Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Johannes Arnold Barop in Keilhau v. 16.5.1840 (Blankenburg)


F. an Johannes Arnold Barop in Keilhau v. 16.5.1840 (Blankenburg)
(KN 55,35, Brieforiginal 1 Bl 8° 1 ½ S.)

Blankenburg am 16 May 1840.


Guten Morgen lieber Barop!

Da ich glaube daß es Dir zu wissen lieb ist wie sich so das Leben in
Jedem des Kreises in sich bewegt, so wollte ich Dir doch sagen,
daß sich Malchen sehr mit Kleinigkeiten zur Kindtaufe der Kleinen
beschäftigt, so daß es mir fast unmöglich scheint sie als Pathin zu
umgehen, besonders da auch die Döllstädter in sich so eine Art Person
im Ganzen bilden so daß sie, was dem einen geschiehet als dem
Ganzen und allen geschehen betrachten; dieß fällt mir so eben
ein indem ich dieß niederschreibe, nun stehen aber die Döllstädter
in vielseitigem Lebensverkehr z.B. auch mit Salzmanns; da wir
nun aber eine Einigung des Lebens, vom Leben aus, die von der schon
bestehenden Gemüthseinigung aus bezwecken, so glaube ich diesen
wie solche Punkte und Zeiten nicht wohl unbeachtet übersehen,
sondern müssen in den Personen und durch dieselben das Ganze be-
achten und pflegen. Noch fällt mir indem ich dieß schreibe etwas
ein. Die Döllstädter stehen auch in sich in einem eigenen und fast noch
näheren Lebensverkehr mit den 3 Zürcher Brüdern als mit uns, so haben
sie jetzt sämtlich und ich glaube selbst der Pf: Müller dahin geschrieben; f der
Mensch muß u will sich nemlich nothwendig an etwas anhalten vielleicht auch
emporranken was er in gewisser Beziehung höher stellt; fühlt er sich nun
gar, was mir bey den Döllstädter[n] leicht möglich erscheint von dem einen
Punkt etwas zurück gesetzt so schließt er sich leicht an den andern an, was /
[1R]
vielleicht nicht geschehen wäre, wäre das erstere nicht einge-
treten. Genug l. Barop ich will durch alles dieß weiter
nichts als - wozu Du mich durch Deine Mittheilungen aufge-
fordert und die Erlaubniß gegeben hast - Dir die Sache von
all den Seiten vorführen von welchen sie mir erscheinen.
Ich werde so nun auch die vielleicht bald eintretende Mitthe[i]l[un]g
des Planes benutzen, mehreres, wenigstens scheinbar Ge-
trennte wieder zu einigen.
Dieß alles zur umsichtigen richtigen Beachtung des Lebens
besonders der Wirksamkeit ursprünglicher Natur- und
Lebensverhältnisse; nur dadurch werden wir Sieger.-
DFrFr.