Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Redaktion der Allgemeinen Zeitung in Leipzig v. 10./16.5.1840 (Blankenburg)


F. an Redaktion der Allgemeinen Zeitung in Leipzig v. 10./16.5.1840 (Blankenburg)
(Brieforiginal/Reinschr. nicht überliefert, aber zwei datierte Entwürfe im BN bzw. BlM und ein datiertes Abschriftfragment im BN. Entwurf a) im BN 735, Bl 11-12V, fol 2 S. ist auf 10.5.1840 datiert, Entwurf b) im BlM X,8, Bl 122 1 Bl 4° 2 S. auf 16.5.1840. Beide Entwürfe enthalten zahlreiche Streichungen und Ergänzungen. Das Abschriftfragment c) in BN 725, Bl 1, hier: 1V 1 S. ist ebenfalls auf den 16.5.1840 datiert.)

a) Entwurf [BN]

An die verehrliche Redaction der all-
gemeinen Leipziger Zeitung (Brockhaus)
in Leipzig.

Blankenburg b Rudolstadt
am 10n May 1840

Skitze.
Da die verehrliche Redaction der allgem
Zeitung zu Leipzig uns als eine treue
Pflegerinn aller rein volksthümlichen
u menschlichen Interessen bekannt ist,
so erlauben wir uns hier in der Anlage ihr einen
Gegenstand zur Prüfung vorzulegen,
welcher seit mehrern Jahren still von
uns aber mit stets erweitertem Erfolg
u freudiger Fortentwickelung gepflegt
worden u dessen Blüthe in der <?> /
[11R]
festlichen für das deutsche Gemüth und
Leben jetzt festlichen Zeit nahe ?>
zulegen ist
hervorgetreten ist. Da der Gedanke gleich bey
seinem ersten Hervorknospen u Aufblühen
wo er nur immer ausgesprochen ward
wurde, mit ungetheilten regen innigen
Beyfall so gleich förderl[ich] pflegend aufgenommen
wurde in dem man darinn einen der
schönsten u wichtigsten Gedanken erkannt[e], wel-
cher <nun in ein> zu dieser festlichen Fest Zeit nun
nicht nur ausgefü[h]rt, sondern auch gepflegt
u fortentwickelt werden könne. so hegen
wir die vertrauende Zuversicht, daß
er auch nicht nur Ihre Beystimmung er-
halten möge sondern auch in Ihnen die
förderlichste pflegendste beförderndste Theilnahme her-
vorrufe. Sollten wir uns nun in die-
sem rein menschlichen u ächt deutsch-
sinnigen Vertrauen, ja in Bezug auf
die bezweckte allgemeine Kindheitpflege christlichen
u menschheitl[ichen] Vertrauen, nicht täuschen irren, so empfeh-
len wir das Ganze die allgemeine die Verbreitung dGedankens Ihrer förderlichen
Theilnahme Mitwirkung u die allgemeine Verbrei-
tung des Gedankens
durch entsprechende
Aufnahme u Bekanntmachung desselben in Ihrem
sehr geschätzten Blatte, u wie durch gütige Aufforderung dazu
an andere gleichsinnige Redactionen
öffentlicher Blätter, damit wo möglich
das Ganze die Sache u Idee zur Feyer Zeit der schon freylich
nahe herbeygerückten Jubelfeyer als
eine junge, Hoffnung verbreitende Pflan-
ze des deutschen Gemüthes dastehe /
[12]
Wenn Sollten Sie weiter der Unternehmung
eine zu ihrer gesunden u ungestörten Aus-
führung die Hand bieten wollen, so
würden wir gerne Ihre Vorschläge
empfangen, besonders wenn Sie
uns vielleicht auf irgend ent-
sprechende Weise mit bestimmten edlen
deutschen Frauen u Jungfrauen be-
kannt machen oder <uns nun dKennen solcher geben
oder Frauen uns nahmhaft uns nahmhaft
>
solche uns nennen wollten (oder uns be-
stimmt edle deutsche Frauen u Jungfrauen nahm-
haft machen wollten
), solche von deren weiblich
menschlichen u christlich u deutschem Sinne
Sie überzeugt sind wären, daß Ihnen Zu-
sendungen von Plänen u Actien Unterzeichnungsscheinen gemacht werden dürften.
Mit vorzüglicher Hochachtung unter-
zeichnen wir uns.

b) Entwurf [BlM]

[122]
An die verehrliche Redaction der allgemeinen Zeitung in Leipzig

Blankenburg bey Rudolstadt von 16ten May 1840.

Da die verehrliche Redaction der Hanauer Zeitung (der Leipziger allgemeinen
Zeitung) uns als eine treue Pflegerinn aller rein volksthümlichen
und menschlichen Interessen bekannt ist, so erlauben wir uns in der
Anlage ihr einen Gegenstand zur Prüfung vorzulegen, welcher seit
mehrern Jahren still von uns aber mit stets erweitertem Erfolg und
freudiger Fortentwickelung gepflegt worden und dessen Blüthe in
der für das deutsche Gemüth und Leben jetzt festlichen Zeit hervorge-
treten ist. S.a.S. [sc.: Siehe andere Seite=Zusatz: „der Gedanke.“ bis „Sollten wir“ 122R unten, hier eingefügt]
der Gedanke fand bey seinem Erscheinen ersten Hervorknospen, wo er nur mitgetheilt wurde unge-
theilten Beyfall. Er wurde als einer der schönsten u wichtigsten erkannt, welcher in dieser Festzeit zu einem
Denkmal ausgeführt u fortentwickelt werden könne. Die Feyer des Festes erhält durch ihn, durch seine begründete
Ausführung eine ihm g[an]z angemessene, eine tiefe u geistige Bedeutung. Der Gedanke trägt den Keim einer
seegensreichen Fortwirkung für alle Zukunft in sich u enthält die Kraft die Feyer d Festes, ungeachtet
alles dess[en], wodurch dieß sonst unmöglich scheint, zu einer wahrhaft allgemein[en] Deutsch[en] zu machen. Sollten wir
[Dafür die folgenden Zeilen von „Der Gedanke..“ bis „.hervorrufe“ gestrichen]
Da Der Gedanke fand bey seinem ersten Hervorknospen, wo
er nur immer ausgesprochen ward wurde, mit getheiltem regen Bey-
fallen sogleich förderlich pflegend aufgenommen wurde, indem Es wurde
man darin einen der schönsten und wichtigsten Gedanken erkannte,
welcher in dieser Festzeit zu einem Denkmal nur ausgesäet und fortentwickelt werden
könne.
[Erweiterung durch Randnotiz:]in dem Denn durch denselben, durch die Ausführung der Idee erhält die Feyer
des Festes eine ihr ganz angemessene eine geistige Bedeutung eine in alle
Zukunft seegensreiche Fortwirkung erhalten, u so das Fest u d Feyer d Festes
eine wahrhaft allgemeine deutsche würde. Wir glauben d[a]ß der Gegenstand bey
nur einiger ruhiger u aufmerksamen Durchblicken desselben so für sich
selbst spricht daß wir nicht nöthig haben ein <förderndes> Wort dafür
zu sagen, wie auch der Anklang, den er bisher gefunden hat zu bestätigen
scheint [Randnotizende]
so hegen wir die vertrauende Zuversicht daß er auch nicht
bloß Ihre Beystimmung erhalten sondern in Ihnen die beförderndste
Theilnahme hervorrufe.
Sollten wir uns in diesem rein mensch-
lichen und ächt deutschsinnigen, ja in Bezug auf die bezweckte
allgemeine Kindheitpflege christlichen wahrhaft und menschheitlichen Vertrauen
nicht teuschen irren, so empfehlen wir das Ganze Ihrer förderlichen Mit-
wirkung und die Verbreitung des Gedankens durch entsprechende Be-
kanntmachung desselben in Ihrem sehr geschätzten Blatte, wie durch
gütige Aufforderung dazu an andere gleichsinnige Redactionen
öffentlicher Blätter, damit wo möglich zur Zeit der freylich schon III 2 [Archivsignatur]/
[122R]
nahe herbeygerückter Jubelfeyer die Idee schon als eine junge
Hoffnung verbreitende Pflanze des deutschen Gemüthes dastehe *
*Wir legen Ihnen, im Fall Sie in dieser Beziehung von einem Aufsatze Gebrauch machen wollten
zu diesem Zwecke [diesen Aufsatz, der] in dem jüngsten Stücke des Rudolst. Wochenbl. No 23 vom 30ten März erschienen ist denselben in einem
besonderen Abdrucke <--> bey.
Wenn Sie weiter der Unternehmung zu ihrer gesunden
und ungestörten Ausführung die Hand bieten wollen, so wür-
den wir gerne Ihre Vorschläge hören. Besondern würde es
uns freuen, wenn Sie vielleicht uns auf irgend entsprechende
Weise mit bestimmten edlen deutschen Frauen u Jungfrauen
bekannt machen oder uns nennen wollten, solche von deren weib-
lich menschlichem u deutschen Sinnen Sie überzeugt wären
daß Ihnen Zusendungen von Plänen und Unterzeichnungsscheinen
gemacht werden dürften.
Mit vorzüglicher Hochachtung unterzeichnen wir uns.
Erwähnen wollen wir nur doch noch, daß die schon mehrfach eingegangenen
Unterzeichnungen selbst von fürstl. Frauen, ehe eigentl das Werk in die Öffent-
lichkeit getreten ist, den Anklang zu bestätigen scheinen, den es in der Frauen-
welt finden wird.
Wir glauben unsere vorgebrachte Bitte um förderl Aufnahme des
Gegenstandes in Ihr gesch so geachtetes u vielgelesenes Blatt um so mehr
thun zu können als dasselbe schon besonders in der Zeit unseres beginnenden Wirkens in der Schweiz namentlich in dem Kanton Luzern
durch seine frühere Bekanntmachungüber unser[e] Bestrebung angemessene Pflege der Kinder durch zweckmäßige
Bethätigungen, hierfür eine Art von Archiv geworden ist.
[Hier folgt der Ersatztext des gestrichenen Abschnitts 122V: „der Gedanke“ bis „Sollten wir“]/

c) Abschriftfragment

[1]
An die verehrliche Redaktion der allgemeinen Zeitung in Leipzig.
Blankenburg bei Rudolstadt, am 16ten Mai 1840.
Da die verehrliche Redaktion der Leipziger allgemeinen Zeitung uns als eine treue Pflegerin aller
rein volksthümlichen und menschlichen Interessen bekannt ist, so erlauben wir uns, in der Anlage
Ihr einen Gegenstand zur Prüfung vorzulegen, welcher seit mehreren Jahren still von uns,
aber mit stets erweitertem Erfolge und freudiger Fortentwickelung, gepflegt worden und
dessen Blüthe in der für das deutsche Gemüth und Leben jetzt festlichen Zeit hervorgetreten
ist. Da der Gedanke bei seinem ersten Hervorknospen, wo er nur immer ausgesprochen
ward, mit ungetheiltem regem Beifall sogleich förderlich pflegend aufgenommen wurde, inde[m]
man darin einen der schönsten und wichtigsten Gedanken erkannte, welcher in dieser Fest-
zeit nur ausgeführt und fortentwickelt werden könne, so hegen wir die vertrauende Zuver-
sicht, daß er auch nicht bloß Ihre Beistimmung erhalte, sondern in Ihr die befördernste Theilnah-
me hervorrufe. Sollten wir uns in diesem rein menschlichen und ächt deutschsinnigen, ja in
Bezug auf die bezweckte allgemeine Kindheitpflege, wahrhaft menschheitlichen Vertrauen
nicht täuschen, so empfehlen wir das Ganze Ihrer förderlichen Mitwirkung und die Verbrei-
tung des Gedankens durch entsprechende Bekanntmachung desselben in Ihrem sehr geschätzten
Blatte, wie durch gütige Aufforderung dazu an andere gleichsinnige Redaktionen öffent-
licher Blätter, damit wo möglich zur Zeit der freilich schon nahe herbeigerückten Jubelfeier die
Idee schon als eine junge, Hoffnung verbreitende Pflanze des deutschen Gemüthes dastehe.
Wenn Sie weiter der Unternehmung zu ihrer gesunden und ungestörten Ausführung die
Hand bieten will, so würden wir gern Ihre Vorschläge hören; besonders würde es uns freuen,
wenn Sie vielleicht uns auf irgend entsprechende Weise mit bestimmten edlen deutschen Frauen
und Jungfrauen bekannt machen oder uns nennen wollte solche, von deren weiblich menschli-
chen und deutschem Sinne Sie überzeugt wären, daß ihnen Zusendungen von Plänen und Un-
terzeichnungsscheinen gemacht werden dürften. [Text bricht ab]