Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Robert Kohl in Keilhau v. 26.4.1841 (Blankenburg)


F. an Robert Kohl in Keilhau v. 26.4.1841 (Blankenburg)
(BN 519, Bl 1-2, Reinschrift 1 B 4° 2 ¼ S. Auf den fast zwei freien Seiten des Bogens findet sich noch ein flüchtig geschriebener Entwurf für Gedicht(e) und / oder Lied(er), bestehend aus insgesamt 10 (Strophen-)  Fragmenten.)

            Blkenbrg am 26 April 1841. <Nächtigs>..


Mein lieber Herr Kohl.

Ich wünsche vom Grunde meines Herzens daß diese
Zeilen Sie um vieles besser finden mögen. In [Be-]
ziehung auf mein heutiges letztere Wort zu Ihnen
empfangen Sie beyliegend No 106 des Allg. Anz.
Haben Sie solchen gelesen auch solchen im Kreise allge-
mein gemacht, so haben Sie die Freundlichkeit ihn
an meinen l. Bruder zu besorgen welcher jetzt
gläubig und glaubend große Theilnahme dem Ganzen
beweist und - merkwürdiger Weise, auch solche
muß da gepflegt werden wo äußerlich gar keine
Wirkung daraus hervorzugehen scheint; allein
daß und wie sie kommt weiß ich. /
[1R]
Von den hier beyliegenden Anzeigen the[i]len
Sie gefälligst zwey an He Lommatzsch und
zwey an Herrn Herman mit, sie möchten
solche Briefen welche sie in diesen Tagen an
Menschen schrieben beylegen, und ich denke
jeder trägt in sich die Überzeugung daß er
immer an solche schreibt. Habe ich Ihnen schon
welche zu solchen Gebrauch mitgetheilt? Ich
glaube nein, nun so liegen auch auch für Sie dazu
hier 2 Ex. bey. Es ist dabey gar nicht darum
zu thun, daß die Empfangenden unmittelbar
für die Überkunft von Bildlingen wirken möchten
sondern nur daß die Gesinnungen welche solche
Sendungen bedingen hervorgerufen werden. Wie?
das steht in GottesHand, allein ich säe aus.
I. FrFr /

[2]
Bedürft Ihr mehr noch desto besser; ich be-
sitze noch Vorrath[.]

F.: 10 (Strophen-) Fragmente für Gedicht(e) und / oder Lied(er):
Auf und kommt laßt wandeln uns im Freyen
All was bunt farbig ist dort zu erspähn
Laßt gleichfarbiges dann zusammen reihen
Zwischen Farben o wie ist es schön
<höher> und lieblich draußen
Wie so schön <im sehen> prangen
Blümchen Gelb u Roth u blau veilchenfarben und grün doch die <bunten> Blumen blühen
Sie zu sehn tragen wir verlangen
Laßt uns gehn zum <lieben> Blumen hin
-----
O wie doch in <hohem Prangen>
Die Natur in so vielen Farben
Roth sind Rosen Tulpen wie Nelken
Selbst oft Blätter wenn Sie welken
-----
-----
Dank Dir Gott daß Du mir hast [{]ein Aug / den Sinn[}] <gegeben>
All Dich in Deiner Farbenpracht <noch> zu <erheben>
Wie ist doch im Freyen <jetzt> so <won[n]ig> herrlich
Wie wir doch im Freyen uns glücklich fühlen
Alles schaut uns da so freundl an
Lernen vieles ob wir <gleich was> spielen
Was zum Gutseyn führt <u[n]s nahen können>
Laß <auf> blickend Dir danken
Daß wir ohne Wanken
<Glanz> d[er] Blumen Dein <Werk ist>
Wie sie in in der Sonne <spricht>
Laß uns Vater Dein <walten trauen>
Wie die Blume stets zur Sonne schauen
So laß uns auf Deine Liebe bauen
bunte Steine
Käfer, Schmetterlinge
Jeder Baum u jedes <erste> Blatt <seine eigne Farbe hat>
Jedes < ? > Thierchen ist auch noch so k[lei]n
denoch seine eigne Farbe hat.
<Auch die in Deine Lieben>
<Alles> in der <Farben Glanz> erkennen
Um die <Saat> in Deine[r] Farbenpracht
<Dich> zu <erheben>
Auch hier <liebend> <dankbar> Vater
Dich zu nennen. /
[2R]
finden
binden
einen
erscheinen
schaaren
offenbaren
bewahren
erfahren
die alle Farbe in sich trägt
Sagt ihr gelben Bälle nun was alles gelb sich nennt
Dann ihr grünen alles was ihr grünes kennt
Dann ihr blauen alles was <ihr> blaues seht
Veillchenfarbe alles was in <bleicher> Farbe blüht
<Roth> mag nennen alles was es rothes < ? ? ? ? schön ernennt>
Roth mag sagen was in gleicher Farbe < ? brennt>
Jedes Bällchen mag nun seine Farbe <nennen>
Daß die gleichen Farben sich so leicht erkennen
Gelb <mög> sich zum gelben finden
Grün mit Grünem sich verbinden
Blaues möge sich mit neben blauem vereinigen erscheinen
Veilchenfarb <w[ird]> sich mit gleichen Farben einen
Roth mag sich zum rothen [{]freudig / willig[}] schaaren
Feuerfarb <geeint> Luft u Wärme offenbaren.
Gleich den Blumen <wenn> wir diese winden
Gleich den <Sprüchen> sorgsam <sammelt ein>
<Da wird Schönes sich zum Guten schon>
<Und wir werden glückl[ich] sein>