Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Rechtsassessor u Buchdruckereibesitzer v. Gockel / Redaktion der Eisenacher Zeitung in Eisenach v. 13.6.1840 (Blankenburg)


F. an Rechtsassessor u Buchdruckereibesitzer v. Gockel / Redaktion der Eisenacher Zeitung in Eisenach v. 13.6.1840 (Blankenburg)
(BN 214, Bl 34, hier: 34R, undat. Entwurf fol ¼ S. mit Adressatangabe. Datierung nach Beilage. Dem Schreiben lag als Anlage der Text des „Aufrufs“ F.s bei, dessen dat. Entwurf in BN 735, Bl 18, 1 Bl fol 1 ½ S.)

a) Brief

Brief (an die Expedition) an HE Rechtsassessor u
Buchdruckereybesitzer von Gockel in Eisenach
In Beziehung uns auf die uns von Ew Hochwohlgeboren d[urc]h den HE Taubstummenlehrer Kern zugekommene gefällige Erklärung
daß Sie so geneigt seyn wollen den Ihnen von demselben mitgetheilten Aufruf u gratis dem Inhalte nach in Ihr Zeitblatt aufzunehmen, wenn
derselbe kürzer, viel kürzer abgefaßt werde – So sind wir so frey in der Anlage eine Umarbeit[ung]
und vielmehr Auszug aus demselben mitzutheilen. Da derselbe nach unserm Überschlag wohl nur ein Drittel des vorigen Aufrufs
annehmen wird, so schmeicheln wir uns, daß Sie uns die mir gemachte Hoffnung erfüllen werden, wie denn auch schon mehre[re] Andere
Zeit[-] u Tagesblätter mit dem ganzen Aufrufe dasselbe gethan u ihn in ihre Spalten aufgenommen haben.
Da es mit der heutigen Post nicht mögl[ich]
war Pläne u Unterzeich[nung]sschein[e] mitzuschicken, so werden wir die[se] Übersendung nächsten Tage an dHE Hofbuchhändler <Waderer> machen
so daß wir hoffen, beyde werden in dessen Hände seyn ehe der Aufruf durch Ihr Blatt ins Publikum kommen wird[.] [Unterschrift fehlt]

b) Beilage

[18]
Blkb d 13ten Juny 1840 Für die Eisenacher Zeitung

Das Bedürfniß früher entsprechender Kinderbehandlung
und Pflege u demgemäß noch mehr das Bedürfniß
nicht allein nach Mitteln sondern auch nach Personen
den Forderungen derselben genügen zu können spricht sich
im Ganzen wie im Einzelnen, in der Familie u g[an]z na-
mentl[ich] in den Erfahrungen treusinniger u pflegender Mütter
so allgemein aus, daß es eigentl[ich] keines Wortes weiter
darüber bedarf indem das was man im gewöhnl[ichen] Leben
Kinderwarten nennt in den meisten Fällen wirkl[ich] ein
Warten der Kinder auf ächte Behandlung u Lebens-
pflege, ein wahres Sehnen derselben nach entsprechende[r]
gesunder Nahrung für ihren Lebenstrieb für den sich
in ihnen zeigen[den] Lebens- u Beschäftigungsdrang ist.
Deßhalb sollte es also für d Streben diesem großen und
in seinem Mangel an Befriedigung oft so schmerzl[ich] em-
pfundenen Bedürfnisse abzuhelfen kein einführendes Wort [zuviel seyn.]
Doch d Mensch knüpft sein Streben so gern an d Gefühl des
Dankes an. Unter diesen Umständen u Forderungen erscheint uns nichts an-
gemessener als bey Gelegenheit d gegenwärtigen pp
und so G[an]z[en] wie den in diesen festl[ich] vergehenden Tagen
sich hervorgedrängten Gedanken eines allgem. deutschen Erziehungs-
unternehmens p- Buchdruckerkunst u
den Plan p – vertrauensvoll auf
um d Theilnahme so allgem. als mögl[ich]
um sie wie in d Gegenwart so auch für Vergangenheit wirksam zu machen
so kann diese Mitwirkung zu gleicher Zeit ein Denkmal /
[18R]
für früher verstorbene adelige Frauen u Jungfrauen werden, deren
kinderliebender Sinn noch jetzt in seinen Folgen fort wirkt, indem
Unterzeichnungen für d Unternehmung mit ihnen kann geschehen[;]
auch für d Zukunft könnte dieses Werk dadurch wirkl[ich] angemessen
werden, daß für Neugeborene Töchter von ihren Pathen auch die so
<vielartig> hohen Sinn in sich tragende Unternehmung mit<erwähnt> würde[.]
Wie alle deutsche Frauen u Jungfrauen dazu eingeladen sind so bilden
nun doch einige diese besonders wieder alle deutschen Kinder achtende
und liebende Frauen u Jungfrauen unseres lieben Thüringen welches seit
welches - lebensvolle Theilnahme daran eine
[.]
Da zu wünschen ist, daß dem einem Zweck des Wirkens
(der dankenden Seite des Werkes) gemäß bis zum 24 Juny
zur Feyer der Jubelfeyer <schon> eine <solche> Anzahl Unterzeichnungen
ergangen sind, daß bey d betreffenden Landesbehörde die Unternehmung
zur geneigten Genehmigung u höchsten Schutze vorgelegt werden könne
so wird es sehr erfreul seyn, wenn es mögl <se> wäre
daß schon bis zum genannten Tage mehrere Unterzeichnungen
bey dem unt[er]zeich ( die portofrey erbeten werden) bey dem
unterzeichneten Verein eingehen könnten.
Pläne u Actien-Unterzeichnungsscheine p. /