me, welcher in Bückebu[r]g sein Abga[n]gsExamen gemacht hat, und wel-
chen die Prinzeß von Sch: Lippe nach Keilhau gethan hat um sich für die
Erziehung auszubilden.
10. Daß He Gyger für den Elementarunterricht in Keilhau ist habe ich
Dir schon geschrieben; er giebt wöchentl. 28 Stu[n]den Unterricht.
11. Daß Unger wöchentlich 2 mal jede[s]mal 2 Stunden Unterricht im
Zeichnen in Keilhau giebt habe ich Dir auch wohl schon geschrieben so
siehst Du daß die Unterrichtsstunden in Keilhau für diesen Winter sehr
gut besetzt sind; d.h. nach Maaßgabe der möglicher Weise zu habenden genügenden
Lehrer.
12. Barop hat in dem allgem: Anzeiger der Deutschen eine Anzeige der Anstalt gegeben
die manche Eigenthümlichkeit hat, so sagt er z.B. "Sechs Erzieher stehen dem Unter.
vor."

Am 12en Novbr. Allem zuvor einen herzinnigen guten Morgen.
Nun zu meinem besonderen Wirken hier in Keilhau Blankenbu[r]g.
1., Wie es mit der Hülfe von Keilhau aussieht, sagt Dir das Vorstehende[.]
Ich kann gar nicht - wie sich alles nach Middendorffs Ankunft macht u zeigt und
wie sich Frankenberg als es zur Schlußbestimmung kam gezeigt hat - glauben, daß je
von beyden ein kräftiges, durchgreifendes Mitwirken zu erwarten sey. Beyden /
[209]
Beyden fehlt die Kraft der Selbstbestimmung und so die geist- und leibliche Gesundheit dazu.
So reine, edle Menschen voll des besten Mögens und Wünschens sie auch sind, so fehlt
ihnen doch Festigkeit des Willens und Thatkraft. So stehen und zeigen sich beyde ganz
in Widersprüche mit dem was
2ens eigentlich Noth thut. Zwar ist von Frankfurt aus wie ich schon aussprach und so auch
von Leonhardi her alles stille, ebenso von Leipzig aus. Allein man fühlte dem
Ganzen überall durch es fehlt nur an der kräftigen Handhabung und Bewegung des Ganzen[.]
Wetzstein, von welchem ich gestern einen Brief erhielt und der sich ganz namentlich
auch nach Deinem Befinden erkundigt und Dich im Ganzen grüßt, Wetzstein schreibt mir:
"Euer Wochenblatt geht, wie ich von Leipzig aus gesehen seinen stillen Gang fort,
Ihr habt auch einen recht passenden Commissar dazu."- Dörffli[n]g selbst schreibt
mir: - Noch seyen (außer in der Schulztg) keine Urtheile über das S. Bl. erschie-
nen und ehe dieß der Fall sey wäre kein eigentlicher Absatz zu erwarten; überdieß
sey es bekannt daß diese Herrn Rezensenten gern lange warten ließen. Also wenigstens
noch kein augenblickliches Todschlagen erfolgt wies dieß bey den erzieh. Fam. der Fall
war.
3. Allein im Leben besonders in den höheren Ständen sich in den Familien derselben selbst
scheint die Sache wahrhaft Wurzel zu schlagen. Und Wilberg in Elberfeld sagte
ja zu Middendorff: "Die niedrigsten wie die höheren u höchsten Stände seyen die bedürftig[-]
"sten zu welchen man sich hinwenden und denen man am ersten helfen müssen
"der Mittelstand helfe sich schon eher durch sich selbst." Nun ist es merkwürdig wie
<eben> die höheren u höchsten Stände besonders angezogen zu werden scheinen, wie dieß
sich wenigstens zunächst in Rudolst. ausspricht. Die Theilnahme der Fürstin Mutter
u der Prinzeß Karl, wie der Prinzeß von Schaumbg Lippe liegt Dir klar vor.
Doch mögen beyde und vielleicht am meisten die ersteren der eigentliche Anstoß
und die Bewegende Kraft seyn, deßhalb hebe ich es nun wieder heraus. Wie eine
gewisse Stiftsdame von Holleben welche sich mit der Erziehung einiger verwandten
Mädchen beschäftigt mit diesen auch bey mir war, erwähne ich nur als eine Erschein[-]
ung im Ganzen, denn das Kleinste an seiner rechten Stelle, fällt auch aus [sc.: auf]. Doch
was ich Dir eigentlich jetzt mitzutheilen habe ist, daß am Sonnabend Na[c]hmitt[a]gs
die Frau von Witzleben (Gemahlin des bekannten Geheimenr: in Rud[.]) und die
Fr. von Beulwitz (Wittwe des Dir gleichfalls bekannten Regierungsrathes) wohl gegen
2½ Stunde[n] (von ½4 bis gegen 6 Uhr) in meinem Geschäftshause bey mir waren
ich mußte ihnen das ganze vorführen (:Noch war eine Freundin bey ihnen die sich
sehr teilnehmend u geistreich oder vielmehr lebens- und gemüthserfahren wie
die beyden Frauen auch, äußerte:) Wie ich oben andeutete so sprachen sie sehr viel
Gutes aus unter andern wie es sich eigentlich darum handelte, die Mutter zu
erziehen, "Sie müßten die Mütter in die Schule nehmen" - sprache sie gerad zu aus.
Doch dieß sind alles nur Worte; allein sie sollten u wollten hier in That übergehen.
Sie sprachen mir, als ich aus einer anderen Stube zurück kam, gerade zu aus: -
Sie hätten sich eben beyde den bestimmten Wunsch mitgetheilt daß ich doch wöchentl[ich]
2 mal zu ihnen beyden nach Rudolstadt kommen und ihnen und ihren, ich glaube ge-
meinsam 6-8 Kinde[r]n von 4 bis 12 Jahren in diesen Spielen u Beschäftigung[en] Un-
terricht geben möchte." Ich gestehe Dir l. Lgthl daß ich von diesem Antrag ganz
getroffen wurde, so daß ich eine Sekunde gar nicht wußte was ich sagen sollte; allein /
[209R]
gleich trat mir meine Reise nach Dresden und Leipzig in ihrer ganzen Wichtigkeit entge-
gen und so erwiederte ich, daß ich es sehr gern thun würde, wenn ich nicht so eben
im Begriffe sey einer Einladung in zwey deutsche Städte zu folgen um dort die
Sache vorzuführen. Die eine fiel hastig ein: - doch nicht um die hiesige Gegend
ganz zu verlassen; - o nein! sagte ich, nur auf kurze Zeit. Eine der beyden anderen
Frauen sprach gleichsam als Wunsch und Hoffnung ganz zugleich mit mir ganz dasselbe aus.
Später sagte wieder eine andere, ich weiß nicht ob Fr. v. B[.] oder v. W. "Sie hätten
ihren Aufenthalt in Rudolst: nehmen sollen."- Du siehst mein theurer Lgthl
wie der Geist der Menschheit diese Menschen jetzt selbst drä[n]gt und treibt. Wie
wäre vor 20 und auch nur vor 10 Jahren noch so etwas in und von Rudolst[a]dt
aus ausgesprochen worden. Aber wer spricht es auch aus? - nicht Männer
sondern Frauen, und besonders wer für welche? - Wittwen! Du siehst nun
welch ein Keimleben sich in Rudolstadt und welch eine herrliche, seegensreiche
Wirksamkeit sich für Frankenb[er]g zunächst zeigte, wenn er sich im Kleinen
im Einigen finden u einen könnte. Die Frauen fragten mich auch ob in Keilh.
<mit> diesen Spielen die Kinder beschäftigt würden, wie freute ich mich da ja sagen
zu können; besonders aber freute ich mich von Dir und Burgdorf aus sogleich
- durch die mir von Dir mitgetheilten neuen Erfindungen - die Sache in sich fort[-]
entwickelnder Wirksamkeit zeigen zu können. Siehe so wirkt gleich das Kleinste
wieder, sage dieß Deinen beyden Gehülfen; die Frauen sahen sich die Zeichnungen
recht an und freuten sich besonders der Zeichnungen wo sogleich entsprechende Worte
dabey standen z.B[.] "Der Kunstbau"[.]
Nun zurück zur Sache. Du siehest welche Anknüpfungen, welche Erfassungen des
aller innersten Menschheits[-] und Familienleben sich jetzt für Keilhau zeigte:
Wie herrlich, wie so schön hieße sich dem Wunsche dieser Frauen von Keilh[.]
aus entsprechen?- Wären die Knaben bis zum eigentl. Unterricht her-
angewachsen wo könnten diese Familien sie anders hingeben als nach Keil[-]
hau. Siehe Lgthl wie von meinen Spiel- und Beschäftig[ung]smitteln aus nach
allen Seiten hin sich Leben entwickelt und Lebenszusammenhang zeigt wie sie
aus dem Leben u den Lebenszusammenhange an sich hervorgegangen sind. Wie
so schön wäre es gewesen hätte Frkenbg sich ganz mit kindlichen Sinn dieser
kleinen kindlichen Wirksamkeit hier in Blkbg hingeben können, jetzt hätte ich
ihn sogleich als Apostel nach Rudolstadt senden können; unmittelbar von mir
aus dahin gesandt hätte er mit ungleich größeren Zutrauen u. so Seegen,
wie auch wirklich mit größerer Vorbildung wirken können. Aber diese Menschen
wollen gleich Dociren u Professor seyn und darüber versäumen sie das
zu seyn was sie seyn sollen und doch am Ende auch selbst seyn wollen: ["]Erzieher
der Menschheit." Leonhardi geht es nicht besser, denn er hast [sc.: hat] gewiß Deine
Sache in Frankfurt durch die Ausdehnung des Planes ver[p]fuscht. Siehe mein
theurer Lgthl hier hast Du einen Beleg für das was ich so oft sagte und besonders
dem Middendorff so eindringlich machte: Reinheit des Charakters, Güte
des Willens beydes ist noch sehr wenig da, wo es Ausführung und Darstel[l]ung
zum Menschenwohle mit hingebender voller Kraft gilt. Und wie von
diesem Punkte aus so zeigt von allen Seiten alles auf die Wahrheit
meines Strebens in der Darstellung der Spiel[-] u Beschäftigungsmittel und ihres Geistes
hin: [*Zeichnung: Stern, auf den sechs Pfeile
  hindeuten*]: Erfahrung, Lehre, Nachdenken, Bedürfniß, Gemüth u Geist pp[.] /
[210]
{Suche mein / Siehe mein} theurer Lgthl! jetzt läßt sich auch äußerlich eine Kette der Wirk-
samkeit absehen und zwar eine doppelte und zwar nach dem
einfachen und wirksameren Gesetze des Falles und der Regen, der
Schnee fällt ja auch erst von oben herab ehe die Säfte in den Gewächsen
zur Blüthe und Frucht wieder von unten in die Höhe gehoben werden.
"Aller Seegen kommt von Oben.", darum sieht ja auch der aufrecht stehende
Bewußte Mensch vielleicht mit einer Art unbewußten inneren Triebes
nach oben: Also Nachweisung der Kette der Wirksamkeit[.]
Oben: Eine regirt habende Fürstin (jetzt Wittwe) ihr zur Seite eine fürstl.
Schwester oder Schwägerin (auch Wittwe). Nun jene erziehende Prinzessin[.]
Weiter zunächst 2 Adeliche Frauen aus den ersten Familien, beyde Mütter
die eine wieder Wittwe. Bürgerliche, der Fr. Pastorin Richter gedachte ich schon[.]
Also die eine Reihe Fürstin (dem Stande nach) Adliche - Bürgerliche
die Zweite Reihe Fürstin (dem Berufe nach) Geheimräthin, Regierungsre[i]fen
Hofräthin[n]en, die Sekretärsfrauen, die Pfarrerin u Kaufmanns-
frauen werden bald folgen. Siehe jetzt kommen wir in einen Lebensorga[-]
niß nismuß denn wie ich sagte das Schauen nach oben und das Nachahmen
li[e]gt ja so tief in der menschlichen Natur.
Überdieß drängen alle, alle, alle jetzt erscheinenden erziehenden Schriften
auf die Wichtigkeit der Menschen- und Kindererziehung in den ersten 6 Jahren
(auch die gedachten 3 Frauen sprachen am Sonnabend sich so bestimmt als laut
dafür aus) So sagt Dr Friedrich Kapp (Director des königl. Gymnasiums
zu Hamm) in seiner Schrift: Der wissenschaftl. Schulunterricht als ein Ga[n]zes
Hamm 1834. 8. S. 71 ....... "und dem schulfähigen Alter - der Embry[-]
"onen Pädagogik gar nicht zu gedenken - geht noch ein <Sexennium>
"voraus, das wichtiger ist als das akademische und ein weltumsegelndes
"Trimmnium zusammengenommen. Denn in diesem Sexennium lernt ein K[i]nd
"von seiner Pflegerin und seinen Spielgenossen mehr, als ein Studiosus von
"seinen Professoren und ein Weltumsegler von allen Wolken der Erde, <sinte[-]> 
"mal es auf dieser seiner ersten geistigen Expedition in Bild, Wort u That
"sich sein g[an]zes Universum erobert." u.s.w[.]
Du wirst es also ganz natürlich finden mein l. Lgthl wenn ich durch alles
dieß getrieben unser beyderseitiges geistiges und Lebensverhältniß immer
wiederkehrend von neuem in Betracht ziehe und so zu der Frage komme
"ist wohl Lgethals Stellung ganz die d.h. für die Zukunft ganz die, die alle
Lebensverhältnisse von ihm von uns jetzt fordern?- Ist Langethal in
dem für ihn ganz entsprechenden Boden gewurzelt und von dem [sc.: der] ihm, d.h. seinem Ziele
und Streben ganz zusagenden Atmosphäre umgeben?- Ich glaube bey unseren
rein und allgemein menschheitlichen Ziele dürfen wir wenigstens [dieses] für jetzt noch kei[-]
nesweges für abgethan achten. Überdieß glaube ich auch wir kennen auch noch la[n]ge
nicht denn (wenn auch vielleicht jetzt schlummernden, dennoch immer noch still
wirkend daseyenden) Geist des deutschen Familienlebens, den ächten Geist der
deutschen Frauen und besonders der deutschen Mütterwelt. In dieser Welt so
will mir die Ahnung herauf kommen liegt ein großer Schatz verborgen welchen
die Menschheit heben soll, allein beyde Welten, besonders die letztere bedarf
dazu der durchprüfendsten sorglichsten Pflege. Ich gestehe Dir offen; ich bin am /
[210R]
verflossenen Sonnabend wahrhaft überrascht worden von dem geist- gemüths- und
Lebensvollen Eingehen der Dir oben genannten 3 Frauen; ich bin überrascht worden
von der klaren Erkenntniß, dem offenen Geständniß und dessen was ihnen mang[-]
elt und dem regen Streben sich es anzueignen. Es fragt sich nun: was ist
allgemein menschheitlich wichtiger das Wirken an einer bestimmten Lehre und
Erziehungsanstalt oder das Wirken für die Befähigung der gesammten Frauen-
und besonders Mütterwelt zu ächter Kindheitpflege, zur Pflege der Mensch[-]
heit in der Kindheit. Nun wir wollen hören und sehen welchen Ankla[n]g
mein Wirken und Erscheinen in Dresden u in Leipzig und im ersteren Orte
ganz besonders in den eigentlichen Familienleben in dem Leben der Mütter
finden wird. Nur will es jetzt immer mehr bedünken wir seyen ganz beson-
ders an diese an die Pflege derselben gewiesen; darum sol[l]ten wir uns
wenigstens zunächst bürgerlich uns noch nicht, d.h. noch nicht örtlich
fesseln damit wenn der Ruf uns klar kommt, wir ihn frey und freudig
folgen können. Um nun zunächst wenigstens die freye Übersicht über das
Ganze zu haben so war in mir die Frage an Dich natürlich: - Wie la[n]ge
bist Du durch Dein schon gegebenes Wort an Burgdorf gebunden d.h. wann
sind die gegenseitig festgesetzten zwey Versuchsjahre zu Ende, gehen
sie von Ostern 1836 1837 bis dahin 1839, oder von Ostern 1838-40?-
Die Frage schien mir auch jetzt besonders wieder wichtig auch für Dich durch
einen Brief welchen ich am Sonntag von d[urc]h Deinem Bruder in Erfurt erhielt
worin er mir schreibt: ["]Ich habe keine Nachricht weder von meinen Bruder
"Heinrich noch von Christian["] (:Ferdinand hat sogleich Dein jüngstes Briefchen an
Deinen Bruder in Erfurt persönlich überbracht, Du kannst Dich deßhalb bey
ihm selbst befragen:) - "Professor Schulz geht von Eldena ab und zurück
"nach Jena, Christian wird ihn wahrscheinlich nicht verlassen; es ist nun
"aber ¼ Jahr daß er nicht geschrieben hat. Drey Monat seiner Sitzzeit ist
"vorüber. Diese ärgert dem Professor sehr und wird auch der Grund seines
"Abgangs seyn."- Daß d[er] He. Prof Schulz wirklich von Eldena ab und nach
Jena gehe, bestätigte mir diesen Nachmitt[a]ge Barop, welcher hier bey
mir war. Diese Nachricht Deines Bruders erinnerte mich an seinen
und auch wohl an Deinen Wunsch daß Du wieder in seiner Nähe mindeste[n]s
in Deutschland wirken möchte; es erinnerte mich wie Dein Bruder Christian
so einigend und so gemüthsbedürftig vor einigen Jahren aus Eldena an
Dich geschrieben hatte; ich dachte durch alles dieß veranlaßt an De[i]nes
Bruders Christian Fähigkeiten Kenntnisse und so Mittel wahrhaft mensch-
heitlich zu wirken da fiel es mir nun ein wie so schön es wäre und welche
herrliche allgemein menschheitliche Wirkungen daraus hervor gehen könnten
wenn sich diese Familien- und brüderlichen Kräfte mehr einten; ich
dachte daran wie es wohl besonders jetzt an der Zeit sey, da sich De[i]nem
Bruder in einer gewissen Hinsicht sein Verhältniß für ein besonderes
Wirken löst, ihn auf eine Wirksamkeit für das Allgemeine auf-
merksam zu machen, ihn also unser Wirken unser jetziges Streben in seinen
wahren Lichte zu zeigen um zu sehen ob auch er darinn das Höchste und Inner[-]
ste seines Lebens finde. Er könnte ja recht gut geeint dahin mitwirken
ohne deßhalb d. He. Prof Schulz u. seine Wirksamkeit bey demselben zu verlassen.- /
[211]
Folglich wird Deinen Bruder wohl immer in sich ein Festhalten an der Friesischen
Schule welche sich die Mühe genommen hat und nimmt gegen mein Streben und was um
so häßlicher ist im Stillen aufgetreten, verhindern, seelen- und lebenvoll in unser
und mein Streben einzugehen. Ich sehe immer mehr ein was die positiv hinge-
stellten philosophischen Systeme, wie das ebengenannte, das Hegelsche, ja selbst das
Krausische und minder hervorgetretene wie das von De Wette (welcher sich
doch überwiegend wohl zur Friesischen Schule bekennt[)], der allgemeinen, freyen
wie menschlichen Entwickelung schaden; es wird darin immer alles gleich so starr
so fest. Das ist eben das Hohe des Christenthumes daß es die menschliche Entwickelung
so frey giebt und frey macht; was nun das Christenthum als Menschthum, die
ächte unsichtbare Christenheit als Menschheit in sich anstrebt, das müssen
wir als ächte Menschenerzieher dann um den Menschen und der Menschheit zu er-
reichen, in der Kindheit und durch die Kindheit zu erreichen möglich machen
wie Jesum schon in seinem Knabenalter sein Verhältniß zum einigen Gott als
seinen Vater und dem Vater aller klar war und er es in allen Lagen u Wirken
seines Lebens festhielt. Was Jesus durch das Wirken des Geistes Gottes wurde
das müssen wir die Menschen durch das Wirken des Geistes der Natur, das All
und durch den Geist des Lebens zu werden, werden zu machen uns bemühen, denn
der Geist der Natur (das All) und des Lebens ist ja kein anderer als Gottes Geist
die unsichtbare christliche Kirche muß durch Natur u Leben eine sichtbare Gotteskirche
eine sichtbare Menschheit Kirche, der Himmel jenseits ein Leben dießseits werden. Doch
darüber sind wir beyde ja längst in uns klar.-

Am 13 Novbr Guten Morgen und einen guten Tag Dir und du[r]ch Dich Deinem ganzen Hause.
So weit als vorsteht war ich gestern wenigstens in mir mit diesem Briefe zu Ende
und ich wollte nur noch den letzteren Gedanken ausführen, da kamen 3 Männer
auf mein Haus zu und das erste war ein unangenehmes Gefühl daß ich nun den Brief
an Dich nicht beendigen und ihn, wie ich gehofft hatte nicht zur Post würde besorgen können.
Dieß unangenehme Gefühl aussprechend sagte meine Frau: - "wer weiß wozu
es gut ist!"- Ich gestehe aufrichtig daß mich dieser Ausspruch nicht sogleich beruhigen
wollte. Doch mein Bruder trat mit Barop und dem Vetter Heinrich aus Gotha
in das Zimmer und so war das Gemüth bald fr[e]y u freudig.- Ich theilte Ihnen im
Laufe des Gespräches einen Brief von Wetzstein mit, dessen ich schon oben erwähnte,
worinne er mir schreibt daß unser alter Freund der Pfarrer Keck ausgelitten hatt:
Diese Zeilen will ich Dir denn auch zunächst mittheilen. Wetzstein schreibt aus Hof:
"Auf meiner Herreise gieng ich über Bayreuth um unsern alten Freund Keck einmal
"sprechen zu können; aber er war von Gott schon seiner irdischen Bürde entbunden,
"er war schon vor ein paar Monaten heimgegangen. Er hatte sich seine Lage zu sehr zu Gemüth
"geführt u. d. Harm darüber verzehrte seine Kräfte und rieb ihn auf. Ich vernahm Alles mit
"großer Wehmuth u. hatte nur den Wunsch, daß es ihm hätte vergönnt seyn mögen, daß er
"seine letzten irdischen Augenblicke in fr[e]yer Umgebung hätte zubringen können. Seine letzten Seufzer
"galten seiner Mutter; er gieng mit vollem Bewußtseyn in dem ganzen Erkennen seiner Lage
"hinüber. Sein Wärte[r] sagte mir: ""Der Herr Pfarrer ist gewiß seelig gestorben denn der hat sich seelig
"gebetet."" Friede sey mit dem Andenken unseres Freundes, bis wir uns dereinst bey Gott
wiederfinden."- Führst Du Dir mein th. Lgthl das Ganze Leben, Wesen u Streben
unseres Keck zurück, gedenkst Du dabey an Kandler, so giebt es viel zu denken; besonders
drä[n]gt sich der Gedanke auf: - wie Lebensgefährlich es sey einen wahren Grundgedanken des Lebens den wir /
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erkannt und ergriffen haben, im Leben, d.h. in der Lebensgestaltu[n]g selbst nicht
festzuhalten. Es geht sehr viel für das Leben lehrreiches daraus hervor so wie allem
zuvor: wie nothwendig es zur Ausführung und Darstellung eines großen umfassen-
den Lebens- und Menschheitsgedanken es ist geeint zusammenzustehen wie Ein
Mann aus einem Guß, wie ein Armirter Magnet, wie eine magnetische
Batterie, d.h. wie ein, aus vielen kleineren einzelnen magnetischen Stäben
gebildeter einiger großer Magnet, wie die Jü[n]ger Jesu nach dem Hingange ihres
Meister[s] durch den Erlösungsgedanken am ersten Pfingstfeste zu Einem Ganzen geeint
wurden. Soll es denn aber immer wieder kehren daß der Träger oder der Keim[-]
punkt des Gedankens erst nichtmehr seyn soll bis sich die Mehrheit für die Aus-
führung des, von jedem Einzelnen doch als wahr erkan[n]ten Lebensgedanken sich eint?-
Doch zurück zum gestrigen Nachmittag und Abend. Bald waren die Freunde weg
gegangen (:sie gie[n]gen früher als sonst gewöhnlich weil es ein sehr dunkler nebliche[r] Tag
also noch mehr solcher Abend war:) - siehe da wurde mir von dem Bothen durch den
ich der Fr: von Witzleben die gewünschten Sachen, ges zu einem Geburtsg Geburtstagsgeschenk
für ihren 8jährigen Knaben, gesandt hatte - Dein Brief überbracht. Er
war am 4n begonnen am 7n abgegangen. Siehe so hatte sich mein Gemüth u
Geist, mein Hoffen, Sehnen u Erwarten doch nicht geteuscht; alles war bey Dir er[-]
folgt wie ich es mir gesagt hatte. Nun war es klar wozu es gut gewesen
war daß mein Brief an Dich noch nicht abgegangen, daß ich in der Absendung
desselben gestört worden war. Wie so lieb war es mir daß mein Brief
nun noch hier war u wie leid würde es mir gethan haben wenn ihn der Bothe
schon zur Post getragen hätte welcher mir nun schon den Deinen überbrachte -
So war es mir besonders sehr lieb, daß der l. Frau Wort kein leeres, sondern
sogleich durch den Erfolg wahres und bedeutungsvolles geworden war.
"Darum ist es schön - Wo die Menschen so zu einem Lebensg[an]zen zusammen stehn"
möchte ich in Beziehung auf die Schönheitsganzen der Spielkästen 3 u 4e Gabe sagen -
und so bekommen diese Schönheitsformen gleich wieder Lebensdeutung ja Wirkung -
und warum nicht? - soll ja durch die Schönheitsform der unsichtbar einigende
Geist eben so hindurch scheinen wie durch das Leben der einige GottesGeist,
darum soll ja auch, so fordert es ja auch das Gemüthe das Leben schön seyn
wie der Geist fordert, daß es wahr sey, d.h. daß es sey wie es von jeher
in der Einheit und durch dieselbe bedingt, also in gewisser Hinsicht von jeher
schon war.
Darum Dir zu förderst Dank, für Deinen lieben u so sehr werthen Brief rc indem der-
selbe eben dazu beytrug des Lebens innern Einklang auch in der äußern Erscheinung
anschaubar zu machen und dieß ist es ja eben was für den geistigsinnlichen Menschen
so hochwichtig ist. Dir nun noch für das Einzelne Deines Briefes zu danken bedarf es <wahrlich>.
1ns Deinen Aufsatz konnte ich zwar noch nicht ganz, sondern nur erst das erste Blatt lesen,
doch gefällt er mir sehr, ich habe daran gedacht ob es nicht ein Aufsatz für die Allgemeine
Augsburger Zeitu[n]g sey, doch eben fällt mir ein, daß er dazu wohl nicht allgemein genug,
sondern zu sehr ins Einzelne gehend sey. Allein für das genannte Blatt einen allgemein
anzeigenden Aufsatz zu haben, das wäre wohl wichtig.- Sollte sich Fröhlich in Bern, da
ihm nun besonders auch durch Dich gar vieles zur näheren Anschauung vorliegt, dazu ver[-]
stehen.- Zunächst werde ich diesen Aufsatz sogleich wohl in die nächste No des S. B.
II Bd. No 3 aufnehmen. Freylich können dann davon 2 Aufsätze von Dir, nemlich /
[212]
dieser und die mir früher schon von Dir mitgetheilte Rede bey der Censur Vertheilung
was ich gern vermieth vermie[d]en hätte. Nun das wird sich zeigen.
2ns Recht sehr würde es mich freuen, und ein schönes Geschenk würde es mir seyn, wenn
mir Fröhlich die versprochenen Fabeln glaube ich waren es für das S. Bl. schicken
wollte, er könnte dagegen etwas Anderes, vielleicht einen besonderen Abdruck
davon haben. Erinnere ihn doch mit meinem herzlichen Gruß gelegentlich daran.-
3., Was den Abdruck Deines Aufsatzes in der Allgem. Schulzeitung betrifft, so weiß ich nicht
und zweifle ob sie Aufsätze aufnimmt welche schon in andern Zeitblättern ab-
gedruckt sind, doch läßt sich durch Schäfer näheres darüber hören; ich will ihn
den Aufsatz gelegentlich an Dörffling schicken (d.h. wenn er im S. Bl. aufgenommen ist[)]
vielleicht kann der zur Förderung des Ganzen davon noch Gebrauch machen. Wie
mir Frankenb[e]rg sagte, so wollte er auch Deine Anzeige von Kegel und Würfel
die ihm sehr gefiel zu einem Zeitblatte als besondere Beygabe zur Förderung
der Unternehmung abdrucken lassen; jedoch habe ich nichts weiter davon gehört.
4. Deine Mittheil[u]ngen von Barenbold waren mir sehr lieb; man lernt dadurch
Ritschi innerstes Stehen kennen; Du hast doch Ferdinanden auch die Sache mitgetheilt.
Euer Rath wegen Basellandschaft gefällt mir; schreibe ihn denselben ja bald.
5, Wegen der Dom: Bonaldi kann ich Dir noch nichts erwiedern da Dein Brief
noch nicht in Keilhau war also sein Inhalt auch Frankenbe[r]gen unbekannt ist.
Jedenfalls halte ich es für gut wenn Frkbg die Ergebnisse Deiner Bemühungen d.h. He. Nie-
dereri Antwort auf Deine Anfrage He. v. R. wörtlich mittheilt. Da sehen denn diese
Leute welche Forderungen andere für Kinderführung machen. Doch glaube ich mit Dir
daß He. v. R. nicht darauf eingehen wird.
6. Was Herr Niederer unter der Organisirung rein geistiger Anschauungsmittel ver[-]
steht, verstehe ich nicht, bekanntlich geht alle unsere Erkenntniß durch die Sinne,
so geistig, rein geistig auch ihre Quelle ist, hindurch. Wenn das möglich wäre was
He. Niederer anzudeuten scheint, so dünkt es mich habe Gott keine Welt zu erschaffen
gebraucht, denn sie ist doch hoffentlich für bewußte, d.h. sich bewußtwerden sollende
freye Geister erschaffen, auch hätte kein Jesus, als Vermittler zu erscheinen nöthig
gehabt. Ich strebe ja aber eben dahin der Menschennatur getreu den Geist in
dem Körper, das Seyn in dem Erscheinen erkennend und anschaubar zu machen. Ihm
Herrn N. die gewünschten Sachen zu schicken, dagegen habe ich nicht das mindeste.
Du kannst sie ihm sogar mit einen bestimmten Gruß von mir schicken, wenn Du meinst
daß er ihn nicht als ein Bestechungsmittel betrachte. Nunmehr fürchte ich mich nicht
mehr vor Entgegnungen und wären sie noch so heftig.
7., Du schreibst mir ich soll Dir die Preise von all den Gegenständen schicken. Siehe daran
liege ich eben krank l. Lgthl. Erst sollte mir Fr[an]kenbe[r]g sie calkuliren helfen, wo-
zu eine Unsumme von Kleinigkeiten und Beachtu[n]gen k gehören; wie es zum Treffen
kam wandte er den Rücken d.h. er sagte die Arbeit in K. drücke und quäle ihn, er könne
nicht durchkommen. Jetzt hoffte ich auf Middendorff. Siehe nun werden sie beyde krank
daß mich alle diese Erscheinungen selbst auf einige Zeit krankmachten wirst Du mir
glauben. Middendorff muß nun 5 und mehr Wochen bey uns seyn und wie ich Dir schon schrieb
hat er mir kaum einige Dzzd Formen in Concept gezeichnet die ich ihm vorlegte.
Wenn ich nur einmal wieder recht klar weiß, daß ich ganz allein stehe u bin, und
das höchst na[ch]theilige Hoffen von Außen schwindet, dann werde ich auch wieder ganz
allein durchdringen fr[e]ylich immer nur bis auf einen gewissen Punkt und nicht in
dem Umfa[n]ge als das ganze in mir li[e]gt - daher - wenn ich Dir erst versprochen Deine /
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gerechte Forderung baldigst zu erfüllen - daher wirst Du es mir nicht übel deuten
wenn ich
8., für irgend eine nächste Zeit doch einmal auf Hülfe auf Geschäfts- und That-
hülfe von Außen her denken muß, wenn das Ganze die Ausbildung bekommen
soll zu welchem es die Anlage in sich trägt. Ich habe daher in diesen Tag[en] recht
sehr an Spieß Bruder, den Amerikaner gedacht, nemlich als Geschäftsführer
Du weißt sein Vater wünscht sehr daß er zu uns, entweder hierher nach Blkbg
oder nach Keilhau komme. Auch sagt sein Vater, daß seinem dieses Spieß Kommen
nach Deutschland nichts im Wege stehe. Nach Keihau kann er nun nicht kommen
da ist wie Du weißt alles besetzt. Was meinst Du aber würde er als
Geschäftsführer und bey strenger Controlle mir wenn anders die Wirksam-
keit so wie es scheint ihre Ausdehnu[n]g erhielte von ersprießlichen Gewinn seyn?-
Sprich doch mit Spieß darüber, Du kannst Dir ja die Geschäfte leicht denken;
gut wäre es fr[e]ylich wenn er mir auch einmal eine Correctur besorgen,
einandermal etwas im Entwurf zeichnen, vielleicht auch einmal gerade[-]
zu die Spiele vorführen könnte. Einmal wollte ich schon mit Middendorff dar[-]
über sprechen allein ich weiß nicht was mir Unangenehmes dazwischen
trat und fast scheint es noch dazwischen steht. Dem Gefühle dünkt mich ist es klar.
9. Was Du mir wegen der Einführung der 2en Gabe in Deiner Schule schreibst
werde ich sogl[eich] in No 2 des S. B. benutzen worinn ich Correspondenznachrichten
von Dir u Leonhardi aufgenommen habe.
10. Daß Du den Sprachwürfel behandelst freut mich, dieser ist gewiß eine sehr ge-
diegene Arbeit und ein ächter Kern, ich wünschte ihn wohl einigen Absatz, da-
mit ich Muth bekomme noch die paar letztern Würfel ich glaube 2 fertig
zu machen und so dieser Gegenst[an]d ganz beendigt wäre. Der Sprachwürfel
muß der feste Punkt seyn von wo aus man sich sprachlich nach jeder Seite und
zu allen hin bewegen kann was uns umgiebt; er muß gleichsam ein Com-
pedium der allgemeinen philosophischen so wie der besondern deutschen Sprachlehre
seyn. Was der Sprachwürfel gleichsam fest gestaltet giebt, das zeigt die Umgebung
lebenvoll; so ist auch der Sprachwürfel, so zeigt und enthält auch der Sprach-
würfel die schönste Skizze zur Sprachdarstellung, den späteren Sprachgestaltungen
(Stylübungen) a, Stelle den Würfel sprachlich durch (Hauptwörter) Gegenstände
dar, b.) durch Eigenschaften der Ruhe α des erstmaligen β des mehrmaligen
Bemerkens u.s.w. u.s.w. dem gemäß andere Gegenst[än]de - Begebenheiten rc.
11. So eben (Dienstags Nachmitt[a]gs am 13 Novbr 4 Uhr) war der Herr Schullehrer aus
Keilhau bey mir durch ihn habe ich an Barop zur Mittheilung an Middendorff
Deinen Brief gesandt und ihn aufgefordert Dir, wenn ihm die Sache wichtig
sey, gleich morgen zu schreiben. Spätestens wird Dir nun Middendorff Fr[e]ytags
bestimmt seine Ansicht schreiben, wenigstens werde ich in diesen Tagen noch dazu
auffordern.- Ferdinands Brief an mich habe ich an seinen Vater gesandt.
12. Ferdinands Stellung und Haltung erfreut mein Herz. Wie er sich jetzt als treuer
Charakterfester Mitarbeiter zeigt, so wird er zu seiner Zeit auch ein ächter
Mitkämpfer und Mitstreiter werden. Ich habe ihn hier wenig ja rein gar nichts
über mein Bestreben mitgetheilt, besser ist es wenn er es von Anderen so z[.]B[.]
durch Dich kennen lernt; ebenso ist es wieder sehr gut, wenn er Dein Wirken
in seinen Geiste u Deinem Wollen aus dem S. B. ihm zum Spiegel kennen lernt.- /
[213]
13. Sollte die Regierung von Luzern je wieder das oberamteliche Schloß an sich
kaufen so wäre es höchst wichtig daß die Erziehungsanstalt wieder in dasselbe
käme, denn der gemeine Sinn hängt auch am Orte, am Platze, es heißt im
Schloß auf dem Schlosse; jetzt erscheint aber die Erziehungsanstalt dem ge-
wöhnlichen Sinne immer wie entwurzelt. Sollte also jener Vorschl[a]g aus[-]
geführt werden, so werdet Ihr beyde und vor allem Ferdinand nicht verab-
säumen zur rechten Zeit die nöthigen Schritte zu thun, daß die Anstalt wie[-]
der in das Schloß komme; dieß wäre ein wirklich neuer Triumpf.-
Ich wollte über diesen Punkt noch besonders an Ferdinand schreiben allein der Raum wür[-]
de mir zu kurz, ich bitte Dich also den Ferdinand gelegentlich darauf aufmerksam zu
machen entweder wenn er Dich einmal besucht, oder wenn Du so gut bist ihm die beylie-
genden Zeilen zu überschicken.- Was ich dem Ferdinand zuletzt über seine Stellung
deren Wichtigkeit u ich möchte sagen Pflichten schreibe, das wirst Du hoffentlich
verstehen und so ihm commentiren könne[n]. Ich meyne kurz: Es soll dahin gewirkt
werden daß auf der Erde u unter den Menschen dasselbe Vertrauen herrsche wie
wir es erst in ein Jenseits setze[n] und ich meyne eine Stellung wie die ist in welcher
Ferdinand steht giebt die Möglichkeit dazu, trägt die Bedingungen dazu in sich.
Daß das Jenseits zum Dießseits werden soll - also kann liegt auch schon im Gebet
Jesu: "Dein Wille Vater, Gott geschehe auf Erde wie im Himmel," wenn dieß
geschehen soll, so muß es ges[ch]ehen können, so müssen auf der Erde dazu dieselben
Bedingungen wie im Himmel, also - zwischen Himmel u Erde kein Unterschied viel-
mehr Erde = Himmel, Himmel = Erde seyn.- Ferner: Zu uns komm[e] Dein Reich
Deine Herrschaft, Dein Regiment Gott Vater. Wo aber Gott Herrscht, regirt
wohin sein Wesen reicht kann nur der Himmel seyn, denn Gottes Wesen, Wille
Macht macht ja alles wo es erscheint zum Himmel. Du kannst über diesen Punkt
wenn es sich einmal macht, vielleicht auf Veranlassung meines Briefes mit Ferdi-
nand sprechen damit er in dem von mir gesagten nicht etwa eine mystische
Unklarheit erblicke.
14. Noch wollte ich Dir doch ein Wort über Wilhelm Clemens Entschluß sagen: Ich glau[-]
be man kann und man soll auch, abgesehen von dem mehrseitig trüben Gewan[d]
wenn auch nicht seine frühere Handlungsweise doch seinen letzteren Entschluß etwas
mild u billig beurtheilen: - Es ist die Zeit der Erziehung, der Lehre, alles drä[n]gt
sich dahin, es ist der natürlichste Zug des Menschen als Selbsterzieher u Selbstlehrer
ja die Gärtnerey bildet selbst dafür. So wollte ich Dich also bitten und darauf
aufmerksam machen, daß Du den Wilhelm mild u schonend behandelst wenn
er zu Dir, Du vielleicht zu ihm kommst, aber ihm zeigst wie es nun nöthig es nur für
ihn sey in dem ergriffenen Berufes zugleich das Höhere und Höchste und ihn nicht um
das Äußere willen zu erfassen und fest zu halten[.]
15. Ich halte es zur richtigen Erfassung und Behandl[u]ng seiner für nöthig, Dir unter dem
Siegel der Verschwiegenheit auszusprechen daß sich mir meine frühere Vermuth[un]g
bestätigt hat er ist, wie seine Brüder wirklicher natürl Sohn derer, welche sie gewöhn-
lich ihre Tante nennen, der Vater ist jedoch unbekannt. Name und alles ist Erdichtung.
16. Endlich wollte ich Dir doch den Titel eines interessanten Buches mittheilen, besonders
wegen der Vorrede, dann weil es auch die geraden Linien als die ersten Bedi[n]g[un]gen des
Chartenzeichnens aufstellt. Das Buch ist von Dr Friedrich Kapp und heißt Lehrgang der
"zeichnenden Erdkunde für gelehrte Kriegs- und höhere Bürgerschulen, Erster B[e]ytr[a]g /
[213R]
zur welthistorischen Ansicht alles Unterrichtes. Mit 14 Tafeln
Steindruck Minden bey Ferdinand Eißmann 1837. Kapp spricht als Forderung besonders in der Vorrede dieses Buches und was wir
schon als Thatsache im Leben haben so z.B[.] das Wesen der ächten Methode: - dem Geiste
und der Sache im Unterrichte nachzugehen, also den Entwickelungsgesetzen selbst nachzugehen
und nachzuleben.
17. Zum Schluß: Meine Frau sagt wird und kann nur Langethal diese
Langen Briefe lesen und wieder lesen um mit Anwendung zu lesen; ich
sage Ja! was sagst Du dazu?-
Der Brief enthält ja Grüße an Alle darum kann ich schnell
sagen: Lebt wohl lebt alle recht wohl. Schreibt bald wieder
E FrFr.

Die Bleystift Anmerku[n]g vom M. hat mich hoch erfreut, so wie das
schöne Bild als Brief- und Erinne[run]gsblume.

N. Schrift am 14n. Middendorffs Entscheidung für den Antrag von Ries würde freylich
ein großes Gewicht in die Entscheidungswa[a]gschale des Ganzen legen.