Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Johannes Arnold Barop in Keilhau v. 29.4.1840 (Blankenburg)


F. an Johannes Arnold Barop in Keilhau v. 29.4.1840 (Blankenburg)
(KN 55,34, Brieforiginal 1 Bl 8° 1 S., zit. Kuntze 1952,104.)

Blankenburg am 29 April 1840.


Lieber Barop.

Du erhältst beykommend den Dir mitgetheilten und mit Dir bespro-
chenen Plan so weit derselbe jetzt klar ausgearbeitet ist. Ich
wollte Du hättest die gehörige Muße und in Dir recht die Lust ihn
tüchtig durchzuarbeiten; es ist dieß zwar nur ein Entwurf, allein
je bestimmter und klarer dieser, desto sicherer und rascher der
eigentliche Aus- und Fortbau.- Mit jedem Schritt den ich in der
Sache thue erscheint sie mir wichtiger und ich möchte E mich verviel-
fachen um sie zu Ende zu bringen; allein sie liegt auch zugleich
so colossal vor mir, in meinem Geiste u Gemüthe, daß
ich die Sache kaum bewegen kann; möchte ich sie nur erst recht
klar zermalmt ich möchte fast sagen in D Gas und Äther
verwandelt oder bis in das kleinste hin gestaltet haben,
um sie auch dem [sc.: den] einfachsten Gemüthern, dem natürlichen
Frauensinn nahe zu bringen; dazu mußt Du mir nun Deine
Kraft Deinen Geist u Dein Herz, wie Deine Hand reichen;
wenn wir uns erst zehen kräftige, entschieden handelnd[e]
deutsche Frauen dafür gewönnen, besonders Frauen
welche durch ihre Gesammtstellung nur einige entscheidende
Wirksamkeit auf andere ihres Geschlechtes haben; wenn
es nur möglich wäre den Gedanken der Prinzeß recht nahe
ans Herz zu legen. Morgen sollst Du bald die Fortsetzung erhalten
DFrFr.