Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Heinrich Langethal in Burgdorf v. 19.2./20.2.1840 (Blankenburg)


F. an Heinrich Langethal in Burgdorf v. 19.2./20.2.1840 (Blankenburg)
(UBB 96, Bl 304-306; Brieforiginal 1 ½ B 8° 6 S. Der Brief ist zunächst nur an Heinrich Langethal gerichtet; am Briefschluß wird auch Ernestine Langethal angesprochen.)

Blankenburg bey Rudolstadt am 19en Febr 1840.


       Der Friede und die Freudigkeit
welche mir als Gruß Dein jüngster Brief brachte, als Gegengruß
                  zurück:
           Friede und Freude!

Du wirst hoffentlich auf Deinen letzteren, im edelsten Sinne des Wortes
so mannhaften Briefes keine Antwort von mir erwartet haben, bevor
Du mir wieder schriebest; im Gegentheil glaube ich, daß sich nun schon auch
im Äußeren Deine Stellung in Burgdorf entschieden haben wird und ein
Brief welcher mir dieß melden soll schon an mich unter Weges ist. Auch
würde schwerlich ich Dir vor Eingang desselben geschrieben haben, wenn
sich mir heute in der Durchdenkung unserer Gesammtstellung und Berufes
ein Gedanke entgegen gedrängt hätte welchen ich Dir doch sobald als
möglich zur Prüfung vorlegen möchte, auch habe ich Dir auch sonst noch
ein paar Einzelheiten zu schreiben, welches alles in sich so selbstständig
abgeschlossen ist, daß es auch ganz und gar nichts macht, wenn sich dieser
Brief, was ich, wie gesagt hoffe und wünsche, sogar mit dem Deinigen
kreuzet.
Der Gedanke, der wichtigste der mich bestimmt Dir zu schreiben ist dieser:
Mit Deiner Rückkehr nach Deutschland und Deiner Wiedervereinigung mit
mir und uns hier in Blankenburg muß unser gesammtes Leben
eine möglichst klare Gestaltung, einen möglichst lebenvollen und lebendigen
Gliedbau kurz in jeder Hinsicht möglichst reine Vollendung erhalten.
Welche Vollendung nun aber auch unser Leben auch durch Deine äußere
Wiedervereinigung mit uns gewinnen und erhalten wird; so kannst
und sollst auch Du dem Wesen des Ganzen nach, nicht alles leisten was
eben dieses Ganze auch nur schon in seiner blosen Anlage zu möglichster Vollkommen-
heit fordert. Es mangelt uns nemlich ein Stellvertreter und Führer für
das Industrielle, für das schaffende Ausführen. Schon in meinem Brief
an Ferdinand, wo ich demselben die hiesigen Verhältnisse zur Prüfung
vorlegte sprach sich und sprach ich klar und bestimmt genug diesen Mangel
dieses Bedürfniß aus. Der Mangel an einem stellvertretenden Führer
ist es eigentlich woran ich, ich (möchte sagen) seit Beginne meines jetzigen
industriel[l]en Wirkens ich möchte sagen krank bin. So lange ich diesen
Mangel nicht ersetzt sehe ist es mir immer als habe ich keine Arme
und Füße. Wenn es noch im Rathe des Schicksals bestimmt ist und
es ausgeführt wird, daß Du mit Deiner frischen Gesammtkraft zu
mir und uns nach Blankenburg zurück kehrst, so wird zwar
ein Theil jenes Mangels weniger fühlbar; allein er wird dadurch /
[304R]
nicht ersetzt. Es wird durch Dein Herkommen vieleicht möglich, daß wir
ihn für einige Zeit gemeinsam übertragen; allein aufgehoben
wird er dadurch nicht, vielmehr wird derselbe sobald wir hier Ge-
einten in unserer Wirksamkeit glücklich sind nach einiger Zeit
nur um so bestimmter und fühlbarer hervortreten.
Seit nun fast vier Jahren prüfe ich alle mir bekannte[n] und be-
kannt werdende Menschen auf diesen Punkt hin; allein ich kann
unter allen diesen keinen einzigen finden welcher zur Ausfüllung
dieser Wirksamkeit ganz geschickt wäre: - Er muß vor allen [sc.: allem]
von einer ächten Erziehungsidee durchdrungen seyn, er muß Achtung und
Liebe zu der von mir aufgestellten in sich tragen er muß nicht nur
in einem gewissen Grade mit ihr bekannt, ja vertraut seyn; er muß
zu gleich Sinn für Realdarstellung und Geist genug haben die Erzieh-
ungsidee in solchen und durch solche zu verwirklichen; allein nicht
allein Geist und Sinne dazu, sondern auch eine gewisse Geschickt-
heit und Handfertigkeit dieses durch sich selbst mindestens vorführend
und andeutend ausführen zu können. Er muß wie für seine
Person schon einen gewissen Schatz von Erfahrung, so dennoch noch in sich
strebend seyn.-
Was sagst Du nun: - da ist mir vorhin Schäfer in Sumiswald einge-
fallen. Ich weiß wohl was Dir gleich alles entgegen treten wird
indem ich nur den Namen aussprach: - verheyrathet, Familienva-
ter, angemessene Anstellung, ein seegensreiches Wirken rc rc.
Das mein theurer Langethal habe ich alles, und alles schon oft bedacht
wo ich in meinem Sinnen wie im Fluge an ihm vorbey streifte;
es fragt sich nur eines, zweyes, dreyes: ist der Mann an seinem
Platze? - entspricht seine Wirksamkeit seiner Kraft, seinen
Anlagen? - und zuletzt fühlt er sich durch dieselbe in seinem
Streben befriedigt, d.h. geht sein Streben nicht über seine Wirk-
samkeit hinaus?- Ist dieß letztere, so hebt dieß alles übrige auf.
Also erstlich hat Schäfer ein allgemeines höheres menschheitliches Stre[-]
ben?- Möchte er diesem Streben Genüge leisten können? - und
fühlt er sich dazu in seiner jetzigen Lage beengt?- Nachdem
nun was mir der Diakonus Lange über ihn ausgesprochen
hat muß ich es fast glauben, ich muß ahnen daß er verbau[-]
ert; allein ich muß auch wirklich vermuthen daß er sich in seiner
jetzigen Lage nicht ganz befriedigt, nicht ganz glücklich, wie es
mir fast erscheinen will, sich, demnach im Bewußtseyn seiner
Treue und hingebenden Thätigkeit nie ganz anerkannt fühlt. /
[305]
Es fragt sich nun nur ob er die Größe und Wichtigkeit des Gedankens für eine
große allgemein Menschheitliche Sache zu wirken in sich aufnehmen und
eine solche Wirksamkeit als die seine erkennen kann. Daß Du Dir
ihn nun still darauf prüfen mögest ist der Zweck dieses Briefes. Wenn
Du ihn [sc.: ihm] persönlich und mündlich Deinen Entschluß, auch eine sehr vielreichende
besondere Wirksamkeit aufzugeben um einer höheren u. allgemeinen zu
leben aussprichst, dann kannst Du ja ganz leicht sehen wie er diese Wirksam[-]
keit, oder vielmehr diese Mittheilung aufnimmt ob ihn ein Verlangen oder
Wunsch entschlüpft daß auch ihm eine solche höhere und allgemeinere mensch[-]
heitliche Wirksamkeit, ein Ruf dazu zu Theil werden mögte. Hiernach
dann kannst Du nach den Dir hier vorliegenden Mittheilungen an Dich, Dein
Gespräch mit ihm bestimmen um alles 3es seine Gesinnung, seinen Willen
und seine Thatkraft zur Ausführung desselben zu prüfen; Du sagst mir viel-
leicht Schäfer ist Schweizer; das weiß ich, ich weiß aber auch daß er lange
in Deutschland gelebt hat ich glaube in Hamburg oder Bremen erzogen
worden ist.- Nun ich kann Dir weiter nichts sagen als daß ich Dir den
Gedanken zur Prüfung vorlegen wollte; Du willst wie ich das Vollkom-
menste und Beste, den reinsten Gliedbau, dazu gehört auch gebildete und
erfahrene sich unter die Forderung einer Idee fügende Thatkraft.
Um nun zu Schäfern einen bestimmten Weg zu haben, wollte ich Dich bitten
zu demselben zu gehen und Dich mit den Ergebnißen der Handfertigkeiten
seiner Zöglinge bekannt zu machen, besonders mit denen welche sich
mit Leichtigkeit ja mit Nothwendigkeit aus den von mir aufgestellten
Spiel- und Beschäftigungsmitteln ableiten lassen; und welche daher einst
als Blüthen an dem Gewächsbaume derselben erscheinen können.-
In der ganz gleichen Beziehung wollte ich Dich darauf aufmerksam zu
machen Dir doch ja alles anzueignen wenigstens zur Nachahmung und
Erlernung in den möglichsten Quantitäten mitzubringen, was die Waisen-
hauskinder namentlich die Töchter, ich glaube Angelika und die <Maritzen>
so schön ausführen konnten, nemlich kleine Puppen aller Größe aus
Papierchen geschnitten so wie ihre vollständigste Garderobbe vom Hemd
bis zum Kleid und Hute. Es liegt mir sehr viel an dem Besitze dieser
Fertigkeit und der Art ihrer Ausführung. Bitte Dich daher recht sehr
bringe ja mit was uns in den Besitz derselben setzen kann; so wie auch
anderer kleiner Ausschneidkünste die sich in der Schweiz finden; alles liegt
schon in mir zu einem Ganzen geordnet.-
Noch eines. Ich habe kürzlich wieder: Krüsis Bedeutende Augenblicke
Arau bey Sauerländer 1822 mit meinen Bildlingen durchgegangen
und dieses Schriftchen abermals vortrefflich gefunden bringe doch ½ Dzzd
Exemplare u bekommst Du vielleicht 50 oder 33 1/3 % Rabb. Ein Duzzend Exempl mit. /

[305R]
Am 20sten Febr: Einen Punkt welchen ich in diesem Brief noch zu berühren habe,
das ist Christian Friedrich. Seinen Brief wirst Du erhalten haben; was er
Dir geschrieben hat weiß ich nicht, es wäre mir lieb gewesen den Brief vorher
zu sehen weil ich nur bestimmt wüßte worauf ich Dich aufmerksam zu machen
hätte, so viel ist erstlich gewiß: Christian Friedrich ist sehr erwartungsvoll
auf Nachricht von Dir, und auch ich bitte Dich ihm so bald und so bestimmt
zu antworten als es Dir nur immer möglich ist. Du hast nun schon
zwar eine Antwort zurück geschrieben. Von dieser kann ich nun
aber im Besondern weder an ChristianFriedrich noch an die Fr[.] v.
Ahlefeld Gebrauch machen indem dieselbe nicht den bestehenden Ver-
hältnissen und darum auch nicht der Ansicht der Fr: v. Ahlefeld so
wenig als der von ChrFr angemessen ist. Du schreibst: - die
Frau v. Ahlefeld möchte das Geld was sie für Christian Friedrich
zu seinem Unterhalte in der Schweiz verwenden wolle, dazu an-
wenden ihn bey mir noch tüchtig ausbilden zu lassen; dann würde
es nicht an Gelegenheit fehlen ihm in der Schweiz eine gute Stelle zu
verschaffen. Aber sieh L. L. wie mein Brief an Dich klar sagt: -
die Fr: v. Ahlefeld will nichts für ChrFr Unterhalt in der Schweiz
bezahlen, sondern sie meynt, daß wo ChrstFrdrch daselbst immer ein-
träte, sey es nun wie sie freylich zunächst und ohne Zweifel mit der
größten Zuversicht meynte bey Dir oder bey Karl, seinen [sc.: seinem] Bruder
oder sonst wo - er sogleich im Stande seyn würde wenigstens für den
Unterhalt, das h. Wohnung, Kost u Wäsche thätig seyn zu können. Also
wenn ChrstFrdr: einmal in der Schweiz ist, dann will sie nichts mehr
für ihn zu bezahlen und hofft es nicht mehr nöthig zu haben. Nur mit
Kleidern u. Wäsche daß er in der Fremde erscheinen kann und mit
Reisegeld dahin will sie ihn versorgen. Dieß will sie also und
muß sie nun nach ihrer Bestimmung bezahlen ChrFr: mag früher oder später
seine Wanderung antreten. Ein ganz anders aber ist der Unterhalt;
nach einer Verabredung mit der Fr[.] v. Ahlefeld vor einigen Jahren
und in Hinsicht auf den Unterricht den ChrFr[.] giebt, so zahlt derselbe so
viel ich nicht anders weiß, auch in Rücksicht auf das Kapital was die
Anstalt der Fr: v. Ahlef[e]ld schuldet - jetzt in Keilhau gar kein Kost-
u Unterhaltsgeld. Sie würde sich also nicht dazu verstehen jetzt sich
eine neue Last aufzubürden und nur mindestens 50 rth halbjährl[iches]
Kostgeld oder allermindestens jährlich 75 rth. zu zahlen; denn der
bestehenden Verabredung mit der Fr[.] v. Ahlefeld müßte es ja Keilhau
tragen. Was sollte auch ChrFr: bey mir?- Es treibt ihn hinaus!
In und aus u durch das Leben sucht er zu lernen; also aus sich empor zu
steigen, nicht aber zurück in die und zu der Kindheit; dieß wäre /
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wohl nur auf den einzigen Fall möglich, daß er sich bestimmt für eine
feste und sichere Wirksamkeit oder Anstellung bey mir hier ausbilden
sollte z.B. zu einer Anstellung bey einer Anstalt zur Kleinkinderpflege
etwa in Bern. Eine solche Vorbereitung würde aber für ihn, im Mittel ein
halbes Jahr und mindestens 3 Monate betragen, d.h. um sich mit einigen
Geist die Sache anzueignen: Diese Zeit würde er aber für sich, da es
von seinem Alter und seinen Erfahrungen unmöglich ist eine tiefere Ein-
sicht in die innere Wichtigkeit und Bedeutung der Sache zu erwarten
und nach seinem in seinen Alter und auf seiner Bildungsstufe ganz
natürlichem Herausstreben - ganz gewiß für verloren achten
und nur dann würde er sich einen solchen Halt in seinem Fortstreben
gefallen lassen wenn er hoffen könnte, das Versäumte, oder
was hier ganz gleichgültig ist, das für Versäumtgeachtete z.B.
in Bern wieder nachholen zu können. Mich dünkt also ganz einfach
dem ChrFrdrich - wenn es noch nicht geschehen ist zu antworten: -
In der Schweiz wirst Du bey entsprechenden Kenntnissen, Wollen
und Thatkraft immer deine gesicherte Stellung finden. Nach meiner
oder unserer Localkenntniß fordert die Schweiz besonder[s] hier in
Bern und von Dir wenn Du Dich noch möglichst frey in Bern zugleich als Studi-
render ausbilden willst dieß, dieß u dieß; dagegen
wird sie Dir dieß, dieß, dieß reichen. Willst Du aber aufs Ge-
radewohl hierher reisen nun so mußt du deßhalb dich an einen
Deiner Brüder oder an Ferdinand Fröbel wenden ob der Dir so lang
bis sich eine Anstellung für Dich findet für Wohnung, Kost u Unterhalt
bey sich haben kann u will; wogegen Du ihn in seiner Schule da
da und darinn unterstützen würdest. Da ich noch gar nicht
weiß wie sich die Verhältnisse mit der Kleinkinderpflegean-
stalt in Bern machen so habe ich deßhalb noch gar nicht mit ChrFr
sprechen können; ich zweifle aber nicht
daß wenn ihm eine ganz bestimmte Aussicht zu, ja Sicherung einer
Anstellung dort würde, welche ihm noch Zeit zur Fortbildu[n]g
gäbe
er sich wohl dazu verstehen würde noch bis Johannis oder Mich.
in Deutschland u zwar hier bey mir zu bleiben; auch glaube ich daß
er einer solchen Anstalt wenn auch nicht gerade mitspielend
und eigentlich führend, doch die Sachen den Lehrern und Erziehern
vorführend, sehr nutzbar, ja ganz wesentlich förderlich seyn würde
dieß meine unmaßgebliche Ansicht, welche freylich erst durch
den Willen und die Bestimmung ChrFrdrchs Bedeutung erhält --
So liegt nun auch dieses Dir zur Prüfung vor.- Ich will aber wegen /
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der Wichtigkeit der Sache und besonders um Blankenburg nicht etwa
eine Last aufzubürten [sc.: aufzubürden] für deren Übernahme NB! uns später nicht einmal nicht nur nicht
gedankt, sondern im Gegentheil sogar Undank z. Lohne werden würde nochmals darauf aufmerksam machen:
daß Blankenburg schwerlich für die Ausbildung von ChrFr irgend
woher vergütet werden würde; die Fr. v. Ahlefeld wie gesagt
wird es nicht nöthig zu haben meynen indem sie auch mit Keilhau
Eines sieht; Keilhau wird nicht nöthig zu haben glauben außer
seinen Bereiche Kosten und Aufwand für ChrFr zu übernehmen.
Nun scheint es zwar ein leichtes einen jungen Menschen, wo so viele
essen noch mehr an der Kost zu haben; allein die Keilhauer und
namentl. ChrFr sind starke Esser und für mich ist besonders das
Brot indem ich leider! mit dem Becker essen muß eine große
Ausgabe. Ich wollte darum nicht ermangeln Dir als einem einstigen
Gliede des hiesigen Lebens dieß zur Prüfung so klar als möglich
auszusprechen. Die Menschen meynen so immer ich und wir machen
diese Forderungen um meinet- und unserer willen darum muß
man die Menschen ihren Weg gehen lassen. Sie zu und für einen höhern
oder sogar höchsten Zweck heran erziehen zu wollen ist schlechter[-]
dings unmöglich, wenn sie nicht diesen höchsten und höheren Zweck
in sich finden und demgemäß aus sich entgegen streben; dieß
sehe und finde ich selbst in den Tüchtigsten die mich umgeben. Von einem
höchsten Streben an sich finde ich - was auch immer die einzelnen Worte
sagen, ja sogar die einzeln tüchtigen Handlungen darthun, doch
am Ende immer wenig.- Gott gebe daß wir uns darinn ganz
verständigen und verständigen [sc.: verstehen].
Nun noch ein paar Worte besonders an Dich liebe Ernestine, die
ich - dabey immer an meine geliebte Frau denkend - sogern meine Tochter
nenne. Der Gedanke an ein höheres ausgebreitetes Wirken er-
wärmt Dich zwar; allein er erfüllt Dich auch mit Bangen und Zagen;
siehe so ist es ganz auch mir; dieß aber glaube ich ist der rechte Zu-
stand des Gemüthes in welchen man mit im Gottvertrauen ruhen[-]
den Muthe das Gute beginnen soll. Du suchst Deiner Natur die Stille
und Zurückgezogenheit; ich und wil wir wollen Dich nicht hervorziehen
Schillers Worte gedenkend: - "was die Stille nicht wirkt, wirkt
die Rauschende nie["], allein Du sollst und wirst mir das schöne
segensreiche Bewußtseyn geben: - "daheim walltet [sc.: waltet] still
und sinnig die ordnende erhaltende Hausfrau" - der edle Frau-
ensinn soll nur wissen: - "in meinem Kreise walte eine stille
Stellvertreterin seiner["]. Wir wollen nicht laut, sondern still sinnig leben
D u E. FrFr.