Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Johannes Arnold Barop in Keilhau v. 17.1.1839 (Dresden)


F. an Johannes Arnold Barop in Keilhau v. 17.1.1839 (Dresden)
(KN 55,15, Brieforiginal 1 Bl 16° 2 S. Die falsche Jahresangabe im Briefkopf ist auf dem Dokument von anderer Hand korrigiert. Der beiliegende, von Barop zu besorgende Brief an Langethal ist der v. 14.1.-17.1.1839.)
(Verhältnis Originalzeile : Transkriptionszeile nicht 1 : 1)

Dresden am 17' Jenner 1838 [sc.: 1839] (4¼ Uhr.)


Grüße Dich Gott lieber Barop!
und durch Dich den herzinnigsten Gruß an alle, alle u alle!


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Eben komme ich aus der Spielstunde der Schule zu Rath u That[.] Gestern 12 heut 15 Kinder 2 saßen noch lauschend zur Seite. Die Neuen hatten sehr ihren Lehrer gebeten doch auch an dem schönen Spielen Antheil nehmen zu dürfen und es war ihnen verstattet worden. Die Kinder waren sehr lieb[.] Hätte ich doch Deine - unsere lieben Kinder dabey gegenwärtig haben können. Wie herrlich, als welch ein schönes Ganzes haben sich hier vom Balle aus besonders die Bewegungsspiele entwickelt!- Doch ich muß davon jetzt ganz abbrechen und was das allgemeine Leben betrifft mich auf den Brief an Lgthl beziehen, welchen Du so gütig seyn wirst bald zu besorgen.
Heut ist die Kiste angekommen, noch habe ich sie nicht eröffnen können allein grüße Her[r]n Stauch recht herzlich und sage ihm ich hätte mich gar sehr gefreut als ich nur seine Namenszüge gesehen hätte. Sage ihm, wenn er etwa den Artikel in der allgemeinen Leipziger Zeitu[n]g läse oder davon höre, so soll er sich darob nichts trüben lassen: Tiefe große Schatten, setzten helle Lichter vor aus. Ich hoffte es würden nun schon auch Menschen für mich eintreten. Doch dieß Nebensache. Hauptsache: /
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Herrn Gascard grüße freundlich von mir und sage ihm, zwar habe d[er] He[rr] Dir[ektor] Blochmann mir noch nicht Antwort zurück gegeben, doch sähe ich dieß mehr vortheilhaft als nachtheilig an. Sollte er es in Rudolstadt noch nicht fest gemacht haben so möchte er doch damit warten bis er von hier ganz abschlägliche Antwort bekommen hätte. Er möchte doch ja Dresden nicht eher aufgeben als bis sich ihm bestimmt für hier alle Aussicht verschlösse. Denn Dresden böte doch zur Fortbildung gar zu viel Vortheilhaftes dar. Sage ihm er möchte mir doch ein ganz kurzes Inserat von 4 bis 6 Zeilen (eine mehr macht ja auch nichts aus) für den Dresdner Anzeiger schicken; wo dergleichen täglich von Französin[n]en, Engländerinnen standen. Ich will solche recht gern besorgen. Portofreye Anfragen erbäte er sich unter der Adresse G. G. poste restante Dresde[n], oder wie er sonst will.— Wegen Ratzenberger geht es nicht so schnell. Gnüge - dem ich natürlich nicht von R. Wunsch gesagt habe, sagte mir daß er sehr oft Mangel an Schulen gehabt habe und das kann man nicht leugnen daß Gnüge ein sehr gutvortragender Pianist ist. Hier verlangt man weit mehr als Fertigkeit hier verlangt man Musik; so führte mich Gnüge vor ein Paar Tagen bey einem ganz einfachen Kaufmann ein dieser critisirte das Spiel wie ein Concertmeister. Er spielte selbst; so unterrichtete der Herr R R. Schsch. seine Kinder selbst.— Ich wünschte wohl das [sc.: , daß] Ratzenberger hier wäre, denn den schönsten Gesang hört man auf der Straße. Aber wie bestehen?- Fr Fr