Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an Wilhelmine Pochhammer in Berlin v. 6.2.1844 (Blankenburg)


F. an Wilhelmine Pochhammer in Berlin v. 6.2.1844 (Blankenburg)
(BlM XI,3, Bl 27-28, Brieforiginal 1 B 4°2 S. ohne genauere Adressatangabe. Adressatin: „Muhme“ Wilhelmine Pochhammer in Berlin, wird auch sonst häufig in Verbindung mit A. L. Kommer gesetzt, so.Briefe. v.23.12.1842 an Pochhammer und Kommer. - F. irrt auf 27R bei der Angabe des Geburtstags seiner ersten Frau, richtig: 17.9.1780.)

Blankenburg bei Rudolstadt am 6n Februar 1844.·.

          Verehrte, liebe Muhme

So eben empfange ich von den Königl Stadtgericht zu
Berlin die Ausfertigung der Testaments Eröffnung
meiner lieben verst. Frau und ersehe daraus, daß ich
Ihnen gütige Muhme abermals herzlichen Dank für wieder
freundschaftlichst übernommene Mühen und Geschäfte
schuldig bin. Offen gestehe ich Ihnen u ich ergreife immer
mit Verlegenheit und Schuld die Feder, wenn ich der vielen
Freundschaftserweisungen gedenke die ich von Ihrer Güte
empfangen, indem ich besonders gar nicht weiß wie ich
mich Ihnen dafür dankbar erzeigen soll; und dennoch
muß ich immer von Neuem mit Bitten zu Ihnen kommen,
so auch jetzt wieder.
- Das genannte K. St. Gericht stellt mir eine Rech[-]
nung von Rth 10 3 sgr 5 Pf, welche ich an die
Hauptsalariencasse, den Worten nach in 3 Tagen
zu zahlen habe.
Dürfte ich Sie nun wohl um der kürzesten Abma-
chung des Geschäftes willen ersuchen Herrn Kommer
zu bitten, den genannten Betrag auf Rechnung
der demnächstens gefälligen Zinsen für mich zu
berichtigen?-
Herr Kommer hat im vorigen Monat an mich /
[27R]
geschrieben und zur endlichen Erledigung des Kauf[-]
abschlusses, um die beglaubigte Abschrift eines
Taufzeugnisses meiner verst: lieben Frau gebeten.
Nun habe ich mich wohl deßhalb an das Pfarramt
in welches Keilhau gehört, gewandt, weil ich ohne
Zweifel dort ein Taufzeugniß früher würde ein-
gereicht haben müssen; habe jedoch von daher kei-
ne Antwort erhalten.
Da nun in den mir übersandten gerichtlichtlichen [sc.: gerichtlichen]
Papieren nicht weiter der Forderung eines Tauf-
zeugnisses erwähnt wird und ich mir auch nicht sagen
kann wie solches weiter zum Abschluß des Kaufes
nöthig ist, so halte ich diesen Punkt nun für erledigt;
sollte mir jedoch von gedachtem Pfarramte noch
eine beglaubigte Abschrift zugefertigt werden;
so werde ich solche sogleich einsenden; geschiehet
dieß aber nicht so ist es mir schlechterdings un-
möglich eine solche von hier aus zu bewerkstelligen;
wiederhole demnach nur daß meine l. Fr. am 16.
Septbr 781 geboren und wie ich glaube in der Sophien-
kirche getauft worden ist.
Darf ich so frei seyn wenigstens ein kleines
Zeichen meiner jüngsten erziehenden Thätigkeit beizul[egen.]
Mich von Herzen Ihrer ungetrübten Gesundheit
erfreuend, welche mich Herr Kommer versichert,
bitte ich um Ihr liebend freundschaftliches Wohlwollen
Ihr dankbar ergebener Vetter
FriedrichFröbel /
[28VR]
[leer]