Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Friederike Schmidt in Gera v. 3.1.1844 (Blankenburg)


F. an Friederike Schmidt in Gera v. 3.1.1844 (Blankenburg)
(BlM XIV,36, Bl 141-142, Brieforiginal 1 B 8° 2 ½ S.)
(Verhältnis Originalzeile : Transkriptionszeile nicht 1 : 1)

Blkbg 3/I 1844.·.

Sie empfangen theure Muhme

Erstlich die weitere Fortsetzung der Lithographien zur 6' Gabe und zwar den Schluß der Lebensformen Tab. XIII-XXIV. Die Erkenntniß- und Schönheitsformen sind nun noch Rest.
Zweitens empfangen Sie die GebrauchsAnleitung zur Ausgeführten 3n Spielgabe nebst 3 Beilagen da zu (Die 4[.] Beilage befindet sich in den 11 lithographirten B. [sc.: Bögen / Blätter] zur 3e Gabe und ist die Tafel A. der Erkenntnißformen.)[.]
Diese Gebrauchsanleitung sende ich Ihnen nun mit einer besondern Bitte von mir: Ich wünsche nehmlich von Ihrer Güte zu erfahren ob man diese Gebr. Anleitung auch schon bei der 3' Spielgabe verbunden mit den Übersichten und den Liedchen mit Nutzen zur Selbstbelehrung brauchen kann; auch wenn man den großen ausgeführten Kasten der 3' Spielgabe mit den 200 Darstellungen nicht besitzt. Wollen Sie nun die Güte haben zu versuchen ob Sie auch mit dem was Ihnen schon von der 3n Spielgabe bekannt ist ausgerüstet - diese GebrauchsAnleitung mit Nutzen lesen können. Ich bitte hierüber so bald Sie können [um] Ihre recht offen unverho[h]lene Mittheilung, weil ich selbst darüber kein Urtheil habe. Daß die Ziffern Übersicht und die lithographirt[e] Tafel zusammen gehören, tritt Ihnen wohl bald entgegen. Hauptsächlich bitte ich auch um Ihr Urtheil eben über die letzt genannte lithographirte Tafel. Ob wenigstens diese mit Nutzen den Lithographien der 3' Spielgabe beizufügen ist.
Drittens empfangen Sie, wenigstens treuen Abdruck der Titel von den Werken welche ich noch vor Ende des Monats der Öffentlichkeit übergeben werde. Aus diesen Titeln /
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können Sie wohl den Inhalt und die Ausstattung der Werke etwas ermessen. So weit es bis jetzt möglich war Urtheile über die Werke, selbst von Frkf a/m, Weimar rc einzuholen so werden die Werke als gediegen anerkannt; Nun Ihnen sind solche ja schon bis auf die entsprechende Ausstattung großentheils bekannt, so wie auch einigen Ihren Freundinnen z.B. Fr. Cons: Wittich rc. Freuen würde ich mich wenn Sie irgend unter Ihren Freundinnen dem Werke Theilnahme verschaffen könnte[n.] Zu diesem Zwecke habe ich einige Titel so z.B. eben für die Fr: Cons: W: beigelegt. Können Sie nicht auch vielleicht Ihre Durchl. Prinzeß durch irgend eine Person für das Werk zum Ankauf desselben interessiren lassen?
Der Preis ist freilich scheinbar hoch; allein auch nur scheinbar denn es kostet sehr viel Auslage wenn man nur bedenkt daß der Künstler 7/4 Jahr an den Zeichnungen u Platten gearbeitet hat.
Der Preis des Ganzen wird gegen      Rth 4 / 3 ½ kommen
der Preis des Familienbuches allein     Rth 3 -
der Preis der Musik allein      Rth 1 -
doch sagen alle <Sinnfähige> daß das Dargereichte dem Preis vollkommen entspricht. Wenn wir bey genauer Calculation den Preis noch ermäßig[en] können werden wir es gern thun.
Im Laufe diese[s] Monats erscheinen auch noch Hundert zweistimmige Lieder zu den im Kindergarten zu Blankenburg ausgeführten Spielen mit dem Ball; nebst GebrauchsAnleitung. Der Preis dieses wird verhältnißmäßig sehr billig werden. /
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Nicht wahr liebe Muhme nun höre ich auch bald wieder etwas von Ihnen?-
Die herzlichsten Grüße an all die lieben Ihrigen.
                 Leben Sie recht, recht wohl
        Ihr
alter Vetter
        FriedrichFröbel /
[142R]
[leer]