Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Ernestine Langethal in Burgdorf v. 16.12.1840 (Blankenburg)


F. an Ernestine Langethal in Burgdorf v. 16.12.1840 (Blankenburg)
(UBB 114, Bl 346, Brieforiginal 1 Bl 8° 1 S. Dieser Brief und der an Heinrich Langethal vom selben Tag wurden der im Brief an Heinrich Langethal erwähnten Kiste beigelegt.)

Blankenburg am 16 Decbr 1840.


Meine liebe Ernestine.

Du wirst Dich gewundert haben seit meiner Anfrage wegen
des Kleides der theuren, ewig unvergeßlichen Mutter
nichts mehr darüber von mir gehört zu haben; der Grund
war ein mehrfacher erst hoffte ich einmal Ihr, Dein l.
Mann und Du würdest [sc.: würdet] zu uns zurückkehren, dann wollte
sich mir nie ein passender Raum zur Übersendung finden;
möge es der jetzige seyn und Du das Kleid unschadhaft
empfangen. Ich sähe die liebe Mutter am liebsten in
demselben und so freue ich mich sehr daß Du es, ihre zärt-
lich von ihr geliebte Tochter tragen wirst. Noch habe ich das
b[l]auseidene Umschlagtuch mit den Franzen beygelegt auch
dieß Tuch sähe ich vor allem gern an der theuren Mutter.
trage [sc.: Trage] es ihr zum Angedenken, noch habe ich u Unbedeutendes
was der Raum gestattete beygelegt, das Tuch hat die alte
Mutter gestrickt; obgleich der Kopf Kragen groß, so wurden
solche doch jetzt kürzlich noch hier getragen. Du siehest wenigstens den
guten Willen; wärest Du hier so solltest Du auswählen. Ich
gebe Dir vieles so gern weil ich weiß Du achtest es um
der Mutter willen hoch. Hast Du ein großes Umschlage Tuch?-
Könntest Du Dir doch eines aus wählen [sc.: auswählen]!- Die besten
Wünsche zu den festlichen Tagen, bald mehr von Deinem
Dich väterlich liebenden FriedrichFröbel

Erinnerst Du Dich irgend etwas von der Mutter Kleider oder Wäsche so sage es mir ganz unbefangen, ich danke dafür.