Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Vetter <Pochhammer> in Berlin v. 17.8.1843 (Blankenburg)


F. an Vetter <Pochhammer> in Berlin v. 17.8.1843 (Blankenburg)
(BN 687, Bl 13, dat. Entwurf 1 Bl fol ½ S. Der Brief F.s ist an einen Vetter seiner Frau in Berlin gerichtet. Bei dem im Entwurf angesprochenen Briefüberbringer handelt es sich um Rudolph Just, Zögling in Keilhau von 1839 bis 1843 und Neffe von Schleiermachers Frau. Auf diesem Briefbogen hat F. anschließend zwischen 17.und 20. 8. zwei weitere Briefe nach Berlin entworfen, die ebenfalls auf Rudolph Just Bezug nehmen.)

       Am 17 August 43.

Am Tage nach dem großen Sängerfeste
zu <Mols>dorf.

Bey Übersend In meinem jüngsten Briefe habe ich über der
Frage des Ihnen zu beantwortenden Schuldigen Ihrer gütigen
den <Premischen> betr[effende] Mittheilung zu erwähnen vergessen[.]
Ob ich nun gleich glaube beachten muß, daß jede an keine schwerl[ich]
an eine Ausnahme vom einen Gesetz im Geistigen mehr was so zum Urtheil der in Recht u Besitz seyenden ist hierbey zu denken ist
so wollte ich mir doch erlauben vielleicht HErrn <Rosse>
darauf aufmerksam zu machen, daß ich von dem <vielleicht> Zurückzuzahlen[den]
<es fehl[e]> nun das G[an]ze oder selbst nur ein Theil keinesweges zu <meinigen>
<Gunsten> meinem G[ut] sondern auch
Gemein sondern Ggleichfalls zum Genuß eines frommen u fried menschen[-]
freundl Unternehmens G Gebrauch zu machen werde. Es ist dieß die
Ausführung des irre ich nicht Ihnen schon bekannten Erziehungs Unternehmens
zur frühen angemessen[en] Pflege der Kindheit. Ich erlaube
benutze darum eine sich mir d[urc]h die Rückkehr ein[es] unser[er] Zöglinge
in seine Vaterstadt darbiethende Gelegenheit Ihnen
2 Ex: der so eben erscheinenden Nachricht vom deutschen
Kindergarten zu übersenden mit der Bitte eines
derselben vielleicht mit obiger Äußerung gelegentl
HErrn R. zukommen zu lassen, daß [sc.: das] 2e Exemplar
im Kreise Ihres Wirkens u Ihrer Bekanntschaft vorl[iege]
zu Gunsten zur Förderl [sc.: Förderung] eines anerkannten, so
wohl wohlthätigen als zeitgemäßen u seegens<reich[en]>
Unternehmens zu gebrauchen. Es war ist dieß das
Unternehmen welchen dessen Gedeihen dem mein[e] verklärte
Gattin vor ihrem Scheiden noch g[an]z besonders ihren Segen
gab u dessen Gedeihen Ihr bis zum letzten Augenblick ihres
Lebens der schönste <freudigste> Wunsch ihres menschenfreudigen Kinderlieben[den]
Gemüthes war.
Immer mit gleichen hochachtenden Gesinnungen
Ihr
dankbar ergebener Vetter
Fr Fröbel