Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an C. F. Dörffling in Leipzig v. 14./18.11.1838 (Blankenburg)


F. an C. F. Dörffling in Leipzig v. 14./18.11.1838 (Blankenburg)
(BN 577, Bl 10-11, hier: 11R, undat. Entwurf 1 Bl 8° 1S., SBB, Sammlung Darmstaedter 2c 1826 (3): Fröbel, Friedrich: Brieforiginal/Reinschr. 1 B 8° 4 S. Der Entwurf findet sich zusammen mit einem weiteren Entwurf an Ernst Müller auf einem Papier, das zunächst eine Papierrechnung A. Stahls für F. v. 5.7.1838 war. Das Brieforiginal/Reinschr. ist deutlich umfangreicher und auf den 14.11./18.11.1838 datiert. Der Entwurf entspricht in etwa den beiden ersten Seiten des Originals, die Teile, die auch eine Entsprechung im Entwurf haben, sind vollständig vom 14.11.1838. - Datierung des Entwurfs: Beide Briefentwürfe auf dem Papier scheinen in einem Zug und damit an einem Tag geschrieben zu sein. Im Brief an Heinrich Langethal v. 11.11.-14.11.1838 schreibt F. am 13.11., er wolle Langethals Aufsatz "gelegentlich" an Dörffling schicken. Da dies mit diesem Brief geschieht, dessen Original auf den 14.11./18.11.1838 datiert ist und da F. bereits am 14.11. die Übersendung des Aufsatzes erwähnt, muß dieser Entwurf wie auch der an Ernst Müller am 13.11. oder 14.11.1838 geschrieben worden sein. - Der Zusammenhang von Entwurf und Reinschrift an Dörffling wird in Briefliste nicht erkannt, daher zwei gesonderte Einträge (Nr. 798 bzw. 815).

a) Entwurf

[11R]
Herrn C. F. Dörffling Wohlgeb. in Leipzig Grimmaische Gasse No 590


Geehrtester Herr.

Soeben bekomme ich In den jüngsten Tagen habe ich <diesen> beyliegenden Aufsatz von unserm fleißigen u treugesinnten Herrn Langethal in Burgdorf in der Schweiz er-
hallten Er kommt nun ist derselbe zwar für das Sonntagsbl. bestimmt u ich werde ihn in die nächste No des II. B dess[elben] aufnehmen; allein durch die Art wie er besonders durch seinen Inhalt das Frauengemüthe zu fesseln
im Stande war u wie ich ihn selbst <geschrieben>
fand, so wünschte ich ihn da das Sbl. doch jetzt nur noch einen sehr kleinen <Kreis>
von Lesern hat wohl einen weiteren Wirkungskreis auch unser Frd L wünscht
es u ich komme nun mit Ihnen deßhalb zu berathen.
Die Unternehmung der Spielkästen findet bey allen welche näher mit ihrem Geiste u Ge-
brauch bekannt werden die allerlebhafteste Theilnahme und sogleich den Wunsch nach
Besitz derselben zum eigenen Gebrauch. Ich kann Ihnen die Wirkung davon bey den Vätern
u Müttern in der Männer[-] u Frauenwelt - wie gesagt wenn die Spiele in ihrem Geiste
u Leben den Menschen nahe gebracht werden gar nicht lebhaft genug schildern[.] Die selbstdenkenden erfahrenen Erzieher u Männer in den verschiedensten <Ge[gende]n> wurden davon ergriffen[.] Es liegt
also bei all den Spielen und somit unserer gesammten Unternehmung also auch dem Sonntgsbl. - denn alles ist lebenvolles Ganzes u wird sich später immer mehr als ein solches bewähren u bethätigen [-] Eingang und allgemeine Anerkenntniß zu
verschaffen, liegt es blos darin
sie in ihrem Geiste u Wesen mehr
bekannt zu machen. Wenn uns
geehrtester Herr dieß gelungen seyn wird so wird sie sich später gewiß den ersten jetzt be-
<stehenden> Unternehmen an die Seite stellen können. Lassen Sie sich nur nicht den Muth nehmen wenn sie etwa u <wen[n]>
es ge
machen <ehe> Hinsichtl. dieses allgemeinen Bekanntwerden komme ich nun zunächst mit dem
Aufsatze Lgthls zu Ihnen. Wie ich aussprach ist derselbe zwar <zuerst> für das Sbl.
bestimmt und da er also schon in einer Zeitschrift abgedruckt erscheint so wird ihn schwerlich eine andere
noch als Aufsatz in sich aufnehmen, sonst hätte ich wohl an
manches Blatt gedacht so z.B. zunächst wegen seiner Wirkung auf die Frauengemüthe an die Frauenzeitung. Da ich nun zweifle
ob der Aufsatz nach seinem Erscheinen in dem
S. Bl. noch in einem anderen Zeitblatte aufgenommen werden mögte, worüber ich
mir <eben> Ihre Meynung u Erfahrung ausbitte, so hätte ich einen zweyten Gedanken, ob
es nicht anginge daß man den Aufsatz ganz besonders abdrucken lasse u mit < ? >
einer gelesen dem Streben nach damit in Einigung stehenden Zeitschrift z.B.
ebenfalls der Frauenzeitung (die ich jedoch nur dem Namen nach kenne) <ausge-
lassen> <könnte>. Ich hatte dann den Gedanken daß es doppelspaltig in 4° ohnge mit einfach einfachen <Leisten>
als <Einfassung> ohngefähr so gedruckt wieder wie die Anzeige des Schmuckes von der Hand oder wie
andere wichtige Anzeigen. Ich dachte das G[an]ze würde ohngefä[hr] höchstens 3/4 Bogen geben.- Für den
Bogen würde ich 3½ rth Satz u Druck zu zahlen haben. Wäre nun die Auflage
der Frauenzeitung vielleicht 500 gäbe cca 3/4 Ries Papier à 2½ rth = cca 2 rth[.] Machte also
eine <A[us]gabe> von rth 5-6. Ich gebe Ihnen nun zu überlegen ob es dem G[an]zen entsprechend wäre
die Ausgabe zu übernehmen. <Freylich> müßte ich Sie bitten den
Aufsatz selbst zu lesen oder ihn wohl auch von einem eingehenden Freund mit <billiger> Gesinnung lesen
zu lassen.
Übrigens beharre ich keinesweges überhaupt bey mein[em] Vorschlag sondern es er ist überhaupt nur als
Beyspiel in Gedanken wie ich mir denke daß man vielleicht den Lgthlensche Aufsatz <zur geraden>
und allgemein anerkennende Verbreitung der Sache benutzen könnte. Seyen Sie nun so gütig mir
recht bald darüber Ihre gefällige Mittheilung zu machen[.]. Lassen Sie sich nicht irren wenn Sie mir gerade
zu widersprechen <nur> bitte ich eines haben sie auch wieder dabey wie bisher Zutrauen zum Geiste [Text bricht ab]

b) Reinschrift/Brieforiginal

      Herrn C. F. Dörffling, Wohlgeboren in Leipzig, Grimmaische Gasse No 590.


Blankenburg bey Rudolstadt am 14' Novbr 1838.


Geehrtester Herr.

In den jüngst verflossenen Tagen habe ich den hier beyliegenden, unsere Unter-
nehmung, deren Geist und Einführung im Leben betreffenden Aufsatz von un-
serm unermüdlich fleißigen und treugesinnten Langethal aus der Schw[ei]z erhalten.
Nun ist zwar dieser Aufsatz für das S. Bl. bestimmt und ich werde ihn demgemäß
auch in die nächste No des II Bds desselben [aufnehmen]; allein durch die Art wie er, nach der
vor uns liegenden Erfahrung durch seinen Inhalt und Darstellungsweise beson-
ders das Frauengemüthe zu fesseln weiß und wie ich ihn selbst sehr zweckmäßig ge-
schrieben finde bestimmt, so wünschte ich, da das Sonntags Bl. bisjetzt doch noch einen
sehr kleinen Kreis von Lesern hat, dem Aufsatze wo[hl] einen größeren Wirkungskreis;
auch Herr Langethal selbst wünscht es, und ich komme nun, mich mit Ihnen deßhalb
zu berathen.
Die Unternehmung der Spielkästen und Spiele findet bey allen welche näher mit ihrem
Geiste und Gebrauche bekannt werden die allerlebhafteste Theilnahme und erregen sogleich
den Wunsch nach dem Besitze derselben zum eigenen Gebrauch. Ich kann Ihnen die Wirkung
der Spiele als Erziehungsmittel, als Mittel zur ächten Pflege des Kinderlebens bey Vätern und
Müttern, in der Männer- und Frauenwelt wenn sie in ihrem Geiste und in sich tragenden
Leben den Menschen nahe gebracht werden, gar nicht lebhaft genug schildern. Die selbst-
denkendsten Männer und die erfahrensten Erzieher in den verschiedensten Gegenden Deutsch[-]
lands und der Schweiz wurden wahrhaft davon ergriffen. Einen Beweis dafür finden Sie,
werden Sie selbst in dem beykommenden Aufsatze Langethals finden. Ich könnte Ihnen
wohl ein ansehnliches Verzeichniß der namhaftesten Männer und Frauen in der Ferne
und Nähe (unter diesen z.B. unsere hochgebildete Fürstin Mutter und ihre Schwägerin die Prinzeß
Karl, die Prinzeß von Schaumburg-Lippe und sonst die ersten Frauen Rudolstadts) vor-
führen, welche nicht nur vorübergehenden sondern bleibenden und wiederholt sich kund[-]
thuenden, fördernden Antheil an dem Ganzen nehmen, wenn daraus noch etwas anderes
hervorgienge als: um also den Spielen und somit unserer gesammten Unternehmung,
somit wie auch dem Sonntagsblatte (:denn alles ist ein lebenvolles Ganzes und wird sich
später auch immer mehr als ein solches bewähren und anerkannt werden:) - all-
gemeineren Eingang und Anerkenntniß zu verschaffen, so liegt es zunächst blos daran,
sie in ihrem Geiste und Wesen mehr bekannt zu machen. Wenn uns geehrtester
Herr! dieses allgemeinere Bekanntseyn unserer Bestrebungen und Leistungen gelungen
seyn wird, dann wird sich auch gewiß die G gesammte Unternehmung den ersten der
jetzt bestehenden an die Seite stellen können.-
Hinsichtlich dieses allgemeineren Bekanntwerdens meiner und unserer Unter-
nehmung komme ich nun mit Langethals Aufsatz zu Ihnen. Wie ich aussprach ist derselbe
zwar zunächst für das S Bl. bestimmt und wird in die nächste No desselben aufgenommen /
[1R]
werden, allein dennoch wünschte[n] ich und Langethal, wie ich oben schon aussprach
zur Förderung des Ganzen davon noch einen anderweitigen zweckmäßigen
Gebrauch. Da er nun aber hiernach schon in einer Zeitschrift abgedruckt erscheint, so wird ihn schwerlich eine andere, wenigstens keine von einiger Bedeutung noch
als einen Hauptaufsatz in sich aufnehmen, sonst hätte ich wohl an manches
Tageblatt gedacht so z.B. wegen des Aufsatzes Wirkung auf das Frauen[-]
gemüth, an die Frauenzeitung. Dieß ist nun der erste Punkt über welchen
ich mir von Ihnen Ihre Meynung und Ihre Erfahrung erbitte.
Da ich nun aber in mir zweifle daß der Aufsatz nach seinem Erscheinen
in dem S. Bl. noch in einer andern Zeitschrift auch als selbstständiger Aufsatz
aufgenommen werden möchte so habe ich noch einen zweyten Gedanken,
worüber ich mir aber, d.h. über dessen <Anstand> und Ausführbarkeit ich
mir nicht minder Ihre Ansicht und Ihren Rath erbitte, nemlich den Gedanken:
- ob es nicht angienge, daß man den Aufsatz ganz besonders abdrucken,
und mit einer mehr gelesenen Zeitschrift, welche ihrem Streben nach im All-
gemeinen damit in Einklang stände z.B. ebenfalls der Frauenzeitung
(welche ich jedoch nur den Namen nach kenne) - als Beylage mit ausge-
ben zu lassen könnte?- Ich hatte dann weiter den Gedanken daß es nach
Art einer Anzeige z.B. der des Schmuckes von Herrn Haube doppelspaltig in 4°
mit einfachen Leisten als Einfassung, und wie viel andere derartige Anzeigen
gedruckt würde. Das M[a]nscript sind wie Sie sehen 7 8° Seiten freylich sehr
eng geschrieben, sollte dieß nicht auf einen Bogen oder 7 doppelspaltige
4° Seiten gehen? Ich nehme es an. Für den Bogen würde ich 3½ rth für Satz
und Druck zu zahlen haben. Wäre nun die Auflage der Frauenzeitung 500
so gäbe dieß 1 Ris Papier zu 2½ rth machte also zusammen mit den Neben[-]
Ausgaben für Porto u Fracht 6-7 rth. Ich ersuche Sie nun ergebenst es in gefäl-
lige Überlegung zu nehmen ob Sie diesen Vorschlag hinsichtlich seiner Kosten so wohl
als besonders auch hinsichtlich seines möglichen Erfolges für das Ganze ange-
messen halten. Freylich müßte ich Sie gar sehr bitten den Aufsatz selbst zu
lesen, ihn auch wohl noch von einem prüfend eingehenden Freunde der Unter-
nehmung lesen zu lassen um vorher eine Meynung über seine mögliche Wirkung im Publi[-]
kum zu bekommen.
Übrigens beharre ich keinesweges bey meinem Vorschlage, sondern ich gebe es über[-]
haupt nur als Andeutung wie ich mir denke daß man vielleicht den Langethalschen
Aufsatz am besten zur Förderung und zur anerkennendmachenden Verbreitung
der Sache benutzen könnte. Einer solchen Anzeige liegt freylich immer etwas Anprei[-]
sendes im Hintergrunde was wohl nicht schön ist, allein dieses Anzeige liegt doch enthält ge-
prüfte Wahrheit zum Grunde, auch werden ja eben nur Thatsachen hingestellt
und das eigene Urtheil darüber bleibt frey. Seyn Sie nun so gefällig mir recht
bald Ihre bestimmte Ansicht darüber mitzutheilen; lassen Sie sich nicht irren
wenn Sie mir auch geradzu widersprechen müßten, giebt Ihre Meynung nun
für das Ganze das Bessere; Nur eines bitte ich haben Sie dabey auch ein Wenig
Zutrauen zum Geiste des Ganzen zum Ziel und Zwecke der Unternehmung.
Sollten Sie die Sprache in dem Aufsatze gegen mein Erwarten wirklich etwas /
[2]
eigenthümlich finden, so dünkt mich giebt dieß auch demselben einen eigenthüm[-]
lichen Reiz da sie ächte Liebe, Kindes- Vaterlands- und Menschheitsliebe
und gediegene geprüfte und bewährte Wahrheit in sich schließt.-

18/XI Ich habe mir nun erlaubt den Aufsatz als Anzeige einzuleiten
da ich aber nicht entscheiden kann ob es sowohl in Form, als in Größe ange-
messen ist, so übergebe ich gern alles Ihrer weiteren Anordnung und wieder[-]
hole was ich schon früher sagte: schneiden Sie ab, ändern Sie wie Sie es der Sache angemessen finden.
Daß der Absatz, besonders die Nachforderung von Kästen so gering ist wundert
mich wirklich selbst indem von Frankfurt a/m, von Dresden, von Gießen u Marburg Göttingen
mir durch meine Freunde die ganz bestimmten Forderungen derselben sich
ausgesprochen haben. In Frankfurt a/m das weiß ich wünschte man eine b[e]stimmt[e]
Niederlage derselben und ich wurde persönlich aufgefordert eine Sendung dahin
entweder an Privaten oder an die Schmerbersche Buchhandlung zu machen.
Schmerber selbst scheint dieß zu wünschen, ich aber wollte dieß nicht thun
um nicht Zerstückeltheit in das Ganze Geschäft und in den Absatz zu bringen.
Überall haben wir die Nachfragenden an den Buchhandel und zuletzt an Sie
verwiesen. Es scheint doch daß es - wenn es sich gemacht hätte - gut gewesen
wäre die Kästchen zugleich mit dem Texte zu versenden. Auch Buch[-]
händler in meiner Nähe haben die Sachen ge als Novität gewünscht,
die blose Novitäten [{]Anzeige / Zettel} schienen ihnen nicht zu genügen; ein Sorti-
mentsbuchhändler sagte mir er könne damit für sein Publikum nichts anfangen.
Ich hatte Sie geehrtester Herr! früher so verstanden daß außer dem, blos
den eigentlichen Buchhändlergeschäften unter sich angehörenden Novitäten
Zetteln auch wirkliche Anzeigen gedruckt würden, welche man theils
Zeitschriften beyfüge, theils an Sortimentsbuchhandlungen versende
um an ihre Kunden abzugeben. Wenn wir nur erst gewonnen hätten daß
das Ganze Unternehmen mehr bekannt wäre, für den Fortgang desselben glaube ich
wenn auch nicht alles Vorliegende und alle Lebensthatsachen mich trügen, nicht bang
zu seyn.- Um nun dieß allgemeinere Bekanntwerden zu bewirken, dazu glaube
ich sey eben Langethals Aufsatz - nach seiner Wirkung auf das Frauengemüthe -
geschickt, vielleicht aber auch nur wieder ein Auszug daraus z.B[.] nur das
rein die Sache betreffende, praktische.- Ich wollte nur ich hätte hier einen jungen
aber auch in die Sache eingehenden jungen Geschäftsmann zum Gehülfen der das in[-]
dustrielle und die Geschäftsangelegenheiten schnell besorgte, es sollte die Sache bald
in Gang kommen, denn, wem ich die Sache nahe bringe der wünscht solche auch
zu besitzen, besonders auch die Spiele der folgenden Gaben. Darum hätte ich freylich
gar sehr gewünscht, daß die Führung und der Gang Ihres Geschäftes Sie einmal hier[-]
her gebracht hätte um Ihnen das Ganze vorlegen zu können, denn es ist in jeder
Hinsicht, ja in ganz und gar äußerlichen merkantilischen Betrachte[n] gewiß der Hinga[-]
be einer ganzen Manneskraft, in Hinsicht auf die äußere Ausführung und den
Verschleiß werth; ich allein kann nur in dieser Hinsicht nicht nicht [2x] durchkommen und
ich mag die Sache nicht in die Hände von Menschen geben welche sie nur ganz
äußerlich äußerlich [2x] als Gewinnsache betrachten, ob mir gleich schon mehrseiti[g]
Anträge dazu geschehen sind.- Vielleicht mache ich mich auf den Weg, d.h. /
[2R]
setze mich in den Eilwagen und besuche sie [sc.: Sie] und alle die übrigen verehrten u[n]d
theilnehmenden Männer in Leipzig. Sie können es mir auf mein Wort
glauben die Sache ist einer Gesammtunternehmung und Förderey werth und würdig;
ich würde es Ihnen ja nicht aussprechen dem das Geschäft durch und durch klar
wird; jeder gebildete und denkende Mann und jede solche Frau der ich die
Sache nahe bringe oder dem sie durch meine Freunde nahe gebracht wird
spricht einstimmig aus: - "Schicken Sie ja alles" diese Stimmen kommen
bis von Genf und Lausanne. Es fehlt nur daran daß die Sache noch nicht
allgemein ganz bekannt u besprochen worden ist. Dazu meynte ich nun,
nochmals ausgesprochen könnte vielleicht der Langethalsche Aufsatz wirksam
seyn.-
Die Adresse an den Herrn Prof. der Philos: Bayerhoffer in Marburg
von den sich sehr bestimmt ausgesprochenen eingehenden Theilnehmer
sich vielleicht ein Aufsatz für den Allgem. Anz. der Deutschen in Gotha
erwarten ließ habe ich Ihnen wohl schon im vorigen Briefe mitgetheilt.
Auch war Bayerhoffer bereit das Unternehmuge Unternehmen und seine Erzeugnisse
auch den [sc.: in] den hallschen Jahrbüchern für deutsche Wissenschaft u Kunst
anzuzeigen.
Könnten Sie vielleicht einen Geschäftsfreund, den Sie gewiß in Marb[ur]g
haben veranlassen den 1n Bd des S. Bl. so wie auch die Fortsetzungen desselben
dem He. Consistorialrath Professor <Scheffer> in Marburg - welcher
sich wie es in dem vor mir liegenden Briefe heißt: "vor allem für
die Beschäftigungsmittel interessirte" zur Einsicht zuzusenden, so
könnte es gut seyn; Er ist zugl. Sekretär des dortigen Frauenvereines
und er hätte auch Willens, den Jahresbericht des dortigen Frauen[-]
vereines zur Aufnahme in das SBl. an mich einzusenden, was
mir lieb wäre; ich möchte es wohl daß das S Bl. eine Art Ar[c]hiv
für alle Verhand[lun]gen der Deutschen Frauenvereine, dere[n] Zweck zugleich die
Pflege Kleiner Kinder, und die Sorge für Kleinkinderschulen
ist - werden möchte.
Wegen der Spielkästen will ich mir doch erlauben Ihnen wirklich
mitzutheilen was mir ein Freund aus Frkf a/m schreibt:
"Vor allem siehst Du aus obigen Mittheilungen, wie nöthig es ist dafür
zu sorgen daß die Kästchen an verschiedenen Orten in Massen zu
(so hier bey Schmerber) vorräthig sind."- Wie kommen wir nun diesem
Wunsch ohne das Geschäft zu zerstückeln am besten u schnellsten entgegen?-
Noch eine Frage: - Wird die Zeitschrift Humania; Ein Tagesbl.
für die Schule u das Haus fortgesetzt? Irre ich nicht so wird oder wurde
sie von zwey Diakone[n] in Plauen im Voigtland herausgegeben. Diese Zeit-
schrift wurde in der allgem: Schulzeitung zugl[eich] mit dem SBl. angezeigt[.]-
Nun habe ich das Ganze nach den vor mir liegenden Thatsachen nochmals
Ihrer Prüfung vorgelegt, theile[n] Sie mir nur gütigst recht bald Ihre
weitere Meynung darüber mit[.]
Mit hochachtungsvoller un Ergebenheit unterzeichne ich mich

FriedrichFröbel.

Abgesandt am 18' Nbr.