Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Chr. G. Lunderstedt in Großhettstedt v. <Herbst> 1839 (Blankenburg)


F. an Chr. G. Lunderstedt in Großhettstedt v. <Herbst> 1839 (Blankenburg)
(BN 551, Bl 9-10. undat. Entwurf 1 B 8° 3 S. Seitenfolge: 9R,10V,9V,10R. 9V u 10R sind nur zur Hälfte beschrieben. Datierung lt. Briefliste Nr. 895)

[9R]
An dHFerrn Superintendenten Lunderstedt
in Großhedstadt
Hochwürdiger Herr
Hochgeehrtester Herr Superintendent

Ew Hochehrwürden erinnern sich vielleicht noch
daß im vorigen Jahre meine beyden Freunde
Lgeth [Langethal] u Mdff Brp [Barop] sich d Freyheit nahmen zu Ihnen
zu kommen, um mit Ihnen wegen der
Wahl eines jungen Mannes aus hiesigen Landen
zu berathen, von welchem Ihre Durchlaucht
die Fr Fürstin Mutter wünscht, daß er
unter meiner Leitung für die unter ihrem
unmittelbaren Schutze stehende Kleinkinder-
schule zu Rudolstadt für einige Jahre zu
einem erziehenden Lehrer u besonders zu
der Leitung u d Beaufsichtigung solcher Kinder er-
zogen werden möchte. Durch Ew Hochehr-
würden Anregung u gütige Vermittelung wurde
mir nun durch d HF Superint. Helbig in
Rud Königsee der Schulamtsaspirant
Friedrich Vogler als Mitleit[un]g bz. P [sc. R] /
[10]
empfohlen, u er ist nun wirklich seit
ohngefähr 14 Tagen zu einer Art gegen-
seitiger Prüfung bey mir eingetret in
meine zur Ausbildung solcher jungen Leute
errichtete Anstalt eingetreten. Da er sich
nun wohl zu der gedachten Kinderführung
zu qualifiziren er auch selbst Neigung dazu
zu haben scheint, die dahin führende Aus-
bildung aber, die Begründung jeder ächten
tüchtigen Schullehrerbildung
so halte ich es
für Pflicht dieß Ew Hochehrwürden
anzuzeigen man vielleicht bey der vor
Ihnen zu besthden [sc.:bestehenden] Prüfung mit ihm Rück-
sprache zu nehmen; so wie Ew Hoch-
würden in dieser Beziehung auszusprechen, daß
die zu der gedachten Wirksamkeit
führende Ausbildung aber nicht nur die Begründung
jeder S ächten Schullehrerbildung ist
sondern selbst einen Theil derselben in
sich schließt, wenigstens in Hinsicht auf
dEinsicht u Kenntniß, dÜberblick
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Ich freue mich recht sehr hierd[urc]h eine Gel[e]g[en]h[ei]t
gefunden zu haben Ihnen schriftl die ausgezeichnete vieljährige Gefälligkeit
zu begegnen <von> welcher ich ausgehe /
[9]
So wie nun von allem diesen schon vorläufige
Mittheilung an S. M[a]gnifizenz u den HE Ge-
neralsuperintendenten Dr. <Joh/Jos> geschehen sind u
wir uns einer vorläufig[en] erziehenden Beystimmung
erfreuen, so wird es mir Schuld jetzt seyn denselben
in diesen Tagen auf die bestimmte Anzeige von dem vor-
läufigen Eintritt des genannten jungen Vogler zu machen
u es wird nun v.d. hoch geneigten Beystimmung eines
Hochfürstl Consistor u der hochlöbl Ephore zu Rud.
abhängen, ob dem jungen Vogler nach Aufnahme /
[10R]
u Fortführung dSchulamtskandidaten<liste> die be-
absichtigte Ausbildung zur Pflege d frühern Kindh[ei]t
erlaubt werden (wird) kann. Um über
dZweck derselben Ew Hochwürden wenigstens etwas
mitzutheilen, erlaube ich mir nun eine Anzeige beyzu-
legen welche in dieser Beziehung v mir veröffentlicht
worden ist. G[an]z besonder[s] aber würde es mich freuen
wenn sich <obige> genannte Anstalt recht bald einmal
der prüfenden Gegenwart Ew Hochwürden erfreuen könnte.