Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an 23 Bürger in Blankenburg v.16.12.1843 (Blankenburg)


F. an 23 Bürger in Blankenburg v.16.12.1843 (Blankenburg)
(BN 487, Bl 1-2, Abschr. 1 B fol 3 S. Es handelt sich um eine von Friedrich Unger angefertigte Abschrift eines Rundschreibens (2 S.) mit angeschlossener Namensliste 2V; 2R vakat)

L L [sc.: Liebe Landsleute]
Es ist allgemein und so ganz gewiß auch den unter diesem
genannten hochachtbaren und verehrlichen Herren, besonders
durch die Dorfzeitung, bekannt, daß in diesem Jahre aber-
mals mehrere deutsche Männer und Dichter, ganz nament-
lich sächsische und thüringische zusammengetreten sind,
um von dem Ertrag der Herausgabe eines Weihnachts-
büchleins, genannt
        Weihnachtsbaum
auch in diesem Jahre wieder armen Kindern in den
Städten Gotha, Meiningen, Hildburghausen, Coburg
und Jena eine Christbescheerung und Christfreude zu
bereiten.
Diese Männer nun, haben sich mit Herrn Meyer, Chef
des Bibliographischen Instituts zu Hildburghausen, den
humanen Beförderer dieses menschenfreundlichen Unter-
nehmens in Rücksicht auf die freudigen Erwartungen und
Hoffnungen, welche man in Thüringen, ja in ganz
Deutschland von uns Blankenburgern hegt, veranlaßt ge-
sehen uns
       vierzig Exemplare
obengenannten, so gehaltvollen als geistreichen Büchleins
zu überschicken, und durch den Erlös dafür, auch den armen
Kindern unserer Stadt eine kleine Christfreude zu ver-
schaffen. /
[1R]
Ich bin nun tief in mir überzeugt, daß jeder der
achtbaren Blankenburger und namentlich die verehrlichen
unten genannten Herren und Frauen durch solches
Zutrauen geehrt und sich so geneigt fühlen, durch An-
eignung eines dieser Schriftchen und das dafür geneig-
test Beyzusteuernde, dieses so menschenfreundlich als
christliche Unternehmen zu fördern und so einem, dem
Einzelnen, wie die Stadt ehrenden Vertrauen, dank-
bar zu entsprechen, welches sich, so wie mir bekannt, keine
unserer benachbarten Städte, selbst nicht einmal Rudol-
stadt erfreut.
Sich nun durch solche Gesinnungen u Handlungen
an eine große Anzahl der edelsten deutschen Männer
und Frauen, um Freude zu bringen in die Hütten
der Armuth, anzuschließen, sind hiermit die nachstehend-
en Herren und Frauen vertrauensvoll eingeladen,
so wie gebeten, die Anzahl der sich angeeigneten
Exemplare und das dafür an die Überbringerinn
Bezahlte, geneigtest hinter Ihrem Namen zu be-
merken.
Der Preisminimum 36 x – Mehrzahlung
lohnt Gott – ist auf dem Titel bemerkt.
Übermorgen von einer Geschäftsreise zurückkehrend
wird nach Maaßgabe des Erfolgs weiter darüber
mit den verehrlichen Unterzeichnern Rücksprache nehmen,
der ergebenst Einladende.
Blankenburg am 16n December 1843
Friedr. Fröbel
in dessen Abwesenheit
Fr. Unger

[2]
[vermerkte gekaufte Expl. mit Preis hier nicht transkrib.]
Herr Superintendent Örtel
Herr Diaconus Baumgarten
Herr Oberbürgermeister Witz
Frau Oberbürgermeister Fischer
Herr Stadtsyndicus Tieroff
Herr Stadtältester Bähring
Herr Stadtdeputirter Heynemann
Herr Stadtdeputirter Eberhardt
Herr Rath und Amtmann Sigismund
Herr Rath Key
Herr Actuarius Schmiedeknecht
Herr Postverwalter Fischer
Herr Doctor Fritzsche
Herr Apotheker Sattler
Herr Papierfabrikant <Stake>
Herr Lederfabrikant Hr. Knoch
Herr Lederfabrikant Aug. Knoch
Herr Kaufmann Ulrich
Herr Kaufmann Loele
Herr Gastgeber Häußer
Herr Rathswirth Schlötzer
Herr Ziegelpachter Chemnitz
Herr Bäcker Eberhardt