Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Henriette Wilhelmine F. in Blankenburg v. 14.12.1838 (Dresden)


F. an Henriette Wilhelmine F. in Blankenburg v. 14.12.1838 (Dresden)
(Autograph nicht überliefert; ed. Rhein. Bl. 1878, 152-157. Zu diesem Brief gehört der letzte Teil des Briefs v. 23./25.12.38 an Henriette Wilhelmine, also S. 171, 2. Abschnitt bis S. 174, der in der Edition von 1878 falsch zugeordnet wurde. In diesem Briefteil fordert F. sehr bestimmt die sofortige Reise Middendorffs nach Dresden. Am 23.12. befindet sich Middendorff bereits in Dresden.)

Dresden, am 14. Dezember 1838, Morgens.


Meine innig geliebte Frau!

Möge Gott Dir eine ruhige und erquickende Nacht geschenkt haben und mögest Du in diesem Augenblicke Dich besonders noch eines stärkenden Morgenschlummers erfreuen! Wie so sehr verlangt es mich doch nach Nachricht von Dir! Wie glücklich, wie beglückt würde ich sein, träte in diesem Augenblick der Briefträger herein und brächte mir die beruhigendsten Nachrichten von Dir. O! möchten solche unterwegs sein, damit ich bald frohe Kunde von Deinem Gesundheitszustand bekäme. Doch eine frohe, sichere Kunde geht mir aus meinem Leben, meinem Wirken, dem Erfolge desselben hervor, es ist die: - daß Dein Geist, Dein friedlich segnender Geist, daß die frommen Wünsche Deines /
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liebenden, treuen Herzens mich stets umschweben, mir und uns Gott gefällige Früchte meines Wirkens erflehen. - In meinen letzteren (d. i. ersteren) Zeilen von hier an Dich, welche ich ehevorgestern zur Post gegeben habe, meldete ich Dir meine (Mittwochs Nachmittags) glückliche Reise und Ankunft - meinen Besuch und Aufnahme bei Houpe - dessen beachtende Überschauung und freundliche Einführung bei dem Herrn Geheimen Regierungsrath v. Schaarschmidt, - als Ergebniß dieser Einführung die Erlaubniß des Hrn. R. R., mit seinen Kindern am gestrigen Tage einen Spielversuch machen zu dürfen u.s.w. u.s.w. bis zum Besuche des Herrn Director Blochmann. Irre ich nicht, so schloß ich damit; dies war also Mittwoch Mittags. Nun fahr ich in den Andeutungen fort: Nach Weggang von Herrn Blochmann und nachdem ich zu Mittag gegessen, den Brief an Dich geschrieben und zur Post gegeben hatte, gingen wir fort und ich zum Lehrer Gesell, welcher sehr abgelegen am äußersten Ende der Neustadt wohnt und noch weiter entfernt seine Beschäftigungs- und Schulanstalt für arme Kinder hat. - Über die Anstalt selbst sage ich nichts; nur mündlich läßt sich darüber mittheilen. Der Anblick einer mit solch rein menschlichen Gesinnungen geführten Anstalt, wie die sind, welche Herr Gesell beseelen, wirkt immer wohlthätig. - Die Kinder waren freudig, thätig, erschienen im Betragen anständig, so ärmlich auch ihr Äußeres war. In Gesell fand ich einen Mann mit klarem heiterem Angesicht, klein, froh in seinem Beruf und dessen Segnungen, was alles mich rührte; er hat eine sehr eingehende Gehülfin - doch ich muß abbrechen und mich zu meiner Angelegenheit wenden. Von dieser wußte er wenig; denn die Blätter Nr. 1-19 des S. Bl., die für ihn von Frankenberg früher, bei voriger Anwesenheit in Dresden, bestimmt worden waren, waren von Herr[n] Lön nicht abgegeben worden. - Es wurde nun die Möglichkeit verabredet, sich bald wieder zu sprechen. - Nun ging es, es war gegen 6 Uhr Abends, zu dem Herrn Dr. (und Lehrer der Mathem[atik] in der Blochmann'schen Anstalt) Peters. Wir trafen zuerst nur dessen Frau, umgeben von ihren beiden Töchterlein Julie und Sophie, Kindern von 3 und 5 Jahren. /
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An die Frage, ob ich schon früher in Dresden gewesen sei, knüpften sich, nach dem baldigen Eintritt von Herrn Peters, Mittheilungen aus dem Leben im Lützower Corps, und da Herrn Peters Interesse an Körner, wie an dem Corps selbst, eine Frage nach der andern hervordrängte, so füllten die Mittheilungen darüber den Abend bis 8 Uhr aus. Die Gespräche waren lebendig, und so lernten wir uns vielleicht dadurch am besten kennen; es wurde für Frankenberg sogleich ein 2. Besuch für den nächsten Morgen (Donnerstags) zum Spiel mit den Kindern bestimmt und für uns alle ein Zusammenfinden auf den Nachmittag zum Kaffee von 2-3 Uhr. Peters und seine Frau sind Niedersachsen. Irre ich nicht, so ist Peters in Hamburg oder Bremen geboren; er kam später nach Osnabrück, wo er wohl seine erste Ausbildung erhielt. Hier mag sich vielleicht die Bekanntschaft mit seiner lieben Frau angeknüpft haben; denn sie ist eine geborne Osnabrückerin, also Westphalin. Hier hast Du sie nun ganz: ihr dunkles lebhaft leuchtendes Auge, ihren ruhigen Frohsinn, ihre gemüthvolle Behandlung des Lebens, ihre Art, mit ihren Kindern zu sein, kurz alles - genug das Wohlthuende ihrer Gesellschaft als Mutter und Gattin und ihr Familienleben. Er dünkt mich als Mann fast noch jugendlicher als sie. Die Familie ist wichtig wegen der Festhaltung des Gedankens, deshalb hielt ich mich so lang bei ihr auf und werde noch oft zu ihr zurück kommen müssen. - Der Mittwoch war zu Ende. Wir gingen nach Hause, wir waren müde, und bald ging es mit seelenvoller guten Nacht an Dich zur Ruhe. -
Donnerstags, gestern. Die Kiste war angekommen. Ich ging zu dem für alles guten Rath wissenden, edlen Houpe, ihn fragend, wohin ich sie wohl am besten bringen lasse? - Er räumte mir sogleich seine Wohnstube zur Absetzung und Auspackung der Kiste ein, weil er im Winter diese Stube nicht benutze. Ein großes Geschenk für mich; nun kann ich ohne Aufsehen alles auspacken und mich ganz frei bewegen. - Er ließ sogar die Kiste abholen und zu sich bringen. Jetzt war durch all diese Besorgungen die Zeit herbeigekommen, zu Herrn Dr. Blochmann zu gehen. Ich fand ihn auf seinem Zimmer, /
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wurde herzlich von ihm empfangen, und bald zeigte er mir sein ganzes Reich - seine ganze Welt - ein wahres Reich, eine wahre Welt, alles schön geordnet, großartig: - ich kann mich gar nicht bei dem Einzelnen aufhalten. Das Bild des Hauses, welches Du zwischen meinen Büchern rechts auf meinem Schreibtisch finden wirst, sagt Dir alles, wenn Du Dir dazu denkst, daß Grafen und Fürsten darin als Zöglinge teils noch leben, teils gelebt haben, und wenn Du hörst, daß die Lehrer derselben zugleich Lehrer der Prinzen des königl. Hauses sind. Barop kann alles dies ausführen. Es war 1/2 1 Uhr, als wir von der Ronde im Hause seit fast 11 Uhr zurückkamen, ob wir gleich vieles nur durchflogen, z.B. die Klassen.
Bis jetzt war es mir noch nicht möglich gewesen, den Herrn Director für mein Unternehmen zu interessiren; doch jetzt schien es mir zu gelingen, und er faßte es zwar richtig als eine "propädeutische" - vorbildende Anstalt für alle späteren Lehr- und Unterrichts-, auch wohl Erziehungsanstalten auf, jedoch aber nicht in seiner tiefen menschlichen und menschheitlichen Bedeutung. Daß der Herr Geheime Regierungsrath v. Schaarschmidt der Sache schon seine Theilnahme geschenkt habe, dies schien in seinem Innern eine bestimmte Wirkung hervorzubringen, so wie auch, daß wir Empfehlung an die Frau Geheimräthin und Oberhofmeisterin von Miltitz [sc.: Minkwitz] abzugeben hatten. Genug, er stellte mir zuletzt noch seine Familie oder vielmehr mich seiner Frau vor, ihr zugleich anzeigend, daß er mich als "einen alten Freund" auf künftigen Sonntag Mittag eingeladen habe. Sie schien es ganz im Gefühl ihrer Stellung aufzunehmen, der eben derartige Anzeigen etwas Gewöhnliches wären. So schieden wir im Ausdruck geselliger Cordialität (ich weiß keine bessere Bezeichnung). Jetzt ging es eilig nach Hause, um nur etwas zu speisen. Es war schon 1 1/4, und 1 3/4 wurden wir schon bei Herrn Dr. Peters erwartet, und noch war die Kiste nicht geöffnet. Frankenberg besorgte dies, während ich aß; so waren wir nach oder mit 3 [sc.: ¾] Uhr bei Dr. Peters. Heut wurde bald begonnen. Die Kinder waren erst etwas scheu; doch die Theilnahme der Eltern und der Gegenstand derselben erregte bald die Neugierde der Kinder. So /
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wurde das Ganze bald lebendig, welches sich damit schloß, daß ich die beiden Eltern bat, mit uns zugleich Kinder zu sein, um ihnen die weitere Fort- und Einführung im Leben zu zeigen. Eltern und Kinder waren zufrieden, die Theilnahme der ersteren besonders in hohem Grade erregt und befestigt. Ich sagte, daß wir 3 Uhr zu Herrn Geheime Regierungsrath v. Schaarschmidt eingeladen seien, um dort den Kindern die Spiele vorzuführen. Da fand es sich denn, daß diese beiden Familien sich nahestehen, besonders auch die Frauen, so daß uns die Frau Dr. Peters mit ihrem Töchterchen sogleich dahin begleitet haben würde, wenn die älteste, Julie, nicht wegen Unwohlsein das Zimmer hätte hüten müssen. Es wurde aber bestimmt, daß für heute Nachmittags Jemand der Peters‘schen Familie den Herrn v. Schaarschmidt besuchen solle, um dort das Ganze weiter fortzupflegen. - Nun ging es zu Herrn Geheime Regierungsrath Schaarschmidt. Wir wurden nun in den Flügel der Frau v.[om] Hause geführt und sogleich einzutreten ersucht. Die Frau Geheime Regierungsrath kam uns auf eine ganz auffallend herzliche, freundliche und eingehende Weise entgegen, wie früher wohl die Frau Geh. Rath v. Beulwitz, doch noch weniger ceremoniell und noch freier, mütterlich menschlich. Ein kleiner Tisch vor dem Sopha war mit 4 bis 5 Stühlen oder weniger umstellt, und bald waren solche von fast ebensoviel, zunächst von vier lieben Kindern besetzt, hinter welchen auch alsbald der Vater seinen Platz nahm. Schüchternheit und Theilnahme kämpfte in den Kindern. Einzelnes herauszuheben, erlasse mir, genug: das heilsame und angemessene der Beschäftigungsmittel sprach Vater und Mutter an. Die Spielsachen wuchsen besonders bald dem 4-5jährigen Knaben Bernhard ans Herz. Klara, die älteste, ich glaube 8 Jahre, war lebendigen Gemüthes und mit glänzenden Augen bei dem Ganzen. Elise, zu meiner Rechten, die jüngste der Töchter, ich glaube noch jünger als Bernhard, war mit ganzer Seele bei dem Spiele, und Mathilde, die Mittlere unter den Mädchen, gab mir einige überrachende Antworten. Das Ergebniß war: der Herr Regierungsrath schien ganz befriedigt; er sagte mir für alle im Gebiete der Sache liegenden Wünsche seine eingehendste Theilnahme zu, und zunächst sprach /
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er aus, daß ich zur weiteren Prüfung und Anwendung dieser Spielmittel über seine Kinder, die kleineren versteht sich, denn er hat eine Familie von zwölf Kindern, wovon das jüngste ich glaube 1 1/2 Jahr alt ist und Lina heißt, verfügen könne. So schieden wir zwischen 5 und 6 Uhr Abends, mit andeutenden Vorführungen der Spiele bis zum 4. Spiele gekommen. Ich ließ 1 rothes Ballkästchen mit Beschreibung, ein grünes Ballkästchen ohne dieselbe, das 3. Spiel (Kugel und Würfel) mit Beschreibung und 1 Spiel und Zeichnung 4. Gabe wie ein Spiel 5. Gabe nebst Zeichnung zurück, denn es waren ja fünf Kinder; und jedes mochte gern eins der Spiele haben, das sah ich wohl. Bernhard schlug sich sogleich zum Verwahren das [sc.: des] Spielkästchen für Lina vor und nahm es sogleich in Besitz. So schieden wir, und ich eilte, unserm treuen Houpe vorher nur mit einigen Worten Nachricht von dem Erfolg gebend, sogleich nach Hause, um Barop nur die sich mir (heut noch mehr als gestern) aufdrängende Forderung auszusprechen: daß Middendorff sogleich mit dem Eilwagen von Weimar aus über Leipzig und von dort mit der Eisenbahn zu mir reisen möchte, weil hier es sehr, sehr viel zu thun giebt und ein fester Grund zu einem umfassenden großen Ganzen zu legen ist. Ich hoffe, daß jener Brief nun in Keilhau angelangt ist; ich hoffe, daß Barop oder Middendorff zu Dir kommen wird, um von Dir das Weitere zu hören; deshalb beschreibe ich nun sogleich heut den weiteren Verfolg der Sache. /
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Doch was ist das Ergebniß des Ganzen? - - Dem Werke steht hier eine durchgreifende Anwendung und Prüfung im Großen bevor, eine Prüfung vielleicht in einer Kleinkinderschule, - eine Prüfung vielleicht von dem in seinem Urtheil gewichtigen pädagogischen Vereine, zu welchem alle Vorsteher und Oberen der Dresdner Lehr- und Erziehungs-Anstalten, wie die ersten Geistlichen der Stadt gehören; vielleicht vor Gliedern des Magistrates, um ein Lokal zu einer fortgehenden prüfenden Anwendung zu erhalten; vielleicht sogar vor Gliedern des königlichen Hauses, ja der Königin selbst. Da fühle ich mich nun wirklich mit meinem Herrn Frankenberg hinsichtlich auf Übung und Eingehen und Aufnehmen des Kindeslebens zu schwach; deshalb wünschte ich, daß mich Middendorff, so schnell als möglich hier wieder aufsuchte und besuchte. Deshalb deutete ich dies gestern in größter Eile nur mit 2 Worten an. Möge der Brief nicht zu spät zur Post gekommen und nun schon in den Händen Barops und Middendorffs sein! Nun glaube ich, die schnellste Reise für Middendorff ist die mit der Eilpost von Weimar über Leipzig /
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und von da mit dem Dampfwagen nach Dresden. Da es Stauch in Volkstädt auf das Höchste interessiren muß, wenn das Ganze solche Anerkennung, Anwendung und Ausbreitung findet, so wird es keinem Zweifel unterliegen, daß er die Keilhauer sogleich mit dem nötigen Gelde zur Reise unterstützt. Ich denke mit Thlr. 10 bis Thlr. 15 macht Middendorff schon die Reise.
Middendorff bringt dann mit:
1 Dutzend Spiele nebst Lithographien. 3. Gabe.
1 Dutzend Spiele nebst Lithographien. 4. Gabe.
Alle die Legespiele, welche nunmehr Löhn abgeliefert haben wird. -
Einige Exemplare "Sonntagsblatt" geheftet.
½ Dutzend bis 1 Dutzend Exemplare Sonntagsblatt, II. Band, Nr. 1 - 3 oder
noch besser 4 - 5, wenn der Drucker diese Nummern gesandt hat. Ja, Middendorff kann sogleich den Jahn oder unseren Franz in Blankenburg nach Ilmenau senden und von dort von Nr. 4 - 5, von jeder Nummer 200 Exemplare für Blankenburg im Auftrag von mir abholen lassen.
Zu den 6 - 12 Exemplaren "Sonntagsblatt II. Band" soll aber Middendorff ja nicht vergessen, die nöthigen Beilagen, welche Friedrich kennt, mitzunehmen, nämlich Tafel I., II., III und IV.
Auch von den Erbsen-Figuren, welche in einem der Kasten im Magazin in der Stube dem Ofen gegenüber liegen, kann Middendorff mehreres mitbringen, ich war zu eilig, so die zurückgelassene Netztafel.
Auch kann Middendorff zu den Zeichnungen auf großem blauen Papier eine Kiste machen lassen, damit solche, wenn ich nochmals in den nächsten Tagen darum schreibe, sogleich durch den Fuhrmann Franke in Saalfeld, abzugeben bei dem Chemiker Houpe, Antonsplatz in Dresden, an mich abgesandt werde. Den Frachtbrief fertigt leicht Stauch in Volkstädt aus; doch findet sich dazu auch ein Formular auf dem Papierrand eines Conceptheftes im rechten Gefach in der großen Schublade unter meinem Schreibtische. -
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Löhn soll mir durch seinen Lehrburschen Wilhelm möglichst bald ¼ bis ½ Hundert gute Ausstecher besorgen lassen, jedoch /
so, daß sich die Nadeln nicht hineindrücken, wie dies bis jetzt bei einigen der Fall sein soll.
Von Stäbchen-Formen wie von Stäbchen-Körpern habe ich so viel als nichts mit; will und kann Barop eine schöne kleine Auswahl machen, diese in ein besonders dazu angefertigtes Kästchen (am schnellsten von Löhn, oder auch ganz einfach von Pappe) verpacken, so könnte dies auch zweckmäßig sein. Doch eilt es gerade nicht; denn Mathematisches und Geformtes habe ich genug; allein das Leben der Bewegungsspiele, der frische, gleich das Rechte erfassende, vielseitig schon geübte Gesang fehlt mir.
Wenn dieser Brief noch zur rechten Zeit bei Dir, meine theure Frau, ankäme, so könnte vielleicht Middendorff schon Mittwochs Nachmittags zwischen 3 - 4 Uhr von Saalfeld abreisen, so daß er dann Freitags früh hier sein würde. Reisete er künftigen Sonntag über 8 Tage ab, so würde er Dienstag über 8 Tage hier sein. Jedoch glaube ich, daß er ganz ebenso schnell von Weimar, wo die Eilpost jeden Tag nach Mitternacht abgeht, hierher kommt. -
Für heute muß ich eiligst schließen. Ich sehne mich auf das Höchste nach Nachricht von Dir, geliebte Frau. Ein Wort genügt. Erfülle meine Sehnsucht bald. Solltest Du es wider alles Hoffen nicht können, so lasse durch Louisen Ein Wort Deines Befindens melden: "An Fröbel, abzugeben bei Houpe, Antonsplatz in Dresden." Louise bitte ich zu grüßen. Im vorigen Briefe habe ich es in Eile vergessen.
Herrn Unger grüße oder laß von mir grüßen und ihm sagen, es würde mir auf das Höchste lieb sein, wenn ich 1 bis 2 Dutzend Exemplare, wären es auch nur von einer oder ein paar Tafeln die
Lebensformen zu Nr. 5,
durch Middendorff erhalten könnte, damit nur von dieser Seite etwas vollständig sei.
Könnten einige Beilagen zum Sonntagsblatt, II. Band, Tafel I. und besonders II., fertig werden, so wäre es mir auch ein Geschenk, solche durch Middendorff zu erhalten. /
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Morgen vormittag 10 Uhr sollen wir, so höre ich soeben, zu Herrn Regierungsrath Schaarschmidt kommen.
Herr Grupe hat uns diesen Mittag aufgesucht. -
Louise, die Dresdnerin, conditionirt noch in der Nähe von Dresden.
Gott gebe, dies ist das Wichtigste von allem, daß dieser Brief Dich gesund, d. h. so wohl finde, als es Dein Zustand erlaubt. Die herzlichsten Grüße von mir und Frankenberg an Dich und alle. Der Prinzeß wird man meinen Dank, gewiß gibt es die Gelegenheit und Aufforderung dazu, aussprechen. -
Es fällt mir schwer, Dir schriftlich Lebewohl zu sagen; doch muß es sein, schon ruft die Glocke.
Dein Dir im Leben und Tod geeinter

Fr.Fr.