Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an die Johann Andrésche Lithographische Kunstanstalt für Notendruck in Offenbach v. 8.11.1843 (Blankenburg)


F. an die Johann Andrésche Lithographische Kunstanstalt für Notendruck in Offenbach v. 8.11.1843 (Blankenburg)
(Brieforiginal ehemals BLV, Kriegsverlust; in BlM XI,3, Bl 26, datierter Entwurf 1 Bl fol 2 S.)

Herrn Johann André Lithographische Kunstanstalt für Notendruck zu
Offenbach. b. Frankfur[t]


        Blankenbg b. Rudolstadt am 8 9br 1843.·.
In Beziehu[n]g auf Ihr Werthes vom 1n dieses Monats als Antwort auf mein
Anfragschreiben vom 26 v. M. erwiedere ich zum Abschluß des Geschäftes
nachstehendes
1. erstlich gehe ich auf die von Ihnen gemachten Bedingu[n]gen der Übernahme
        des Stiches u Druckes der Fröbel-Kohlschen Mutter- Kose[-] u Spiellieder ein
        so daß der Stich des Ganzen wenigstens zu Weihnachten beendigt ist.
2. Hoffe ich aber auch mit Sicherheit, daß Sie den Druck selbst nach Möglich[-]
        keit fördern und gestattet es der Gang des Geschäftes, daß derselbe so-
        gleich beginnen werde, als hinlänglich Platten zum Abdruck fertig
        sind, so, daß also keinesweges der Druck so lange ausgesetzt bleibe
        als bis sämtliche Platten erst von dem Stecher beendigt sind; wäre
        es daher möglich daß Sie zur Förderung des Ganzen einige gleichges[c]hickte
        Notenstecher zum Stechen dieser Platten anstellen könnten so Sie würden sich uns
        gar sehr verbinden und wir Ihnen gleich[er]maßen dankbar seyn.
3. Damit es wegen des Formates des Papieres keine Irrung gebe - indem
        die Noten wie schon ausgesprochen genau zu der Hauptschrift passen müssen
        da sie mit derselben (ohne Zweifel in einem leichten Etui) ausgegeben werden
        sollen - so lege ich die Größe desselben hier abermals bey es ist die von <Imperial>
        Kupferdruck. Sollte sich nun wieder Vermuthen für den Notendruck nicht
        das ganz gleiche Format finden, so müßte man dasjenige wählen was der Normal
        Größe am nächsten käme und dann müßte bei denjenigen Exemplaren
        welche mit der Schrift zugleich ausgegeben werden, das Überstehende ab-
        schneiden lassen werden [sc.: abgeschnitten werden].- Wir erwarten darüberbaldigst Ihre Mittheilung.
4. Da der Titel der Noten möglichst zur Vermehrung des Absatzes möglichst
        mit dem der Schrift übereinstimmen sollte und da der Herr Componist
        die Heraushebung des E[i]ngangsliedes als mit Pianoforte Begleit[un]g auf dem Titel
        wünschte, so ersuchen wir Sie ergebenst die Worte des Ihnen früher
        übersandten Titels nach dem nun hierbeikommenden (letzter Bestimmung) ge-
        fälligst abändern zu lassen. Sollten Sie sonst noch nach Ihrer Erfahrung
        etwas bei der Anord[n]ung der Worte des Titels als unzweckmäßig zu be-
        merken haben; was abzuändern mögl[ich] sey so b ersuchen wir Sie es uns geneigtest mit Berücksichtigung des so eben gesagten uns gefälligst auszusprechen.
         Sie werden mit uns den Titel etwas voll
        finden, es scheint uns aber Wir wußten aber wirklich nicht wie wir ihn der Titel mit
         dem Hauptwerke kürzer in (unmittelbarer) die uns doch für den Zweck des Ganzen
         so nöthige Verbindung zu fassen sey.-
[am linken Seitenrand, ohne Zuordnung:]
nach den vorliegenden verschiedenen Rücksichten
welche er in sich vereinigen sollte /
5. Da wir das Notenwerkchen zur möglichsten Verhinderung des
        mannichfachen Nachdruckes bei dem Leipziger Verein gegen den Nach- /
[26R]
        druck der Musikalien u Notenwerke eingetrag[en] wünschen, so er-
        suchen wir Sie solches gleich auf dem Titel an wichtiger Stelle
        so wie alles sonst noch nöthige z.B. Platz für die Preisbestimm[un]g
        angeben zu lassen.
5. [sc.: 6.] Da Ihre Verlagshandlung ohne Zweifel in unmittelbarem vielfachem
        Verkehr mit geda[c]htem Leipz[i]ger Buchhändler Vereine steht, so ersuchen
        wir Sie ergebenst, im Fall es Ihnen leicht auszuführen ist, die Einreg[i]stri[run]g
        dieses Werkchens gegen dankbar[e] Erstatt[un]g der deßfallsigen Kosten, geneigtest
        zu besorgen.
6. [sc.: 7.] Nun noch einige Wünsche des Componisten
a.) Wie schon ausgesprochen wünscht derselbe die Hervorheb[un]g des
        E[in]g[a]ngsliedes und hat darum, wie sie [sc.: Sie] im Manuscripte sehen
        werden eine Auszeichnung desselben vorgeschlagen. Zur möglic[h]sten
        Ersparung von Papier Kosten u Zeit könnte aber dann doch wohl
        der Notentext gleich auf der Rückseite folgen.-
b., Hierdurch wäre aber wieder wie angegeben eine besondere Einfüh[run]g der eigentl
        blos zweist[i]mm[i]g e[i]gentl Kose[-] u Spielliedchen nöthig.
        Wir überlassen dieß alles Ihrer Geschäftserfahr[un]g u Einsicht ob wir
        gleich glauben, daß es, wenn die Kosten u Zeit, Aufwand dadurch
        nicht zu bedeutend vermehrt wird [sc.: werden], es dem Ganzen eine empfehle[n]de
        Ausstattung solcher Ar geben kann, welche vielleicht die Kosten mindestens zieml[ich] ersetzt.
c. Die im Manuscript roth geschriebenen Noten als die einer schwier[i]gen zweyte[n] Stimme
        u eines zweiten u dritten Altes wünscht der Componist
         kleiner als die Haupt laufende Notenschrift angegeben[.]
d. Im Manuscript ist <Malzenische Met[t]ern:> abwechselnd bald mit Matt, Met bald
        mit M. M. angegeben. Welches Sie um der Gleichförm[i]gkeit wählen wollen
        überlassen wir g[an]z ihrer Einsicht[.]
7. [sc.: 8.] Endlich Weiter überlassen wir Ihrem Ermessen auch ganz die Größe
        der zu wählenden Notenschrift so wie die Schriftlage (Cursiv)
        des Textes. Wir sind nach dem uns von Herr[n] Sch. v. W. über Ihre
        Anstalt ausgesprochen[e] fest überzeugt, daß Sie in jeder Hinsicht das
        für das Werk besonders hinsichtl seines Formates Zweckmäß[i]gste u und hinsichtl[ich] der Lithographien das Empfehlendste wählen werden.
8. [sc.: 9.] Was nun endlich die Zahl[un]gsbesti[mmu]ngen betrifft so gehe ich ganz in [I]hre
        Best[immu]ng ein daß meml.[sc.: neml.] ..... u sogl. .....
        Zur Erfüll[un]g der letzten Bed[in]g[un]g folgen hierb[e]y sogl. Rth. 36- u
        wir hoffen daß Sie nun so gütig s[e]yn [werden] u den S Druck sogl. beginnen lass[en] w[erden][.]
9. [sc.: 10.] Wenn Sie es für nöth[i]g erachten daß der Componist die letzte Correctur selbst bes[timme]
        so bitten wir sie [sc.: Sie] solche an He. R. K. rc rc nah[e] K. b. R. einzusenden. [Text bricht ab]