Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Ernst Müller in Döllstedt v. <13.11. oder 14.11.> 1838 (Blankenburg)


F. an Ernst Müller in Döllstedt v. <13.11. oder 14.11.> 1838 (Blankenburg)
(BN 577, Bl 10-11, hier: 10V-11V, undat. Entwurf ½ Bl 8°1 ¼ S. - Der Adressat ergibt sich durch Hinweis auf den „Bruder Heinrich“ im Text. - Der Entwurf findet sich zusammen mit einem weiteren Entwurf an C. F. Dörffling auf einem Papier, das zunächst eine Papierrechnung A. Stahls für F. v. 5.7.1838 war.- Datierung: Beide Briefentwürfe auf dem Papier scheinen in einem Zug und damit an einem Tag geschrieben zu sein. Aus einer Bemerkung im Brief an Müller geht hervor, daß der Brief frühestens am 7.11.1838 geschrieben ist. F. nimmt Bezug auf ein Ereignis vom 4.11., von dem er vor einigen Tagen durch einen Brief Kenntnis erhalten hat. Eine genauere Datierung ist über den Entwurf an Dörffling möglich: Im Brief an Heinrich Langethal v. 11.11.-14.11.1838 schreibt F. am 13.11., er wolle Langethals Aufsatz "gelegentlich" an Dörffling schicken. Da dies mit dem Brief geschieht, dessen Reinschrift auf den 14.11./18.11.1838 datiert ist und da F. dort bereits am 14.11. die Übersendung des Aufsatzes erwähnt, muß der Entwurf an Dörffling (wie auch der an Müller) v. 13.11. oder 14.11.1838 sein.)

Sehr werther, lieber Vetter

Zuvörderst ein[en] Herz[lichen] Glückwunsch Dir u Deiner guten Frau von mir u der meynen zu der Gottesgabe einer lieblich[en] Tochter
u[n]d die frohe Zuversicht daß Gott Mutter u Kind zur <Erreichung u Erfüllung> ihrer
fernen Bestim[mun]g schützen bekräftigen> u segnen werde. Gleich Wir würden uns
hoch erfreuen wenn Du uns gelegentl. von Zeit zu Zeit K[u]nde geben willst
daß unser schöne Hoffen sich von Tag zu Tag schöner u <bestetig> erfüllt.-
Unser Ferdinand ist nach seinem ersten Brief den ich vor einigen Tagen empfing
am 4 Nov. Vormittags glückl in seiner zweyten Heymath angelangt und
hat nun schon wieder mit frischem Muthe sein[en] Beruf Wirk[un]gskreis
seines Herzens begonnen. Er trägt uns an alle die sich nach seiner
Ankunft erkundigen sollten die herzli Grüße auf u[n]d vor allem an Dich
u all die lieben Dein[en].
Daß meine Anfrage <wegen> <Credner> Dein[em] lieben Br[u]der zu Gehör kam
laß Dir gar nicht leid seyn, habe ich durch eine Bemerkung was ich mir
jetzt nicht mehr <erringe> die Mittheilung über meine Anfrage in <engeren Grenzen>
gezogen so war es mir um sie nicht zu g[an]z allgemein zu machen.-
Was nun den besondern Wunsch unser lieben Heinrichs betrifft so
habe ich hoffentl in meine[r] den j[un]gen <Credner> betreff[enden] Anfrage aus gesprochen
daß ich [in] einem eigentl kaufmännischen Geschäftführer das sähe was
man sonst auch wohl <Frator> nennt; dazu gehört nun aber besonders auch
gewandte <Briefführung> mit den verschiedensten Personen, welche von dem Bruder zu fordern
ihm eine <Bürde> seyn werde. Sonst macht scheint <sich / doch> wohl das g[an]ze Ge-
schäft wohl so zu machen, daß es wohl einem sich dafür
eignenden jungen Mann ein bleibendes Bestehen sichern könnte. Das [sc.: Daß] ich auch
nun anfragend an Dich hinsichtl[.] <Credner> wandte, daran war eine <eingehende Anfrage>
von demselben <mit Befassung> an Lgthl schuld.
Einen Tischler beschäftige ich wohl; allein derselbe liefert mir die Sachen
weil sonst kein Absatz dafür wäre so billig, daß er von Morgen bis Abend
thätig seyn muß um es nur zu einem mäßigen Taglohn zu bringen.- Sollte sich je-
doch einmal das Geschäfte, was wohl im Plane liegt so aus breiten, daß
dieser der Zweig der Holzarbeiten allein einen Aufseher bedürfte, so will ich
gern dabey zu förderst Heinrichs gedenken. Doch <immer> dünkt mich müßte eine /
[10R/11V]
Werkstadt in einer wenn auch 2n Hauptstadt
ihm mehr einbringen. Denn all mein und unser Wirken das weißt Du wirft nur mäßig ab u fordert rastlos hingebe[n]de That. [Text bricht ab]