Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an <Wilhelmine Pochhammer> in <Berlin> v. <4. Quartal 1838 / Anfang 1839> (Blankenburg)


F. an <Wilhelmine Pochhammer> in <Berlin> v. <4. Quartal 1838 / Anfang 1839> (Blankenburg)
(BN 595, Bl 1) (Entwurf)
Datierung und Adressatenschaft:
- Der Brief ist jedenfalls vor dem 13.5.1839 geschrieben, Wilhelmine Fröbel ist aber bereits krank; es wird auf einen September zurückgeblickt.
- Briefliste hält auch Amalie Schulz als Adressatin für möglich; auf Wilhelmine Pochhammer deutet hin, daß drei Briefe Wilhelmine Pochhammers an Henriette Wilhelmine Fröbel aus dem Jahr 1838 erhalten sind.
1R enthält in Spiegelschrift Fragmente eines anderen, sehr groß und betont sauber geschriebenen Texts von F.s Hand. Offenbar wurde das Blatt von einem größeren Blatt abgerissen und lag auf der Reinschrift des anderen, noch tintenfeuchten Texts.

Hochgeschätzte liebe Muhme.

Zuforderst die herzlichste Begrüßung Ihnen u durch Sie Ihre Güte Ihrem hochgeehrten
Hern[n] Vater u durch der verehrten theuren Tante mit dem lebhafte-
testen [sc.: lebhaftesten] Wunsche von ihnen allen[.] Möge dieser < ? > Brief Sie alle ohne
in möglichst bestem Wohlseyn finden, und wie so sehnlich verl[a]ngt
uns und besonders g[an]z namentlich meinen [sc.: meiner] gelieben Frau dieß zu sagen. Es
wird Ihnen Gewiß auffallend seyn mich ohne die liebe[-]
volle u freundliche Begleitung meiner Frau zu Ihnen kommen
zu sehen, allein seit einiger Zeit äußert sich die Gesund[-]
heit meiner Frau auffallend bedenklich, besonders tritt
nach sehr heftigen Hustanfällen, die größte Abspannung ein;
doch erlassen Sie mir das weitere über d[en] den Krankheitszustand mei[ner] theuren
Frau, welcher nach der Äußerung des für diese Art Krankheiten
geschicktesten Arzt[es] hies[i]ger G[e]g[en]d aus der Berliner schule - uner[-]
wartet das Schme[r]zlichste fürchten läßt. Um nun meine
geliebte Frau recht bald durch die Freude guter Nachricht
von sämtlichen theuren verehrten so geschätzten u lieben Verwandten u g[an]z nament[lich]
d[urc]h zu erf der theuren Tante zu erfreuen u komme ich jetzt
herzlichst bitten[d] zu Ihnen hochgeschätzte lie[be] Muhme. Ist
es Ihnen einigermaßen möglich so schreiben Sie aus Liebe
getrieben von Ihr[em] liebevol[l]en Wohlwollen zu [zu] mein[er] Frau mit
einem der nächsten Posttage; denn da diese Frau auch
auf unsere h[er]z[lich]sten Briefe u Send[ungen] an die liebe Tante in [sc.: im] Sptbr
ohne alle Nachricht ist so macht ja dieß meine Frau gar
sehr besorgt. In Ihren gütigen Zeilen die ich von Ihrem f[reu]ndlichem
Wohlwollen gewiß zuversichtl[ich] vertrauend erwarte, und die ich wie gewöhnl[ich]
unmittelbar an meine Frau zu address[ier]en
bitte erwähnen Sie g von diesen Zei <heiß> bittenden Zeil[en] an Sie nichts
indem ich eine Hoffn[un]g welcher [sc.: welche] mein[er] Frau noch erfreut sich noch noch [2x] mildernd zur Seite steht, [da]d[urc]h /
[1R]
nicht Ihr trüben möchte; und ja selbst der Arzt die Möglichkeit
ausspricht daß die Krankheit ohne Gefahr vorüber gehen könne.
Seyn Sie liebe Muhme so gütig der theuren Tante diese
Nachricht so gemildert als m[ö]gl[ich] mitzutheilen, damit
Sie derselben bey Ihrer mütterl[ichen] Liebe zu meiner Frau
der Gesundheit derselben so keinen Nachtheil bri[n]ge.
Auch von den lieben Jenrichs welche wir ich nicht minder
freundschaft[lich] grüße wird es meine Frau erfreuen
gute Nachricht zu <hören>.-
Ich eile damit dieser Brief zur Post komme u diese
u[n]s recht bald Ihre gütige u theilnehm[en]de Erfül[lun]g des darin ausge[-]
sprochen[en] Wunsches zurückbr[in]ge.
Mit den <Ge?> so hochgeschätz[te] liebe Muhme
acht[un]gsvollst
        Ihrem
<hochachtungs Ihnen> ergebe[ne]r Vetter
[Text bricht ab]

[Textfragment in Spiegelschrift auf 1R:]
So wie        So wie Sie
Unterdieß war der Krieg lebhaft un
gesetzt worden; es war ein Krieg einf
amf gegen die Verfassungen, die, w
ganzen Landes wurden, nach ihrem [bricht ab]