Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Komitee zur Feier der Erfindung der Buchdruckerkunst in Leipzig v. 15.6.1840 (Blankenburg)


F. an Komitee zur Feier der Erfindung der Buchdruckerkunst in Leipzig v. 15.6.1840 (Blankenburg)
(BlM X,8, Bl 119, hier: 119R, datierter Entwurf ½ Bl fol 1 S.)

An das verehrliche Comité zur 400jährigen Jubelfeyer zur Erfindung
der Buchdruckerkunst in Leipzig


Blankenburg bey Rudolstadt d 15 Juny 1840.
{Infolge der / In Beziehung auf die} von Ihnen in öffentl Blättern ergangene Aufforderung
alles dasjenige, was zur gegenwärtigen 400jährigen Jubelfeyer des Gutenbergsfestes
durch den Druck veröffentlicht worden, Ihnen zur öfftl Ausstellung am 2ten Tage der Feyer 1 Expl.
zu überschicken, sind wir so frey, Ihnen demgemäß in der Anlage einen Plan des zur gegenwärtigen
Feyer des Gutenbergsfestes unter dem Namen eines Deutschen Kindergartens, bezweckten
allgemeinen Erziehungswerkes durch deutsche Frauen u Jungfrauen zu übersenden[.]
Möchte der von den verschiedensten Punkten u Bildungsstufen aus als hoch-
wichtig u in seiner Ausführung höchst wünschenswerth erkannte Gegenstand
u für die Fortbildung des Menschengeschlechtes in seiner Ausführung als wesentlich erkannte Ge-
genstand im Stande seyn nicht nur ein vorübergehendes Schauinteresse sond.[ern] eine bleibend
förderl.[iche] Theilnahme zu erwerben. In dieser Beziehung sind wir so frey dem verehrl[ichen]
[{]Verein / Comité[}] noch eine kleine Anzahl Expl Pläne nebst doppelt soviel Unterzeichnungs-
scheinen und einige andere {darüber / über d[ie]se Sache} [erschienenen] Veröffentlichungen zur geneigten Einsicht zu über-
schicken. Eine sehr geachtete Deutsche, die sich für den Gegenst[an]d lebhaft u thätig
wirkend, schreibt in d[ie]ser Rücksicht an uns: "Ich möchte Ihnen vorschlagen sich darüber
an das Comité zur Feyer d[es] BuchdruckerJubiläums nach Leipzig mit d Bitte zu w[en]d[en]
entweder durch eine gedruckte oder mündl[ich] vorgetragene Aufforderung zur würdigen Feyer
des Festes thätig für die Ausführung ihres [sc.: Ihres] großartigen Planes [zu] wirken. Und sind auch die
Frauen nicht bey der Hauptversammlung nicht zugegen, so werden sie, wenn sie ihre Gatten
Väter und Brüder für d[ie] Sache erwärmt sehen, desto freudiger d[as] Ihrige zur Beförd[er]ung
des Unternehmens beytragen".- Dieser Aufford[erun]g glaubten wir nachzukommen
erschien uns als Vertreter d[e]s Gedankens um so mehr unerläßl[iche] Pflicht als dieselbe
dem theilnehmenden Frauengemüthe entsprungen u als sich d[er] G[e]g[en]st[an]d von dem Palast bis zur einfachen
Bürgerwohnung ja man darf wohl sagen bis zur ärml[ichen] Hütte des Tagesarbeiters
herab der regsten Theilnahme aber auch der förderlichsten Mitwirkung stimmberechtigter Männer erfreut[.]
Sollten Sie nun dieße auch unsere d[ur]ch Erfahrung u Nachdenken durch in Gemüth u Geist tiefbegründete Überzeugung
d[urc]h Förderung d[ie]ser Unternehmung ein für Vollendung d[er] Menschh[ei]t steigernd aus sich hervorwachsendes Werk
als bleibend lebend lebendes Denkmal der gegenwärtigen Jubelfeyer d Buchdruckerkunst auf irgend eine
der Festfeyer liegende entsprechend[e] Weise wahrhaft begründen u auf das wirksamste fördern wollen,
u dazu aber vielleicht noch eine Anzahl von Pläne u Actienunterzeichnungsscheine bedürfen, so [{]bitten / ersuchen[}] wir Sie ergebenst
uns mit danach eine der nächsten Posten davon in gütige Kenntniß zu setzen und dahin zu wirken daß Pläne nebst Beylagen zu
richtiger Zeit in Ihrer Hand sind
. Sollte aber ein solches Ergehen in d[er] Sache Ihrer Festfeyer zu entfernt liegen, so bitten ersuchen wir Sie ergeb[en]st
im Interesse d[es] G[e]g[en]st[an]des durch persönl[iche] Vertheilung diese wenigen der übersandten Pläne förderl[ich] für d[as] Ganze <zu brauchen> doch <bangen> wir <nicht>, d[a]ß
wir das erste hoffen, indem durch das was hier angebahnte Streben das wahre Benützen des Lichtes u d[er] Aufklärung von frühe an d[er] Mensch für d[ie] Stufe der Erziehung d[er] Menschheitsentwicklung gepflegt
dafür ganz entgegen erzogen werden soll. In dieser Zuversicht unterzeichnen wir uns hochachtungsvoll