Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Pauline Hauthal in Rudolstadt v. 17.1.1844 (Blankenburg)


F. an Pauline Hauthal in Rudolstadt v. 17.1.1844 (Blankenburg)
(KN 56,19, Brieforiginal 1 Bl 4° 1 S.)

Verehrte Frau Hofamtsräthin.

Gestern Nachmittags empfing ich beikommenden Brief von der Fr. v. Tucher
zu Nürnberg Caroline Renovanz betreffend; es ist mir dazu wenig zu sa-
gen übrig, als Sie ergebenst zu bitten mir nun demnächstens gütigst die
Entscheidung zu kommen zu lassen um solche an Fr: v. T. zu befördern. Was
ich noch zu sagen hätte betrifft den Punkt der Werthlegung der C.R. auf
vertrauendes Behandeln. Ich mußte diesen Punkt in dem Brief an Fr v. T.
erwähnen, weil C.R. Anderen wie mir hierin oft etwas zu empfindlich er-
scheint, doch zweifle ich nicht im Mindesten, daß sie nun auf Vorstellung diese
wirklich schwache Seite ablegen wird.
Sollte jedoch aus Gründen nicht für die Annahme der Stelle bei Fr. v. T. gestimmt
werden, so habe ich, jedoch nur im Vertrauen Ihnen mitzutheilen, daß Herr
G. Fröbel zu Rudolstadt Willens sein soll seiner Frau zur Stärkung ihrer
Gesundheit das Bad Elgersburg besuchen zu lassen, und daß er - ob jedoch nur
für diese, oder für längere Zeit, weiß ich nicht, eine Erzieherin für seine Kinder
und zugleich eine Führerin seines Hauswesens sucht. Fände es nun bei der
C.R. hinsichtlich der Annahme der Nürnberger Stelle Anstand, so wäre sie
wohl auch Herrn Fr[ö]b[e]l vorzuschlagen. Durch Herrn Factor Schmidt wäre viel-
leicht zu erfahren ob Herr Fr[ö]b[e]l in diesen Vorschlag einginge.
Heut oder morgen denke ich jedoch selbst nach Rudolstadt zu kommen und,
gestattet mir es Ihre Güte, dann Ihre Ansicht und C.R. Entschließung zu
vernehmen. Mit vorzüglicher Hochachtung empfehle ich mich Ihnen
und Ihrem geschätzten Herrn Gemahl
ergebenst.
          Friedrich Fröbel.
Blkbrg. 17/I 44:. /
[2R]
        Ihrer Wohlgeboren
der Frau Hofamtsräthin
Hauthal,
        geb. Greiner
Rudolstadt
frei!