Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an die Familie Valentin in Dresden v. <nach 17.>1.1840 (Blankenburg)


F. an die Familie Valentin in Dresden v. <nach 17.>1.1840 (Blankenburg)
(BN 533, Bl 23, hier: 23R, undat. Entwurf 1 Bl 4° 1 S. - Die Seite enthält außerdem rechnerische Notizen. Datierung: Die Vorderseite enthält Entwurf an Langethal v. 18.1.1840, der ursprünglich als Reinschrift angelegt war; das Blatt war bereits unten abgeschnitten, bevor der Entwurf an die Familie Valentin geschrieben wurde; letzterer daher sicher chronologisch später. F. war v. 11.12.1838 - 13.2.1839, dann nochmals um den 20.2.39 in Dresden. Aber der Rückblick auf diesen Aufenthalt vor "fast ein Jahr" erlaubt keine genauere Datierung, wohl aber neben dem datierten Briefentwurf auf der Rückseite der Hinweis auf eine „jüngste“ Nummer des „Allgemeinen Anzeiger“ vom 14.1.1840.)

An die gesammte Familie Valentinsche zu Dresden
Hochgeschätzte Familie

Ihnen geehrtester Herr Valentin verdanke ich nun eigentl. die erste freundl.
Aufnahme in Ihrer lieben Familie u so sollte ich eigentl. wohl auch billig zuerst
u vor allen zu Ihnen allein mit einige[n] Zeilen freundl. u dankbarer <E[h]rungen> zu kommen[.]
So ist es nun zwar wohl schon an sich <nur> ich habe sie [sc.: Sie] viel zu sehr als eine
in sich einige Familie u Sie als Mittelpunkt derselben kennen lernen,
als daß ich nicht durch Sie zugl. auch an Ihre werthe Gattin u lieben
Kinder, und namentl. auch an Ihre theilnehmende Tochter und so durch sie
an Ihre ganze liebe Familie, wie umgekehrt auch durch diese un[-]
mittelbar wieder an Sie schreiben sollte. Und so erlauben Sie mir
denn Ihnen hochgeschätzte liebe Familie als ein Ganzes, wenn auch etwas
spät u fast nach einem Jahre allein um so geprüfter u bewährter
die freundlichsten u dankbarsten Gesinnungen für alle[s] das Liebe u Gute auszu[-]
sprechen was ich während meines ganzen Aufenthaltes in Ihrem lieben Hause
von Ihrer Freundlichkeit u Freundschaft empfangen habe. Gern gar zu gern knüpfte
ich nun meinen Dank an irgend einen entsprechenden Gegenstand u so müßte ich Ihnen
eigentl. einen Thatsachen Kranz aus meinem seit meiner Abreise aus Dresden bis jetzt
verlebten Leben mittheilen; doch da hat mir Middendorff mehrfach vorgegriffen auch
unser lieber Herr Frankbg wird Ihnen gewiß vieles <von dem> von hier geschäftl.
empfangenen mitgetheilt haben und fast noch vollständiger haben Sie es wie ich
an Ihren briefl. <Ur[t]heile> in dem Allgemeinen Anzeiger der Deutschen selbst bis auf das
jüngste was in <No 13> dieses von <14 Jenner> dieses Jahres von den sich hier für Förderung
meines Erziehungszweckes gebildet habenden Frauenvereines [sahe] schon d[urc]h öffentl.
Blätter auch haben Sie vielleicht durch irgend einen <Vermittler> durch Frkbg. N. <242>, 343 der Frau[en]zeit[un]g erhalten
in welcher ein Aufsatz einer <Augenzeugin über das Wirken> steht u so ist mir auch wollte ich nicht auf Einzelnes eingehen zu sagen übrig und ich muß mich
somit ganz auf den Dank beschränken den Ihnen allen in frischen Lebendigen Farben für Ihre Freundschaft im Gemüthe bewahrt. [Text bricht ab]