Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an eine Prinzessin in < ? > v. 19.5.1841 (Blankenburg)


F. an eine Prinzessin in < ? > v. 19.5.1841 (Blankenburg)
(BN 28, Bl 4, hier: 4R, linke Spalte, dat. Entwurf ¼ Bl fol ½ S. ohne genauere Adressatangabe. Auf demselben Bogen: "Plan der Schrift" (4V) sowie Entwürfe an Aurelie Steinacker (4R-5V) u. an Karoline-Luise Fürstin von Schwarzburg-Rudolstadt (5V), wohl alles etwa v. selben Tag und mit ähnlichen Inhalten.)

Durchlauchtigste Prinzeß

Der HErr <F[r]ank> mit welchen Ew. Durchlaucht die Gnade
hatte mir jüngst bekannt zu zusenden hat wie ich höre
irgendwo geäußert das [sc.: daß] Kinderpflegeanstalten oder
wie ich sie in der Gesammtheit ihres Wesens u Wirkens
am liebsten nenne[:] "Kindergärten["] in jedem Dorfe ausgeführt
werden sollte[n]. Diese seine so begründete Äußerung als in ihre Folge <eingreifende>
hat in edlen menschenfreundl[ichen] Gemüthe[rn] den Wunsch <erzeugt>, daß
sie von ihm schriftl[ich] ausgesprochen werden ihm und ihn so mit Schwarz auf Weiß festere Gestalt
eine weitere Wirksamkeit gege[ben] werden möchte: ob nun H[err]n
<F[r]ank> diesem schönen Wunsch <länger bei> entgegen gekommen ist
ist oder wird weiß ich zwar nicht, allein es ist mir in
diesen Tagen ein Schriftchen eines La aus vieljähriger
Erfahrung sprechenden Landgeistlichen <zugeschickt> bekannt ge[-]
worden welches auf der <11.> Seite dieselben Gedanken
Behauptung Wahrheiten ausspricht.
Weiter höre ich daß irgendwo von irgend wem
die behauptet worden ist es sey schon zu viel <Bildung>
u Erkenntniß unter dem Volke u der Menge wodurch sie schon
hinlängl[ich] unzufrieden u unteilbar geworden sey daß
man nicht noch mehr Bildung verbreiten dürfe um <dadurch>
dieses Übel nicht noch größer zu machen. Auch diesem
Einwurf entgegnet gedachte der Verfasser des gedachten
Büchleins S. 18[.]
In dieser doppelten Beziehung nun wage ich es <zunächst>,
daß [sc.: das] <kleine> Büchlein selbst (welches ich seiner [sc.: seines] menschenfr[eund]l[ichen]
Zweckes selben mehrfach zu meiner Verfügung gebraucht
habe Ew) welches sich über diesen Gegenst[an]d (welcher
das Ziel meines Strebens ich glaube in noch etwas
hohen <u> erfassendem Grade ist nicht nur als in Hinsicht auf Ausführung von Verwahr[-]
sondern als ächte allseitige Pflegeanstalt Kindergarten ist)
für die <höc[h]sten> mehrfach durchweg so <warm> als
klar ist Ew. Hochfürstl. Durchlaucht
zu hochgeneigtem
Gebrauche unterthänig zu überreichen[.]
Möchte es Ew. Durchl[aucht] gefallen dem Büchlein eine
besondere Aufmerksamkeit zu schänken und damit
den besten u <wirksamsten> Gebrauch auch zur Förderung
der Kindergärten wie g[an]z besonders des deutschen Kindergartens
zu machen. Ich habe noch über mehrere einige Exempl[are] des pp.
<Schriftchen> gemacht sollten davon Ew. Durchl. für ächt
wirk<samen> Zweck noch eines wünschen so werde ich solchem
Wunsch mit Freuden entge[ge]n kommen.
[Neben dem vorherigen Absatz als Randbemerkung:]
Übrigens erlaube ich mir noch d[ie] Bemerkung
daß d[as] Büchelchen in einem Lande geschrieben
worden ist, wo wie Ew Durchl[aucht] schon wissen u
auch am Ende d[es] Vorworts Seite IV <ausgesprochen> ist,
der G[e]g[en]st[an]d wirkl[ich] in Ausführung kommt.
Mit der <innigster> u hoher Verehrung
Ew Durchl[aucht]
unterth[änigster]
[keine Unterschrift]
Blbg 19/V. 41.