Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an < ? > ["Hochzuverehrende / Hochgeehrte Frau" / "Ew. Wohlgeboren"] in < ? > v. 1844 (<Keilhau / Blankenburg>)


F. an < ? > ["Hochzuverehrende / Hochgeehrte Frau" / "Ew. Wohlgeboren"] in < ? > v. 1844 (<Keilhau / Blankenburg>)
(BN 707a, Bl 24) (Entwurf)
(Dat.: mit den beiden erwähnten Schriftchen ist vermutlich u.a. Broschüre zur ausgeführten dritten Gabe von 1844 gemeint.- Beizettel in BN dat. "nach 1839", wohl wegen 24R, wo frühere Benutzung des Blattes im Kontext des Erscheinens des Sonntagsblattes nahegelegt ist.)

Hochzuverehrete Frau,

Ihre Güte wird so hoffe ich meine Dreistigkeit persönlich bey Ihnen einzu-
sprechen nachsichtsvoll nachschuldigen [sc.: entschuldigen]. Mein Freund Herr Middendorff
hat mir ein so viel schönes Bild von der Vortrefflichkeit Ew. Wohlg.
entworfen daß ich mir nicht versagen kann Ihnen meine
Verehrung nicht selbst nur auszusprechen, sondern den Ausdruck
derselben auch an einen äußern Gegenstand zu knüpfen.-
Empfangen Sie darum als geringes Zeichen hoher Achtung
die beyden beyliegenden Schriftchen. Es Sehr
freuen wird mich gar wenn Sie dieselben Ihrer Durchsicht werth und nach
derselben solche würdig finden sollten durch solche irgend in edlen Frauen
den Geist der neu erstehenden Menschheit zu pflegen; oder zu wecken, daß
das kleinere ist besonders für die edle bey einer sinnig achtsame[n] Mutter irgend eines lieben
Säuglings, <die> das größere dagegen für bey einer edle[n] gebildete[n] Mutter
heranreife[n]der Tochter bestimmt ist willkommen zu seyn wünscht wird
Ihnen sogleich bald entgegentreten. Wollen Sie dagegen die Büchlein
in einen Belehrung suchenden Lesekreis edler Frauen einführen so
ist es mir auch gar recht; alles ist Ihrer bessern u den Ver-
hältnissen u Forderungen angemessenen Einsicht über anheim gegeben.
Ich wünsche nur daß es Ihnen dadurch mögl[ich] werde in irgend einem
kleinen Punkt sin[ni]ges Mutterwirken und fortbildende Fr Frauenwürde
zu nähren mindestens <durch schlummernde>, sllgem. deutsche Frauen u. Mütter zu wecken, daß so, wenn auch zuerst
im kleinsten Raum die Familie mit Bewußtseyn ein Kindergarten
und so hierdurch nach u nach die Erde wozu sie bestimmt war u noch ist ein
Paradies, ein Gottesgarten durch die Ahnung des ewig allge[ge]nwärtigen liebenden Vaters aller seiner Kinder werde; was ja auch <namentl.> besonders
das Streben Jesu, des
größten Mütter[-], Kinder[-]
u Menschenfreundes war; dann wird es auch nicht an edler Beförderung unseres
deutschen Kindergartens fehlen für welches [sc.: welchen] schon so manche[s] deutsche Frauen[-]
u. Jungfrauen Herz nicht nur schlägt sondern wirklich wirksam thätig ist. /
[24R]
Darum müssen wir denn auch die Idee desselben Lassen Sie uns nur dazur zur Pflege diesen
mindestens pflegen so viel an uns ist <wenn>
auch über Berg u Thal fliehen u <Sternen Hände suche[n], doch>
Ernst will sie ganz gewiß ins Leben
reihen die Herzen sich <fügen> in das Leben ein. Herr Middendorff
wird Ihnen darüber mehr Einzelnes mitgetheilt
haben. Mit
Mit hoher Verehrung
Ew. Wohlgeb
                 Ergebe[n]ster
       FrFröbel

[auf 24R außerdem quergeschrieben, ohne Bezug zum Briefentwurf:]
Nach dem Schlusse des Auszuges des Planes in dem
S. Bl. [sc.: Sonntagsblatte] abzudrucken