Briefausgabe Friedrich FröbelBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung / Fröbel-Forschungsstelle der Universität Duisburg-Essen

F. an ”Fräulein” v.<nach 10.3.>1844 (Blankenburg)


F. an ”Fräulein” v.<nach 10.3.>1844 (Blankenburg)
(BN 707a,32R. Der undatierte Entwurf (1 Seite) steht auf einem mit Poststempel versehenen Eingangsbrief im modernen Din A 4-format mit 4 S., dort auf S.2. Der Datierungsvorschlag „nach 10.3.“ wird unterstützt durch den Hinweis im Entwurf, F. sei gerade von einer längeren Reise zurückgekehrt.)

[32R]
Hochzuehrende Fräulein

Daß Ihre so gütige als menschenfreundl Unterzeichnung
meiner Actien zum deutschen Kindergarten vom [Lücke]
eingegangen bey uns am [Lücke] erst heut beantwortet
worden ist uns selbst nun höchst unangenehm daß wir
selbst nicht Worte finden können dieß unser eigenes Mißge-
fühl darüber stark genug auszudrücken; ob nun gleich
der beste Grund der verzögerten schuldigen u dankbaren Ant[-]
wort eine längere Abwesenheit des Unterzeichneten
u ein weiterer Grund drängende Geschäfte desselben w[are]n
so ist doch die spätere Verabs[end]ung der Antwort kaum
zu entschuldigen und wir können deßhalb nur auf Ihre güte-
volle Nachsicht mit einem von Geschäften gedrängten Manne
rechnen. Doch damit Sie auch etwas einen kleinen Sachbeweis zur Entschuldigung
desselben sollen erhalten so erlaubt sich der Unterzeichnete
den Titel dieses Buches beyzulegen dessen Herausgabe
ihn zu diesem Augenblick es eben war welche ihn bis jetzt
mit langer Zeit
so vielseitig in Anspruch nahm und welches das jetzt aber
ganz
endl[ich] beendigt ist um solches dem Publikum <zu über>
zu übergeben.
Dieses Familienbuch bildet eigentl eine unmittelbar d[urc]h die Anwendung
belehrende Mütter[-] u Familien[-]Pädagogik.
In der d[urc]hgreifenden Pflege des bildenden
Lebensthätigkeit u Bethätigungstriebes des Kindes
vom ersten Erscheinen seiner Thätigkeit an findet die
Schrift die Grundlage zur genügend entsprechenden
Ersten Kindheiterziehung, und in sofern zeigt es auch
die Grundlage der Erziehungsgrundsätze des deutschen
Kindergartens und bietet nun einen Gegenstand der <berufl>
Ausbildung für die darinn zu bildenden Klinderpflegerinnen
Kinderwärterinnen u Kindermädchen[.]
Sollten Sie glauben, das das Buch d[urc]h seinen Geist u Spiegel in Beziehung auch Ihnen
Kinderfreunde so darum auch –freundinnen gewinnen könnte, welche
es aus der obengegeben[en] Beziehung zu
eigen besitzen möchten, so bedürfte es eines Wortes
um Ihrer zarten Befriedigung desselben die entspr[echenden]
Exemplare zu übersenden. –
Sollten Sie bey einer gelegentl Anwesenheit
in Lünebg in der Ger Buchhandlung
sich eine Ansicht von den in dem hiesigen wie
in dem deutschen Kindergarten in Anwendung kommenden
Spiele zu deren Gebrauch u Anwendung auch hier
Kindermädchen gebildet werden – eine Ansicht ver[-]
schaffen wollen, so würden Sie in der <Gernht>
& M-schen Buchhandlung mehrere derselben vorfinden[.]
In Beziehung auf den Stand des d. K.Gartens
dient Ihnen zur Nachricht daß die Zahl der unterzeichneten
Actien bis jetzt - - ist u die Zahl der eingezahlten
also mit einer Summe von - .Von den Zinsen derselben
soll nun vom 1n May d. J. ab eine KinderMutter
mutter [2x] oder Vorsteherin für das nächste Sommerhalbjahr
angestellt werden. Es würde uns ja Von den zuletzt hier Ausgebildeten
Mädchen würde die eine als Führerin einer Kleinkinderpflegeanstalt der
Fr. Gräfin von Schönb[ur]g Wechselb[ur]g in Wechsel[burg] – die 2e
in eine Familie in Nürnberg - die 3e Aber eben als Führerin an
dem hiesigen Kindergarten angestellt. –
Für die Kindergärten selbst und deren Einführung überhaupt zeigte sich besonders im
Königreich Sachsen u in
der Schweiz <gefragte> Regsamkeit u in Ungarn
für die Einführung Anwendung der Spiele große Theilnahme.
Dieß wenigstens einige Andeutungen von dem Fortgang der von uns angebahnten Kinderbeschäftigungen als schuldige Danksagung
für Ihre förderl Theilnahme am deutschen K.G.
Möchten Sie Sich dad[urc]h bestimmt fühlen weiter
förderl, wie sich Ihnen dazu Gel[egenheit] zeigt, für
das G[an]ze zu wirken.
Mit g[an]z besonder[er] Hocha[chtung] unterzeichnet
der Verein
für denselben